Michelberg-Gymnasium:

Bestes Lernklima dank erneuerbarer Energien

ERLANGEN, 06.10.2015 – Das Michelberg-Gymnasium in Geislingen soll eine Plusenergie-Schule werden. Es setzt dabei auf moderne energieeffiziente Systeme und die Nutzung erneuerbarer Energien. Unter dem Schulhof wird unter anderem ein Tiefenspeicher errichtet, für den Erdwärmesonden von Rehau zum Einsatz kommen.

Bau eines Tiefenspeichers
Im Rahmen der Sanierung des Michelberg-Gymnasiums in Geislingen wurde unter dem Schulhof ein Tiefenspeicher errichtet. Er wird begünstigt durch die Eisensandstein-Formation mit ihren wärmespeichernden Eigenschaften.

Der Kostenrahmen für die Sanierungs- und Umbauarbeiten beläuft sich auf 15,9 Millionen Euro und umfasst eine energetische und bauliche Sanierung. Gerade die energetische Sanierung wurde dringend notwendig, da die Schule nur sehr gering gedämmt war. Das verursachte einerseits hohe Energiekosten und führte andererseits zu einem unangenehmen Raumklima. Zudem wurde die Schule ursprünglich mit einer Klimaanlage konzipiert, die aber schon nach kurzer Zeit wegen der hohen Energiekosten außer Betrieb gesetzt wurde. Ziel der Sanierung ist deshalb, all diese Missstände zu beheben und das Gymnasium nach neuestem Stand der Technik zu einer Plusenergieschule bei gleichzeitig steigendem Nutzerkomfort aufzurüsten.

Wärmeenergie wird in der Tiefe gespeichert

Für die Versorgung mit Wärmeenergie setzt das Gymnasium auf die Kraft der Sonne. Hierfür wird über den eingeschossigen Gebäudeteil ein Absorberkollektoren-Doppeldach errichtet. Die untere Dachhälfte besteht dabei aus zur Sonne hin geneigten Thermokollektoren, in denen große Mengen Wärmenergie erzeugt werden. Diese Energie wird entweder direkt zur Warmwasserbereitung genutzt oder über einen Wärmetauscher in einen eigens gebauten Tiefenspeicher eingebracht. Bei Bedarf kann die Wärmeenergie aus dem Tiefenspeicher zurückgeholt werden und so die Beheizung des Gebäudes sicherstellen.
Der Tiefenspeicher wurde genau unter dem Schulhof errichtet. Durchgeführte Probebohrungen zeigten, dass die dort vorhandene Eisensandstein-Formation mit ihren wärmespeichernden Eigenschaften sehr günstig ist. Insgesamt wurden für den Speicher 35 Erdwärmesonden Raugeo PE-Xa green in einer Tiefe von 70 Metern verbaut. Die Sonden verfügen über eine raue Außenschicht, die den Verbund mit dem Verfüllmaterial verbessert und somit für eine Systemdichtheit sorgt, wie sie mit herkömmlichen Erdwärmesystemen nicht möglich wäre.
Die im Absorberkollektoren-Doppeldach erzeugte und im Tiefenspeicher gespeicherte Energie soll laut Berechnungen genügen, um neben dem Michelberg-Gymnasium auch die Schubart-Realschule sowie einen Teil der Michelberghalle mit Wärmeenergie zu versorgen.

Erdwärmesonden Raugeo PE-Xa green i
Insgesamt wurden für den Speicher 35 Erdwärmesonden Raugeo PE-Xa green in einer Tiefe von 70 Metern verbaut.

Viel Glas und intelligente Belüftung

Aber die Sonne dient nicht nur zur Wärme-, sondern auch zur Stromversorgung. Hierfür wurde vor die vorhandene Fassade eine neue Glasfassade mit Lucido-Holzabsorberbohlen gebaut. Zwischen Bestandsfassade und neuer Fassade sorgen thermoaktivierte Luftpolster für eine gegenüber herkömmlichen Wärmedämmungen deutlich bessere Dämmwirkung. Vor diese Elemente werden auf der Sonnenseite des Gebäudes Photovoltaik-Module in das Glas eingebettet, die zur elektrischen Energiegewinnung dienen. Zwischen den beiden Fassaden wird außerdem ein natürliches Belüftungssystem installiert, das keine Energie verbraucht und für einen schnellen CO2-Austausch in den Räumen sorgt. Darüber hinaus werden die Klassenzimmer über Flächenheiz- und Kühlsysteme mit Hilfe des Tiefenspeichers gekühlt. So wird verhindert, dass sich die Räume zu sehr aufheizen. bi