Flüchtlinge: Handeln statt reden

WITTEN, 2.12.2015 – Für die Integration von Flüchtlingen oder förderungsbedürftigen jungen Einheimischen in den deutschen Arbeitsmarkt sind besondere Anstrengungen nötig. Der nordrhein-westfälische GaLaBau- und Gartenbau-Verband hat seine persönliche Lösung gefunden.

Diskussion über die Integration von Flüchtlingen im GaLaBau
Der Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (3.v.r.) hat den Schirm der Landschaftsgärtner aufgespannt – als Symbol dafür, dass unter ihm auch Flüchtlinge Platz finden.

Der Strom der Flüchtlinge nach Deutschland reißt nicht ab – sie suchen hierzulande Perspektiven für ein Leben und Arbeiten in Frieden. Zugleich gibt es junge Einheimische mit besonderem Förderungsbedarf, die ebenfalls auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen. Im heimischen Garten- und Landschaftsbau wie auch im Gartenbau wird daraus kein Problem herbeigeredet – Chancen auf ein zufriedenstellendes Berufsleben werden allen ernsthaften Bewerbern geboten. Dies betonten der westfälisch-lippische Gartenbau-Präsident Helmut Rüskamp und Christoph Lau, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, gegenüber dem Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker.

Meinungsaustausch

Die Vertreter der beiden Fachverbände trafen sich mit dem Bundestagsabgeordneten zu einem Meinungsaustausch bei der Firma Theilmeier Garten- und Landschaftsbau in Everswinkel. Der Ausbildungsbetrieb mit mehr als 50 Mitarbeitern zählt jährlich bis zu 16 Schulabsolventen, die Landschaftsgärtner oder Kaufmann werden wollen. Zugleich gibt es eine Integrationsabteilung für Arbeitnehmer mit Handicaps, in der zurzeit fünf Mitarbeiter auf fachlich anspruchsvollem Niveau beschäftigt sind. Für den Bundestagsabgeordneten bot das Fachunternehmen somit eine gute Gelegenheit Informationen aus der Praxis zu erhalten.
Und die gab es von dem Unternehmer-Ehepaar Gabi und Edgar Theilmeier sach- sowie fachbezogenen und immer „ungeschminkt“. So fürchtet Gabi Theilmeier, dass das geplante Teilhabegesetz für Menschen mit Handicaps eher ein Bürokratiemonster mit noch mehr Antragsformularen wird als eine Hilfe für Unternehmen, die die Inklusion voranbringen wollen. Sie stellte schon jetzt ein Ausmaß an Bürokratie fest, für die finanzielle Ressourcen für verwaltungstechnische Abläufe verbraucht werden, statt in die Förderung praktischer Integrationsbemühungen zu fließen. Aus ihrer Sicht werden einerseits von der Politik mehr Mittel für die Inklusion versprochen, andererseits werden die Fördergelder dafür von Seiten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe im nächsten Jahr auslaufen.

Integration von Flüchtlingen

Für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sehen die Vertreter der Verbände gute Möglichkeiten. Wie Edgar Theilmeier deutlich machte, liegt insbesondere für den Garten- und Landschaftsbau in Nordrhein-Westfalen darin eine Chance, dem spürbarer werdenden Fachkräftemangel vorzubeugen. Ohnehin gab es auf Initiative des GaLaBau-Verbandes in den vergangenen Jahren schon mehrere Projekte, für freie Ausbildungsplätze beispielsweise Bewerber in Osteuropa oder Spanien zu finden. Neben Christoph Lau hält es auch Helmut Rüskamp für sinnvoll, für Asylsuchende mit sicherer Anerkennungsprognose die momentan geltende Wartefrist von 15 Monaten deutlich zu reduzieren. Und Edgar Theilmeier ist sich sicher, dass Flüchtlinge am schnellsten integriert werden können, solange sich ihre große Motivation nicht durch lange Wartezeiten auf Abstellgleisen verflüchtigt hat. bi