Bosch Rexroth verschlankt sein Mobilgeschäft

LOHR, 05.11.2015 – Bosch Rexroth will mit Kostensenkungen von 450 Millionen Euro die Zukunftsfähigkeit des Produktbereichs Mobile Anwendungen sichern. Dazu will das Unternehmen Überkapazitäten reduzieren, die Effizienz steigern und Bedingungen für zukünftiges Wachstum schaffen.

Minibagger mit Bosch Rexroth-Hydraulikkomponenten
Bosch Rexroth stellt unter anderem Hydraulikkomponenten für Baumaschinen her. Die Nachfrage nimmt aber weltweit ab, und Überkapazitäten führen zu erheblichem Kostendruck. | Fotos: Bosch Rexroth
Dr. Karl Tragl, Bosch Rexroth AG

Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der
Bosch Rexroth AG.

Das Kostensenkungspaket umfasst die Streichung von insgesamt bis zu 1.150 Stellen bis Ende 2018 an den sechs deutschen Standorten Augsfeld, Elchingen, Homburg, Horb, Lohr und Schwieberdingen. Der Stellenabbau soll so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden, unter anderem durch Abfindungen, Altersteilzeit oder die Vermittlung von Mitarbeitern an andere Standorte innerhalb der Bosch-Gruppe. „Wir können nun mit den Verhandlungen zu Sozialplan und Interessenausgleich beginnen. Unser Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, sagte Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. In den Verhandlungen werden auch die Maßnahmen für die Standorte mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretern besprochen. Tragl betonte, dass die Unternehmensleitung auch weiterhin offen für Vorschläge der Arbeitnehmervertretung zur Sanierung der betroffenen Standorte sei, insbesondere wenn sie die Zahl der abzubauenden Stellen verkleinern können.

Einfachere Arbeitsabläufe und neue Produkte

Um die Kosten zu senken und den Produktbereich Mobile Anwendungen profitabler zu machen, führt Bosch Rexroth einfachere Arbeitsabläufe ein und nutzt verstärkt kostengünstigere Werke außerhalb Deutschlands. Zudem werden Fertigungsprozesse flexibler gestaltet, so dass Bosch Rexroth besser auf die immer stärker schwankende Nachfrage reagieren kann. Auch die Vertriebsprozesse sollen flexibler werden, um auf Kundenanforderungen schneller reagieren zu können. Gleichzeitig will das Unternehmen in die Entwicklung neuer Produkte investieren.

Rückläufige Nachfrage und Überkapazitäten

Die Nachfrage nach Hydrauliklösungen für mobile Anwendungen wie Bagger, Radlader, Gabelstapler, Traktoren oder Erntemaschinen ist weltweit seit Jahren rückläufig. Die Hersteller dieser Maschinen reduzieren ihre Kapazitäten, verlagern Werke in kostengünstigere Länder oder schließen sie ganz. Verschärfend kommt hinzu, dass in China der Absatz von Baumaschinen weiter eingebrochen ist, im ersten Halbjahr 2015 um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Langfristig sind die Zielmärkte bei Mobile Anwendungen weiterhin attraktiv. Aber wir müssen jetzt auf die strukturellen Veränderungen der Märkte reagieren, um den Produktbereich für die Zukunft zu sichern und auf den Wachstumspfad zurückzukehren“, sagte Tragl. bi