Berliner Großprojekt macht Überläufe seltener

BERLIN, 16.11.2015 – Die Berliner Wasserbetriebe machen ihre Abwasserkanäle zu Regenspeichern und können so im Einzugsgebiet rund um die Friedrichshainer Rudolfstraße künftig 4.900 Kubikmeter Abwasser (so viel passt in zwei Olympische Schwimmbecken) zusätzlich zurückhalten. Bei starken Wolkenbrüchen wird so ein Überlauf in die Spree verhindert.

Regenüberlaufkanal
Der Regenüberlaufkanal: Er wird künftig nur noch selten gebraucht, wenn das neu geschaffene Stauvolumen ausgeschöpft sein sollte. 
 

Die Speichermenge wird durch mehrere Neu- und Umbauten rund um das Pumpwerk ermöglicht. Mit der Fertigstellung eines selbst für Berliner Verhältnisse riesigen neuen Regenüberlaufbauwerks in Form einer automatischen Kippschwelle in der Rudolfstraße sind die rund zweijährigen Arbeiten dafür jetzt abgeschlossen.
Ziel der Arbeiten ist es, dass auch bei starkem Regen nur so viel Abwasser beim Pumpwerk und später in den Klärwerken ankommt, wie dort auch weiter gefördert und gereinigt werden kann. Deshalb wird auch der Zufluss zum Pumpwerk durch zwei Drosselbauwerke in der Warschauer und in der Rudolfstraße auf die maximale Pumpwerksleistung begrenzt. Bei Regen kann das dem Pumpwerk zufließende Abwasser aus dem Gebiet zwischen Frankfurter Allee und Revaler Straße eingestaut werden. Erst wenn die maximale neue Pegelhöhe überschritten werden sollte – was angesichts des neuen Stauraums viel seltener als bisher geschehen wird –, kann mit Regen verdünntes Abwasser über die Kippschwelle in den Überlauf Richtung Oberbaumbrücke fließen.
automatische Kippschwelle
Kippen der Schwelle nach Überschreiten der maximalen neuen Pegelhöhe | Fotos: Berliner Wasserbetriebe/Simanzik

Zusätzlich heben die Wasserbetriebe im Bereich des Osthafens südlich des Pumpwerks vorhandene Regenüberlaufschwellen in Kanälen an, so dass hier weitere 700 Kubikmeter zur Zwischenspeicherung von Mischwasser verfügbar sind.

Das neue Regenüberlaufbauwerk einschließlich der Drossel ist stattliche 35 Meter lang, 10 Meter breit, 5,50 Meter hoch und wegen des nicht tragfähigen Baugrundes 10 Meter tief gegründet. Inklusive der Erneuerung einiger Kanalabschnitte im Umfeld wurden rund 5,7 Mio. Euro in dieses Vorhaben zur Verbesserung der Spreewasser-Qualität investiert. bi

Besichtigung im Regenüberlaufbauwerk
Erst wenn bei starkem Regen der neu geschaffene Stauraum ausgeschöpft ist und der Pegel in den Kanälen das Niveau der neuen Mauer (links im Bild) übersteigt, kippt die Schwelle auf der Mauerkrone. In diesen seltenen Fällen läuft dann noch verdünntes Abwasser durch den Überlaufkanal zur Spree.