Trends bei der Forsttechnik

HANNOVER, 27.11.2015 – Auf dem Gebiet der Forst- und Kommunaltechnik gab es in der letzten Zeit zahlreiche Innovationen. Einige der faszinierenden Highlights, welche die Arbeit im Wald sicherer, effektiver und bequemer gestalten können waren auf der Agritechnica in Hannover zu sehen.

Pm Trac 2380 4f mit Rückeanhänger
Der Pm Trac 2380 4f, hier mit Rückeanhänger in Forst, kann in wenigen Minuten vom Forst- zum Kommunaltraktor umgerüstet werden. | Foto: Pflanzelt

Trotz anhaltend reger Nachfrage am Holzmarkt und hoher Holzpreise blickt die Forstmaschinenindustrie mit Sorgenfalten auf die nächsten Jahre. Der Verdrängungswettbewerb unter den Forstunternehmern und der Abbau von Überkapazitäten aus den „Windwurf-Boomjahren“ halten nach wie vor an und belasten weiterhin den Neumaschinenabsatz im Bereich professioneller Holzernte- und Rücketechnik. So zumindest sehen das Dr. Reiner Hofmann und Erik Ochmann, vom Fachgebiet Forstwirtschaft der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Frankfurt am Main, dem Veranstalter der weltweit größten Landwirtschaftsmesse Agritechnica in Hannover.

Große Maschinen im Wald unerwünscht

Der Entwicklungsfreude der Hersteller tun diese durchwachsenen Aussichten allerdings keinen Abbruch, wie die zahlreichen Neuheiten auf der weltweit größten Landwirtschaftsmesse in Hannover zeigen. In allen Bereichen präsentieren innovative Unternehmen verbesserte und neue Produkte, um ihre Position am Markt zu halten oder auszubauen. Dabei stehen Ressourcenschonung, Energieeffizienz, Ergonomie und zusätzliche Wertschöpfungsmöglichkeiten im Fokus. Weltweit betrachtet zielen bei den Großmaschinen alle Hersteller auf Entwicklungen zur Steigerung der Leistung. Größere Maschinen und die Entlastung des Fahrers durch zunehmende Automation anspruchsvoller, zeitkritischer Bedienprozesse stehen dabei im Mittelpunkt eines konsequenten, stetigen Optimierungsprozesses. Im mitteleuropäischen Raum ist dieser Trend dagegen nicht ganz so deutlich zu beobachten. Großtechnik wird hier generell kritischer hinterfragt, und insbesondere in Deutschland sind noch größere Maschinen im Wald nicht gewünscht.

Spezial- und Nischenlösungen für Deutschland

Bestehende waldbauliche und ökologische Restriktionen sowie eine oft sehr differenzierte Aushaltung zahlreicher unterschiedlicher Sortimente verhindern in unseren vergleichsweise kleinflächig bewirtschafteten Beständen die umfassende Nutzung des steigenden Leistungspotenzials der innovativen Großtechnik.
Vor diesem Hintergrund sind in Deutschland insbesondere auf diese Bedingungen abgestimmte Spezial- und Nischenlösungen von Interesse. So ist beispielsweise auf dem insgesamt stagnierenden deutschen Markt die Nachfrage nach Holzernte- und Rückemaschinen mit zusätzlichen Traktionswinden für den bodenschonenden Einsatz am Hang tendenziell weiter steigend. Besonders interessant ist vor dem Hintergrund der kleinflächigen Bewirtschaftung deutscher Waldbestände auch die Neuvorstellung der dritten Generation des Pfanzelt Pm Trac 2380 4f der Fa. Pfanzelt (FA 08). Dieser multifunktional einsetzbare Schlepper kann von einer Person in wenigen Minuten vom professionellen Forstschlepper mit Kran und Winde zum kommunal einsetzbaren Geräteträger flexibel umgerüstet werden und eröffnet dem Unternehmer durch diese große Einsatzbreite sehr gute Auslastungschancen.

Test an einer Schnittschutzhose von Stihl
Auch die neuesten Entwicklungen in Sachen Schnittschutzkleidung werden ein Thema auf der Agritechnica sein. | Foto: Stihl

Innovationen beim Arbeitsschutz

Bei der Schnittschutzkleidung - von preiswerten Ausführungen bis hin zu hochwertigen, modischen Modellen für den anspruchsvollen Profi – geht die Entwicklung konsequent weiter in Richtung zu noch mehr Sicherheit und noch mehr Tragekomfort. Erste Hersteller präsentieren bereits Schnittschutzhosen, die nicht nur dem zur Zulassung geforderten 45 Grad Schnitt sondern über die vorgeschriebenen Normen hinaus auch 90 Grad und 180 Grad Quer- und Längsschnitten standhalten, die hinsichtlich des erforderlichen Fadenzuges wesentlich kritischer sind. Interessante Einblicke in die Fortschritte bei der Messtechnik gibt hierzu die Fachhochschule Rottenburg in Halle 26. So kann inzwischen auf deren Prüfstand die Laufgeschwindigkeit der Kette beim Zurückfedern am tiefsten Punkt des Schnittes exakt erfasst werden. Diese Kenngröße liefert z.B. bei zugelassenen Hosen, deren Futterstoff beim Normschnitt durchtrennt wird, differenziertere Rückschlüsse auf deren weitere Funktionsgrenzen und Sicherheitsreserven. bi