MB Crusher: Recycling am Baggerarm

FARA VICENTINO (Italien), 12.11.2015 – Steigende Deponiekosten und härtere Umweltauflagen machen Bauschutt und Aushub zum immer größeren Problem. Warum also nicht Baumaterial an Ort und Stelle wiederverwerten? MB Crusher sagt mit seinen Backenbrecherlöffeln den mobilen Brechanlagen den Kampf an.

von Lasse Lommel

MB Crusher - Backenbrecherlöffel am Kompaktlader
Auch an Kompaktladern machen die Backenbrecherlöffel eine gute Figur. Sie sind dabei so klein, dass sie problemlos mit der Maschine transportiert werden können. | Fotos: bi/Lommel
Guido Azzolin, Geschäftsführer von MB Crusher

Guido Azzolin ist Geschäftsführer von MB. Die Idee des
Backenbrecherlöffels als Baggeranbaugerät stammt aus
seiner Familie, die auf eine lange Tradition als Bauunter-
nehmer zurückblicken kann.

Aus dem italienischen Pionier, der 2001 das erste Patent auf einen Backenbrechlöffel für Bagger anmeldete, ist ein weltweit agierender Marktführer geworden. Seine Backenbrecherlöffel, Sieblöffel und Greifer werden in mehr als 100 Ländern vertrieben. Trotzdem gibt es immer noch Bauunternehmer in fernen Ländern, aber auch in Europa, die mit Erstaunen zusehen, wie aus einem Bagger im Nu ein Brecher wird, berichtet Geschäftsführer Guido Azzolin.

Doch damit soll bald Schluss sein. Die Italiener vergrößern ihr Händlernetz weiter und unterstützen gleichzeitig ihre vorhandenen Vertriebspartner. Einzigartig ist in diesem Zusammenhang wohl das eigenentwickelte Web-Portal mit technischen Dokumentationen, Videos und Animationen zur korrekten Wartung sowie den 3D-Explosionszeichnungen der Backenbrecherlöffel, aus denen Händler direkt die passenden Ersatzteile bestellen können.

Backenbrecherlöffel für jede Maschine

Dabei spielt es oftmals keine Rolle, welches Logo die Löffel ziert – viele namhafte Baumaschinenhersteller verkaufen die Backenbrecherlöffel von MB aus Italien unter ihrem Namen. Nahe Venedig hat MB sich eine neue Zentrale geschaffen, in der Entwicklung, Produktion und Vertrieb unter ein Dach geschlüpft sind.

Die Erfinder des Backenbrecherlöffels dominieren auch heute noch den internationalen Markt. In der Zwischenzeit haben sie ihr Portfolio nach oben- und unten abgerundet und verdichtet. So können nun nicht mehr nur Bagger, sondern auch Kompaktlader, Baggerlader und Minibagger mit den kleinen Brech- und Sieblöffeln arbeiten.

Den passenden schwarz-gelben Backenbrecherlöffel gibt es heute für jede Baggerklasse zwischen vier und 70 Tonnen. Just 2015 wurde das Portfolio erweitert um einen Brechlöffel für 43-Tonnen Bagger mit einer maximalen Leistung von 75 Kubikmetern pro Stunde und ein Modell für 18,5-Tonnen Bagger, das stündlich 34 Kubikmeter Material verschlingen kann.

Mehr als nur Abbruch

Die Backenbrecherlöffel können bei vielen Tiefbauarbeiten behilflich sein. Im Abbruch beispielsweise kann so der Bagger direkt aus Bauschutt neues, wiederverwertbares Material machen. Mobile Brechanlagen bzw. der Transport des Materials zur Brechanlage entfallen. Hier erweist sich optionales Zubehör wie der Magnetabscheider zur Trennung von Beton und Stahl sowie das Befeuchtungssystem zur Staubreduzierung als nützlich.

Im Straßenbau kann die frisch zerkleinerte alte Straße häufig sofort wieder als Unterbau oder beim Füllen von Gräben, beispielsweise beim Bau der Entwässerung, eingesetzt werden.
Die Paradedisziplin der kleinen und mittelgroßen Brech- und Sieblöffel sind innerstädtische Baustellen, wo kein Platz ist für mobile Brech- und Siebanlagen. Immer häufiger machen öffentliche Vergabestellen Vorgaben zum Baustellenverkehr, der auf ein absolutes Minimum zu reduzieren ist. Außerdem kostet der Transport von Material zwischen Baustelle, Sieb- und Brechanlagen sowie den vielfach weit entfernten Deponien Zeit und Geld, die mit einem Anbau-Backenbrecherlöffel gespart werden können.

Steigende Deponiekosten

Hinzu kommt, dass in jüngster Zeit die Deponierungskosten für Aushub und Bauschutt gestiegen sind. Es wird immer teurer, den Abfall einer Tiefbaubaustelle zu entsorgen bzw. wiederaufbereiten zu lassen. Aushub aus innerstädtischen Baustellen soll in Zukunft sogar regulär als belastet eingestuft werden, sodass weitere Kostensteigerungen zu erwarten sind. Insofern macht es nicht nur ökologisch, sondern auch immer mehr ökonomisch Sinn, das gleiche Material wieder zur Verfüllung zu verwenden.

Für die Zukunft kündigt MB weitere Neuheiten an, die die Italiener aber noch bis zur Bauma geheim halten, sagt Azzolin verheißungsvoll. Spätestens im Frühjahr könnte die Stunde der Anbau-Backenbrecherlöffel endgültig geschlagen haben.