Bosch: Überall emissionsfrei und leise pflegen

HEIDEHOF, 11.12.2015 – Konsequent baut Bosch sein Sortiment an Profiakkugeräten aus. Neben drei neuen Heckenscheren und einem Laubbläser werden ein stärkerer Akku sowie eine mobile Steckdose auf den Markt gebracht. Die Leistungsdaten überzeugen, doch hat Bosch für den Praxiseinsatz auch an alles gedacht?

Von Erwin Bauer, Heideck

die neue mobile Steckdose von Bosch erlaubt autarkes Arbeiten mit Akkugeräten
Autark, auch ohne Netzanschluss: Mit der neuen mobilen Steckdose kann der Profi überall durchgehend mit den Akkugeräten arbeiten. | Foto: Bosch

Der Akkumarkt boomt weiterhin. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen allein mit Gartenwerkzeugen für Hobbyanwender einen Umsatz von 277 Millionen Euro, was einem Wachstum von zehn Prozent in lokaler Währung entspricht. Seit Anfang 2015 ist das Unternehmen mit Akku-Rasenmähern und Akku-Freischneidern aus der blauen Gerätelinie nun auch im Segment der professionellen Garten- und Landschaftspflege mit einer großen Dynamik unterwegs. Hier kommt die langjährige Erfahrung mit den Energiespeichern der millionenfach verkauften Gartengeräte für private Anwender zum Tragen. Bereits jedes dritte verkaufte Elektrowerkzeug von Bosch - ob für Profis oder Heimwerker - besitzt kein Kabel mehr. Die Kernkompetenz von Bosch Power Tools liegt dabei in der Akkutechnologie. So ist der für die Profigeräte angebotene 36 Volt-Akku mit 6,0 Amperestunden beispielsweise durch die einzigartige Versiegelung seiner Lithium-Ionen-Zellen und seine spezielle Abdichtungsgeometrie gegen Sprühwasser gemäß IP X4 geschützt. Das ist ein echtes Novum für die Branche der akkubetriebenen Gartengeräte und gibt dem gewerblichen Anwender Sicherheit in der tagtäglichen Praxis, die vor Regenschauern nicht gefeit ist.

Akku mit 50 Prozent mehr Kapazität

Wie auf der Pressekonferenz Gartengeräte im Bosch-Heidehof in Stuttgart am 10. September zu erfahren war, wird das Unternehmen in Sachen Akkukapazität für seine blaue Gartengerätelinie demnächst nachlegen. Für die kommende Saison soll ein weiterer 9,0 Ah Akku mit 36 Volt für die Profigartengeräte verfügbar sein. Es ist damit der bislang stärkste Einschiebeakku auf dem Weltmarkt. Der Lithium-Ionen-Speicher hat eine Kapazität von 324 Wattstunden. Er entspricht in Größe und Gewicht exakt dem bisherigen Modell, weist aber aufgrund der höheren Energiedichte seiner Zellen eine um 50 Prozent längere Laufzeit auf. Das kommt dem professionellen Anwender besonders bei starken Verbrauchern wie Heckenschere oder Laubbläser sehr entgegen. Und genau diese Gerätegattungen sollen ebenfalls ab Februar 2016 bei Bosch verfügbar sein. Neu ist ebenfalls ein gepolsterter Hüftgürtel, in dem der Akku auch separat vom eigentlichen Gerät mitgeführt werden kann. In die handgeführten Geräte muss dazu in den Batterieschacht nur ein leichter Adapter eingeschoben werden, der mit einem flexiblen Kabel mit dem Gürtelakku verbunden ist. Das entlastet den Anwender bei der Arbeit und stellt eine Verbesserung gegenüber dem immerhin 2,3 kg schweren Einschiebeakku im Gerät dar - vor allem im Dauereinsatz professioneller Anwender.

die neuen Akkugeräte von Bosch sind spritzwassergeschützt
Wichtiges Argument für Grünpflegeprofis: Sämtliche Akkugeräte, Batterien und Ladestationen sind IP-X4 zertifiziert und damit vor Spritzwasser geschützt. | Foto: Bosch

