Baukonjunktur:

Order gehen zurück, Bautätigkeit legt zu

BERLIN, 28.09.2015 – Die deutsche Bauwirtschaft ist mit widersprüchlichen Signalen in das zweite Halbjahr gestartet: Während die Bautätigkeit dank hoher Auftragsbestände im Juli zulegte, meldeten die Bauunternehmen weniger Aufträge als ein Jahr zuvor. Für dieses Jahr ist die Umsatzentwicklung gesichert, meint der Bauindustrieverband.

Auch im Wirtschaftsbau ist der Umsatz im Juli gestiegen.
Auch im Wirtschaftsbau ist der Umsatz im Juli
gestiegen. Hier die Baustelle des neuen
Breuninger-Geschäfts-hauses in Stuttgart.
| Foto: bi/bb

Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mitteilte, lag der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im Juli um nominal 3,6 % über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Die rege Bautätigkeit ist auf einen besonders hohen Auftragsbestand zurückzuführen: Die Baubetriebe meldeten für Ende Juni einen Bestand von 31 Milliarden Euro, das waren 6,4 % mehr als im Vorjahr. Der Hauptverband sieht damit die Umsatzentwicklung für die kommenden Monate gesichert und hält weiterhin an seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr von plus 2 % fest. Im kumulierten Zeitraum von Januar bis Juli liegt der Umsatz nun nahezu auf Vorjahresniveau (- 0,1 %).

Order um 3,4 % zurückgegangen

Einziger Wermutstropfen war die verhaltene Auftragsentwicklung: Die Bauunternehmen meldeten für Juli einen Orderrückgang von nominal 3,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch im Vergleich zum Vormonat sanken die Aufträge um real 1,0 % (arbeitstäglich- und saisonbereinigt). Aufgrund der guten Entwicklung in den Vormonaten - allein für Juni wurde ein deutlicher Anstieg von 9 % gemeldet - ergibt sich für die ersten sieben Monate aber immer noch ein Plus von nominal 1,1 %.

Nachfrage im Wohnungsbau steigt um 28 %

Die stärkste Stütze der Baukonjunktur war der Wohnungsbau: Die Nachfrage stieg im Juli im Vergleich zum Juli 2014 um 28,2 %, der Umsatz um 11,0 % (Jan.-Jul.: + 9,9 % bzw. + 6,1 %). Für den Wirtschaftsbau meldeten die Baubetriebe einen Rückgang des Auftragseingangs im Juli von 13,6 % (Jan.-Jul.: - 3,0 %). Der Umsatz entwickelte sich allerdings deutlich positiver: Er lag um 2,0 % über dem Wert vom Juli 2014 (Jan.-Jul.: - 1,0 %). Auch der Umsatz im öffentlichen Bau übertraf das Niveau des vergleichbaren Vorjahresmonats (Jul.: + 1,1 %, Jan.-Jul.: - 2,8 %). Mit neuen Aufträgen scheint sich die öffentliche Hand aber wieder zurückzuhalten: Nach einem deutlichen Plus im Vormonat meldeten die Baubetriebe für Juli ein Orderminus in Höhe von 6,1 % (Jan.-Jul.: + 1,0 %). Die vom Bund angekündigten zusätzlichen Mittel für die öffentliche Infrastruktur werden sich erst 2016 in den Büchern bemerkbar machen. bi

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