Mercedes-Benz Arocs:

Der neue Schwere für den Bau

MÜNCHEN, 04.02.13 - Nach dem Bau-Actros jetzt der Arocs – Daimler Trucks setzt konsequent auf Spezialisierung und bringt just in time zur Weltleitmesse Bauma in München seine neuen schweren Baustellen-Trucks in Stellung. 

Mit dem neuen Baufahrzeug Arocs schließt Mercedes-Benz die Erneuerung der schweren Lkw-Baureihen ab.
Glanzvolle Weltpremiere in München: Mit dem neuen Baufahrzeug Arocs schließt Mercedes-Benz die Erneuerung der schweren Lkw-Baureihen ab.
MB Arocs Loader: Pro Fuhre ein
halber Kubikmeter Transportbeton mehr.

Einer für alles, das war einmal. Maximale Produktivität steht im Fokus, um möglichst viel Ladegut in optimierten Prozessen zur und von der Baustelle zu transportieren. Bei Mercedes-Benz hat man die Spezialisierung schon mit der letzten Modellgeneration begonnen, bei der die Stuttgarter den Bau-Actros aus der Taufe hoben. Noch weitaus konsequenter ist der Arocs, der schwere Mercedes-Lkw für alle Bauaufgaben.
Es ist ja nicht nur ein Marketing-Gag. 40 Prozent aller ausgelieferten Mercedes-Trucks rollen für die Bauwirtschaft. So ist es kein Wunder, dass der Hersteller seine neuen Baufahrzeuge einsatzspezifischer denn je ausrichtet und ihnen dazu ein artgerechtes Design verpasst. Klar segmentiert präsentiert sich das Feld des Baugewerbes: Ein Drittel aller Baufahrzeuge arbeitet direkt auf den Baustellen. Etwa ein Drittel liefert Material und Baustoffe dorthin und 15 Prozent sind mit Fertigbeton unterwegs. Der verbleibende Rest dient im Baunebengewerbe, für Schwertransporte und bei kommunalen Fuhrparks.

Zwei verschiedene Typen

Um den nutzlastsensiblen Teil der Einsätze auf öffentlichen Straßen bemüht sich künftig der Arocs Loader – ein Fall für Betonmischer oder Schüttguttransporter, die keine schweren Geländeeinsätze kennen. Beim Loader nutzten die Techniker alle Möglichkeiten, überflüssiges Eigengewicht zu sparen. Mit dem Ergebnis: Nutzlastoptimierte Sattelzugmaschinen mit maßgenauer Antriebsleistung und Traktion, eine angetriebene Antriebsachse genügt und spart Kraftstoff. Oder der vierachsige Betonmischer, der selbst unter legalen Bedingungen acht Kubikmeter Fertigbeton liefern kann – ein halber Kubikmeter mehr, als die meisten Wettbewerber können. Er soll pro Jahr bis zu 5.000 Euro mehr Umsätze generieren – bei gleichzeitig geringeren Kraftstoffkosten.
Ein Fall für die Baustelle selbst ist der Arocs Grounder. Mit höherem und kräftiger dimensioniertem Rahmen und gleichzeitig schmälerer Rahmenspur fährt er ins Gelände, auf eine Baggerschaufel mehr oder weniger Ladung kommt es ihm nicht an. Er ist belastbar und robust, auch außerhalb befestigter Straßen muss er nicht passen. Gleich drei Allradsysteme spendieren die Mercedes-Techniker ihren neuen Geländeboliden – den permanenten Allradantrieb, wenn der Lkw durch dick und dünn muss. Den manuell zuschaltbaren Allradantrieb als maßvollen Kompromiss  - und eine bei Bedarf hydraulisch angetriebene Vorderachse als Traktionshilfe. Der Wettbewerber MAN montiert diese schon seit Jahren und mit wachsenden Stückzahlen in Fahrzeuge, die nur gelegentlich abseits von Straßen fahren.

Motorleistung nach Bedarf

Unter den Kabinen der neuen Frontlenker-Trucks arbeiten ausschließlich neue Euro 6-Motoren - die gleichen Diesel, die man heute aus dem Fernverkehrstruck Actros kennt. Die Leistungsspanne für den Bau ist beträchtlich und reicht fein sortiert von 238 PS plus 1.000 Newtonmeter bis zu gewaltigen 625 PS und 3.000 Newtonmetern – der Kunde bekommt für jeden Bedarf das passende Triebwerk. Der Hersteller verspricht gegenüber den Vorgängermodellen mehr Leistung und weniger Verbrauch und beruft sich dabei auf die positiven Erfahrungen, die Kunden aus dem Fernverkehr berichten. Und noch ein Novum in der Branche: Mit dem Arocs setzt Mercedes-Benz jetzt voll auf vollautomatisierte Getriebe, nicht nur auf der Straße, sondern jetzt auch im Gelände. Die Powershift-Getriebe der Generation Drei sollen die Arbeit der Fahrer erheblich erleichtern, speziell bei anspruchsvollen Rangiermanövern oder im harten Offroad-Einsatz. Diese computergesteuerten Getriebe werden, auch das ist neu, mit acht, zwölf oder mit 16 Gangstufen angeboten. Wer von Hand schalten will – bitte sehr: Auf ausdrücklichen Wunsch und gegen Mehr- statt Minderpreis führt Mercedes-Benz auch noch herkömmliche Handschaltgetriebe mit neun oder 16 Gängen im Programm.
Bei der Auswahl einsatzgerechter Fahrerhäuser setzt Mercedes-Benz auf größere Vielfalt – das neue Arocs-Programm hat sieben Kabinen in insgesamt 14 Ausführungen zu bieten. Die Bandbreite reicht von 2,3 Meter breiten kurzen Fahrerkabinen für den Tageseinsatz bis zu mittellangen oder gar extralangen Fahrerhäusern mit beträchtlichem Longdistance-Komfort. Entscheidend ist vielfach die Einstiegshöhe, die natürlich mit dem erforderlichen Böschungswinkel korrespondieren muss.

Große Varianz des Programms

Der neue Arocs rollt als zwei-, drei- oder vierachsiges Fahrzeug vom Band – das ist weiterhin keine Schlagzeile wert. Es bleibt bei der bisher angebotenen Programmbreite, hier legt der Hersteller noch ein wenig zu. Mit einer Vielfalt an Varianten, die sehr einsatzspezifische Konzeptionen verlangen. Mit beispielsweise zwei gelenkten Vorderachsen, aber nur einer angetriebenen Hinterachse, die zweite lenkt aber mit. Und in der Frage der Nebenantriebe legt Mercedes-Benz nach – eine klare Forderung der Kunden aus der Bauwirtschaft. Um den komplizierten Aufbau der vielfältigen Ladungsträger und Arbeitsmaschinen zu erleichtern, verfügt der Rahmen ab Werk über ein enges Lochraster und über unzählige Befestigungsteile, die den Beifall der Aufbauindustrie finden. wotan

MB Arocs Grounder
MB Arocs Grounder: Kantiges Profil, ein Kühlergrill in Baggerzahn-Optik – unter dem Blech neue Antriebssysteme, eine neue elektrohydraulische Lenkung und mehr. | Fotos: Mercedes-Benz