Umgestellt auf Nullemission

BROECHEM, 16.10.2015 - Der GaLaBau-Betrieb ATB aus dem belgischen Broechem setzt für seine Ecoteams in der Privatgartenpflege komplett auf Elektromobilität und Akkutechnik.

Von Erwin Bauer, Heideck

Schlüsselübergabe: Heidi Van der Weehe und Raf Van der Steen vom Autohaus Robert im belgischen Ranst.
Von diesem Straßenablauf mit Rechteckaufsatz wurden 30 Stück mit dem Innolet-Filtersystem von Funke ausgerüstet.

"Umweltbelästigung durch kreischende und stinkende Motoren, Abfahren und Entsorgen wertvoller Grünabfälle, Nutzung von Wegwerfpflanzen... Wir sind zwar seit vielen Jahren im grünen Bereich tätig, doch tatsächlich grün arbeiteten wir selten," räumt Heidi Van der Weehe aus dem belgischen Broechem ein. Sie hat den von ihrem Vater Frederik 1978 gegründeten Betrieb vor sechs Jahren mit ihrem Bruder Fred übernommen. Rund 20 Mitarbeiter arbeiten derzeit bei Algemeen Tuinaannemings Bedrijf - kurz ATB - in der Neuanlage und Pflege von Privatgärten im Speckgürtel Antwerpens. Die Unternehmerin wollte nicht länger nur von Nachhaltigkeit reden, sondern in ihrem Betrieb auch wirklich ernst damit machen. Nach eingehenden Probefahrten verschiedener Modelle schaffte sie für ihre Ecoteams, die Pflegetrupps, drei neue Nissan e-NV200 an. Die Elektro-Kastenwagen sind neben Handgeräten wie Rechen und Besen ausschließlich mit Lithium-Ionen-Akkugeräten bestückt. An Bord des Zero Emission Pflegemobils sind u.a. Heckenscheren, Freischneider, Laubbläser der Marke Pellenc inklusive rückentragbare Akkupacks sowie ein Akkuprofirasenmäher von Bosch. Die derzeitige Reichweite des Nissan e-NV200 mit maximal 170 Kilometer ist für die Pflegeeinsätze des Betriebes ausreichend.
Zu ihrer Vision sagt die GaLaBau-Unternehmerin: "Mit unseren Ecoteams wollen wir eine sichere Zukunft für unsere Kinder, Haustiere und uns selbst schaffen. Gärten stellen ein unschätzbares ökologisches Netzwerk dar. Um unsere Zukunft zu sichern, sollten wir die biologische Vielfalt stärken." Deshalb arbeite sie daran, die gesamte ATB-Dienstleistungspalette auf eine möglichst ökologische Basis zu stellen. "Wir bedienen uns abgasfreier Techniken, die auf lange Sicht gesehen auch ökonomischer sind als die klassischen Verbrennungstechniken," davon ist sie überzeugt.
Allein der Dieselkraftstoff für die Transporter mit Anhänger habe rund drei bis vier Mal mehr gekostet als die Kosten für das Aufladen der Batterien der Elektrokastenwagen. Insgesamt geht sie von einer Ersparnis bei den Betriebskosten von 40% aus. Auch die Kraftfahrzeug-Gesetzgebung in Belgien kommt der umweltbewussten Unternehmerin entgegen: Beim Kauf eines Elektromobils können 30% des Fahrzeugpreises in der Steuererklärung abgesetzt werden, maximal bis zu 9.000 Euro. In Sachen Garantie ist der GaLaBau-Betrieb ebenfalls auf der sicheren Seite: Nissan ersetzt die Lithium-Ionen-Batterie im e-NV200 kostenfrei, wenn innerhalb der ersten fünf Jahre oder bis zu einer Fahrleistung von 100.000 km der auf dem Display angezeigte Status der Ladekapazität weniger als 9 von maximal 12 Balken aufweist. Mit Zero Emission will die Firma ATB sich im umkämpften Privatgartengeschäft rund um Antwerpen mit ihrer ökologischen Dienstleistung positionieren. Wie es ausschaut, könnte das auch gelingen - emissionsfrei natürlich!
Blick in den Laderaum: Der Nissan e-NV200 ist neben Handgeräten ausschließlich mit Akkugeräten für die professionelle Gartenpflege ausgestattet.
Blick in den Laderaum: Der Nissan e-NV200 ist neben Handgeräten ausschließlich mit Akkugeräten für die professionelle Gartenpflege ausgestattet.