"Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen"

DIETENHOFEN, 7.12.2015 – Ein guter GaLaBauer muss sich nicht nur mit Gartengestaltung auskennen und ein gutes Händchen für Pflanzen haben. Um den Beruf erfolgreich ausführen zu können gehört weitaus mehr dazu, wie unser Autor, Ausbilder an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, am Beispiel von Martin Eichner ausführt.

GaLaBau-Meister Martin Eichner
Martin Eichner hat zusammen mit seiner Frau Martina einen schmucken GaLaBau-Betrieb aufgebaut.

Von Hans Beischl, Veitshöchheim

Der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses GaLaBau Bayern Nord, Martin Eichner, hat vor genau 25 Jahren die Schulbank an der Meister- und Technikerschule in Veitshöchheim gedrückt. Als sein Lehrer durfte ich ihn ein Stück seines Weges begleiten. Da sein Wunsch von jeher die Selbständigkeit war, arbeitete er sich zusammen mit seiner Ehefrau Martina – ebenfalls GaLaBau-Meisterin- zum GaLaBau-Unternehmer empor. In Dietenhofen, einem Marktflecken im mittelfränkischen Land, ca. 20 Fahrminuten vor den Toren der Stadt Fürth gelegen, hat er vor fünf Jahren ein 1.400 m² großes Grundstück erworben. Die geforderte Eingrünung seines Grundstücks wurde mit Sachverstand und Geschmack gelöst. Alle Nachbarn können erkennen, dass hier ein Landschaftsgärtner tätig ist. Während diese hochwertigste deutsche Technologie, wie Sanitär- und Heizungsanlagen, oder das weltweite begehrte Playmobil anbieten, betont Martin Eichner die Vielseitigkeit seiner Freiraumideen.

Rückzugsräume für die Kunden

Die Menschen brauchen grüne Rückzugsräume, schmucke Gärten, um sich in ihrer Freizeit zu erholen und für neue Einsätze Kraft zu schöpfen. Meistens verlieben sich seine Kunden ins Grün und bekommen so auch einen besseren Draht zur Natur.
Im Gespräch kommen wir immer wieder auf den Spannungsbogen Meisterschule und Praxis. Die Martin Eichner Fachfirma wird als Einzelunternehmen geführt und verfügt nun über ein vorteilhaft zugeschnittenes Grundstück, eine moderne Betriebshalle und alles Weitere, was ein gut aufgestellter GaLaBau-Betrieb braucht. Ganz stolz ist Eichner als Arbeitgeber auf seine zehn motivierten Mitarbeiter/innen, die er z.T. selber ausgebildet hat. Bei Bedarf kann er hier auf dem Gelände Kunden begrüßen und aufzeigen, was seine Fachfirma, sein Arbeitsstil und sein Geschmack hervorbringen. Man merkt sofort, dass ein Landschaftsgärtner mit Erfahrung und mit Vorliebe zur Pflanzenverwendung tätig ist.

Grundstück von Martin Eichner
Das Grundstück in Dietenhofen ist
vorbildlich eingegrünt. Hier zeigen
sich seine handwerklichen und
gärtnerischen Fähigkeiten.

Entscheidungsfreude bringt Vorteile

Viele Kunden sind unentschlossen und daher dankbar für jeden fachkundigen, ehrlichen Rat. Noch nie sahen sich die Gartenbesitzer einer so großen Formen- und Farbenvielfalt gegenüber. Drastisch zeigt sich das in dem Material-Mix, den man vorfindet. Die Auswahl an Baustoffen und die vielfältigsten Gestaltungswünsche verunsichern oft den Verbraucher. Wer dann als Landschaftsgärtner noch mit der „Holzhammermethode“ anrückt, der ist als Gestalter zum Scheitern verurteilt. Behutsam muss man bei Entscheidungen vorgehen. Es gibt ein paar Tricks, wie man die subtilen Einflüsse von außen erkennen – und ignorieren kann. Warum zu viel Auswahl unglücklich macht, ist nicht eindeutig geklärt. Martin Eichner geht daher auf jeden Kundenwunsch ein, wägt Alternativen ab und berät mit seiner Erfahrung.
Dann geht er zielstrebig auf eine Entscheidung zu. Indem er seine Kunden auch später noch aufsucht, erfährt er, ob sein Rat richtig war und ob die Kunden mit der Lösung zufrieden sind.

An seiner Aufgabe wachsen

Wenn die Begeisterung für den Beruf vorhanden ist, dann wachse man förmlich darin. Dabei darf man sich nicht von der Komplexität einschüchtern lassen. „Als 25 Jähriger hatte ich auch nicht das Wissen von heute“, so Unternehmer Eichner. „Seit Beginn der Selbständigkeit vor 17 Jahren habe ich immer wieder mit meinen Mitarbeitern dazu gelernt. Es gibt dabei kaum eine Arbeit, die wir noch nicht durchgeführt haben“. Am Beispiel seines neuen Betriebsstandortes zeigt er – nur vom Verfasser registriert – zig kleine Praxisbeispiele (von der Bepflanzung bis zum Materialeinsatz) auf, wie vielseitig der Landschaftsgärtner sein muss. Bei dem Gespräch gehen wir auch auf die Standardfragen bei der Betriebsbeurteilung (Meisterprüfung) ein und kommen auf seine Marketingstrategie im Gewerbegebiet Dietenhofen zurück. Er meint dazu: „Ich mache mir möglichst viele Gedanken, wäge Für und Wider ab, rechne hin und her und entscheide so schnell wie möglich“.

GaLaBau-Meister Martin Eichner bei der Arbeit
Mit seinem ruhigen Führungsstil hatte er bisher guten Erfolg. | Fotos: H. Beischl

Zum Autor

Dipl.-Ing. Hans Beischl ist Sachgebietsleiter Landschaftspflege, -entwicklung an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gatenbau in Veitshöchheim