Erweiterte Wahrnehmung in der Pflege

JÖNKÖPING (Schweden), 10.11.2015 - Die Zukunft macht auch vor der Garten- und Landschaftspflege nicht halt. Husqvarna stellte unter dem Motto Silent City auf einer Pressekonferenz in Antwerpen Ideen vor. Was heute noch wie Science-Fiction klingt, könnte schon bald Wirklichkeit sein.

Ramus Heckenscheren-Designkonzept von Husqvarna
Ramus Heckenscheren-Designkonzept: Eine in der Schere integrierte Micro-Kamera zeigt im Visier des Anwenders die Blickperspektive des Schnitts bei hohen Hecken oder schwierigen Arbeitswinkeln mit schlechten Sichtverhältnissen.

Was wäre, wenn eine Heckenschere mit einem Smartphone sprechen könnte? Nach den positiven Rückmeldungen zum Sensor basierten Flottenmanagementsystem Husqvarna Fleet Services stellte das schwedische Unternehmen den Prototyp eines vernetzten Akkus in Belgien vor. Die Batterie soll künftig in Echtzeit Daten von den Maschinen aufzeichnen und zur Verfügung stellen. Der Akku, der im Prototyp gezeigt wurde, kann mit dem Smartphone oder einer Smartwatch des Bedieners verbunden werden. Oder er kann die Informationen an andere Teammitglieder übermitteln, wie zum Beispiel andere Pflegeprofis, den Inhaber, Techniker oder den Fachhändler. „Akkutechnik und Vernetzung stellen den größten Fortschritt für unsere Branche seit der Motorisierung von Geräten für die Landschaftspflege dar“, ist Kai Wärn, Vorstandsvorsitzender der Husqvarna Group, überzeugt. „Der vernetzte Akku und die Konzept-Heckenschere Ramus verdeutlichen unser Engagement für Pionierleistungen auf dem Gebiet der Akkugeräte mit hoher Leistung sowie für die Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten im Internet der Dinge.“

Erster Prototyp des vernetzten Akkus

Hohe Anforderungen an Landschaftspfleger, ihre Produktivität und Leistung zu steigern, verlangten nach leistungsstarken und effizienten Werkzeugen für die Grünflächenpflege, so der Hersteller. Werden die Maschinen mit einer eigenen Intelligenz aufgewertet, könnten in der Landschaftspflege völlig neue Arbeitsverfahren entwickelt werden, so die Vision. Zum Beispiel weg von einer Reparatur, wenn eine Maschine ausfällt, hin zu einer proaktiven Wartung, um Ausfallzeiten zu verhindern. Die Maschinen signalisieren in diesem Fall automatisch, wenn Serviceleistungen erforderlich sind und können Rückmeldungen und Hinweise zum richtigen Gebrauch geben und so die Anwender dabei unterstützen, ihre Arbeitstechnik zu verbessern. So würden in kürzerer Zeit aus Anfängern echte Profis, ist sich das Unternehmen sicher. Der neue Akku eröffne zudem weitere Möglichkeiten, die Sicherheit für die Anwender zu verbessern. Auch ein Diebstahlschutz könne eingerichtet werden, bei dem die Maschine für fremde Benutzer gesperrt wird. Ein stets aktueller Überblick ermögliche den Teamleitern ihre Betrachtungsweise zu ändern von „Wie haben wir an diesem Tag gearbeitet?“ hin zu „Wie arbeiten wir jetzt im Moment?“ Auf diese Weise könnten sowohl Arbeitsanweisungen als auch Ressourceneinsatz deutlich flexibler angepasst werden, auch wenn einmal etwas Unvorhergesehenes passiere. Mit den Daten und Erkenntnissen, die der vernetzte Akku liefere, könnten Teamleiter mehr Informationen zur Unterstützung ihrer Planung nutzen, sowohl kurz- als auch langfristig.

Prototyp des vernetzten Akkus
Prototyp des vernetzten Akkus: Dem Landschaftsgärtner sollen darüber künftig Echtzeitdaten übermittelt werden, welche die Kommunikation und Planung in der professionellen Pflege verbessern helfen.

Heckenscheren-Designkonzept der Zukunft

Mit der gleichen Technologie wie im Prototyp des vernetzten Akkus hat Husqvarna die intelligente, neue Konzeptheckenschere Ramus ausgestattet. Sie vereint ultraleichte Schneidmesser aus Karbonfasern und amorphen Metalllegierungen, so genanntes „liquid metal“, mit individuellen Sensoren an jedem Messer. Diese Sensoren steuern, wieviel Strom der Akku für die aktuelle Anwendung genau bereitstellen muss. Darüber hinaus unterstützt eVisier mit Augmented Reality den Anwender mit Echtzeitdaten über den Zustand der Maschine bis hin zu Vorhersagen zur Schnittführung während der Anwendung. Selbst komplizierte Formschnitte an Hecken und Gehölzen könnten damit besipielsweise für jeden Anwender künftig zum Kinderspiel werden.

Husqvarna Fleet Services in der Betaphase

Als erster Anbieter von Pflegegeräten für die die vernetzte Landschaftspflege hat Husqvarna 2014 seine Fleet Services eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Online-Plattform, die professionelle Landschaftspfleger mit Daten von Sensoren versorgt, die an den Maschinen angebracht werden. Der neue vernetzte Akku soll zum Zeitpunkt der Markteinführung in diese Plattform integriert werden. Das Flottenmanagementsystem befindet sich derzeit in der Betaphase, in der Landschaftspflegebetriebe in sieben Ländern in Pilotprojekten intensiv mit dem Hersteller zusammenarbeiten. Aktuell wurde eine App für Smartphones für die Fleet Services veröffentlicht, mit der die Arbeitseinsätze weiter optimiert werden können. So können Teamleiter und Anwender zum Beispiel Auftragsdetails sofort auf der Karte einsehen.