Erste mobile Steckdose weltweit

Die Profi-Gartengeräte für GaLaBauer und Grünflächenpfleger sind so konzipiert, dass die Wechsel-Akkus während der Arbeitsphasen in derselben Zeit mit Schnellladegeräten wieder aufgeladen werden können. Auf diese Weise kann ein kontinuierlicher Arbeitsfluss gewährleistet werden. Doch was passiert, wenn sich einmal keine Steckdose in der Nähe des Einsatzortes findet? Die Lösung dafür wurde im Heidehof Stuttgart, der Keimzelle des Unternehmens, mit der weltweit ersten mobilen Steckdose präsentiert. Der wetterfest zertifizierte Lithium-Eisenphosphat-Speicher GEN 230 V-1500 Professional hat eine maximale Kapazität von 1.650 Wattstunden und hält konstant eine Leistung von 1.500 Watt bereit. Die neue Speichereinheit wiegt immerhin 42 kg und wird auch in einer Version auf Rädern zum besseren Handling angeboten. Mit der gespeicherten Energie und dem Schnellladegerät kann etwa der neue 9,0 Ah-Akku bis zu vier Mal aufgeladen werden. Der Clou: Auf einem übersichtlichen LCD-Display, das auch bei Sonneneinstrahlung noch gut sichtbar ist, wird beim Einstecken des jeweiligen Gerätes angezeigt, wie lange es noch mit Strom versorgt werden kann. So wird die Einsatzplanung von Akku- und Netzgeräten vor Ort vereinfacht. Die mobile Steckdose kann in 3,5 Stunden aufgeladen werden. Sie soll ab Februar für 2.349 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erhältlich sein.

Drei neue Akku-Profiheckenscheren

Künftig sind bei Bosch Akku-Heckenscheren für die gewerbliche Garten- und Landschaftspflege in drei Versionen erhältlich. Für den Rückschnitt sind die GHE 60 R und 70 R Professional ausgelegt. Das Modell GHE 60 T Professional ist für den Fein- und Formschnitt geeignet. Ihre Vibrationswerte liegen unter 2,5 m/s2 . Das heißt, dass Profis ohne zeitliche Begrenzung damit arbeiten können. Mit 96 Dezibel sind die Akku-Heckenscheren nur etwa halb so laut wie vergleichbare Benzingeräte. Die Scheren arbeiten unter Last konstant mit 3.000 Hüben pro Minute und haben Schwertlängen von 60 bzw. 70 cm. Die Messer aus Hartstahl sind beidseitig geschliffen. Ihr Drehgriff kann in drei Positionen verstellt werden, um z.B. eine Hecke vertikal bequem schneiden zu können. Auf der Pressekonferenz konnten die Prototypen der neuen Heckenscheren ausprobiert werden. Sie schneiden kraftvoll und liegen gut in der Hand. Allerdings könnten sie eine kleine Gewichtsreduzierung noch vertragen. Dies soll bis zur Markteinführung auch geschehen, wie die Entwickler vor Ort versicherten.

Bi-GaLaBau-Redakteur Erwin Bauer testet die neuen Akkuheckenscheren von Bosch
Erwin Bauer auf dem Testparcours im
Heidehof : "Die neue Akku-
Heckenschere schneidet kraftvoll und
präzise, könnte aber noch einen Tick
leichter sein."| Foto: M. Allen

Blasgerät mit automatischem Einstellwinkel

Das neue Akku-Blasgerät GBL 860 Professional wurde ebenfalls auf der Pressekonferenz vorgestellt. Es liegt mit seinen 2,4 kg, wenn der Akku im dazugehörigen Hüftgürtel getragen wird, gut ausbalanciert in der Hand. Mit 92 Dezibel ist es nur etwa halb so laut wie vergleichbare Benzingeräte und kann auch in lärmsensiblen Bereichen eingesetzt werden. Die Blaskraft lässt sich stufenlos regeln, in der Boost-Funktion erreicht das Gerät laut Herstellerangaben 17 Newton an Schubkraft. Das bedeutet, dass es 1,7 kg theoretisch eine Stunde lang einen Meter in der Luft halten kann. Damit ist das GBL 860 eines der leistungsstärksten Akku-Blasgeräte auf dem Markt.