Deutz: Schwaches drittes Quartal

KÖLN, 10.11.2015 – Der Kölner Motorenbauer Deutz hat im dritten Quartal deutlich weniger Motoren verkauft. Der Absatz ging gegenüber dem Vorjahresquartal um fast die Hälfte zurück. Für das Gesamtjahr erwartet Deutz daher ein Umsatzminus von 20 Prozent.

Deutz-Motorenproduktion in Köln

Das Motorengeschäft ist durch die Abgas-
gesetzgebung zyklischer denn je. Deutz
bekommt das in diesem Jahr deutlich zu
spüren. | Foto: Deutz

Im dritten Quartal 2015 lag der Absatz mit 29.116 verkauften Motoren 48,0 Prozent unter dem Vorjahreswert von 56.020 Motoren bzw. 29,4 Prozent unter dem Wert des zweiten Quartals 2015. In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Absatz um 30,9 Prozent auf 107.236 Motoren zurück. Der Umsatz der Deutz AG betrug in den ersten neun Monaten des Jahres 938,8 Millionen Euro, 20,3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (1.177,9 Millionen Euro).

Dieser Abwärtstrend ist zum Teil eine Folge der starken letztjährigen Verkäufe zum Emissionswechsel am 1. Oktober für Motoren unter 130 kW Leistung in der EU. Diese sogenannten Vorbaumotoreneffekte ließen bereits einen Minderbedarf in diesem Jahr erwarten. Belastet wird das Geschäft derzeit überregional durch eine deutliche Investitionszurückhaltung, was zudem zu einem langsameren Abbau der Lagerbestände bei mehreren europäischen Kunden führt. Im dritten Quartal 2015 lag der Umsatz mit 268,6 Millionen Euro 36,7 Prozent unter dem Wert des dritten Quartals 2014 und 23,7 Prozent unter dem Wert des zweiten Quartals 2015. Das operative Ergebnis (EBIT vor Einmaleffekten) hat sich insbesondere aufgrund des geringeren Geschäftsvolumens im Neunmonatszeitraum auf 10,6 Millionen Euro mehr als halbiert.

„Wir rechnen damit, dass die Marktschwäche auch im vierten Quartal 2015 anhält und deutlich in das erste Quartal 2016 ausstrahlt. Wir reagieren darauf mit einem Ausgabenstopp und ausgeweiteter Kurzarbeit, vor allem am Standort Köln“, sagte Deutz-Finanzvorstand Dr. Margarete Haase. Die bereits 2014 eingeleiteten Standortoptimierungen in Deutschland, die die Produktion deutlich effizienter machen sollen – unter anderem die Zusammenlegung der beiden Kölner Werke am Standort Köln-Porz –, seien im Zeitplan und würden wie geplant fortgesetzt.

„Mit unseren Produkten und Prozessen sind wir gut aufgestellt. Sobald eine Markterholung eintritt, wird die Deutz AG hiervon deutlich profitieren“, so Deutz-Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Leube. Für das laufende Geschäftsjahr wurde der Ausblick bereits am 15. September 2015 aufgrund aktuell sehr niedriger Auftragseingänge und des geringen Geschäftsvolumens revidiert. Deutz erwartet nun einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein in etwa ausgeglichenes operatives Ergebnis (EBIT). hst