Baukonjunktur: Umsatz- und Orderplus in allen Sparten

BERLIN, 26.11.2015 - Für das Bauhauptgewerbe ist der Start in den Herbst gelungen: Umsatz und Auftragseingang legten im September zu, und das in allen Bausparten. Damit hat die Bauwirtschaft endlich die empfindlichen Verluste vom Jahresanfang aufgeholt.

Auftragseingang September 2015

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie meldet einen Anstieg des Umsatzes im September von nominal 2,4 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat. Für den Zeitraum von Januar bis September liegt der Umsatz nun um 0,5 % über dem Niveau des Vorjahres.
Auch die Aussichten für das Schlussquartal seien angesichts der hohen Auftragsbestände und des weiter zulegenden Auftragseingangs ausgesprochen positiv, so der Verband. Für September meldeten die Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat ein deutliches Orderplus von 10,2 %. Auch im Vergleich zum Vormonat stiegen die Aufträge um 7,2 % (arbeitstäglich-, saison- und preisbereinigt). In den ersten drei Quartalen liegt der Auftragseingang nun um nominal 2,2 % über dem Niveau des  Vorjahreszeitraums. Entsprechend optimistisch sind die Bauunternehmen für die Zukunft: Laut ifo-Konjunkturtest erwarten 72 % der Befragten für die kommenden sechs Monate eine bessere bzw. gleichbleibende Geschäftslage, sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Große Nachfrage nach Wohnraum

Die positive Entwicklung im September betrifft alle Bausparten: Die deutlichsten Zuwächse werden aber weiterhin im Wohnungsbau erzielt – die Baubetriebe meldeten ein Umsatzplus von nominal 4,5 %. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis September liegen die Umsätze um 6,3 % über dem Vorjahresniveau. Die Nachfrage nach Wohnraum scheint ungebrochen: Die Auftragseingänge zogen im September um 35,8 % an, für die ersten drei Quartale ergibt sich ein Orderplus von 14,2 %. Auch die Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Wohngebäuden legten um 3,9 % zu (Sep.: + 14,3 %). Dabei wurde für die Mehrfamilienhäuser – aufgrund des mittlerweile erreichten hohen Niveaus – ein geringeres Wachstum ausgewiesen (+ 2,9 %) als für die Ein- und Zweifamilienhäuser (+ 4,9 %).

Umsatz im September 2015

Straßenbau legt wieder zu

Ausgesprochen gut abgeschnitten hat auch der öffentliche Bau: Die Gebietskörperschaften haben im September – dank steigender Steuereinnahmen – offene Rechnungen beglichen (Umsatz: + 1,5 %). Aufgrund der verhaltenen Entwicklung in den Vormonaten wurde für die ersten drei Quartale aber noch ein Umsatzrückgang ausgewiesen (- 1,7 %).
Für die Zukunft ist der Hauptverband jedoch optimistisch: Die Bauunternehmen meldeten einen Anstieg des Auftragseingangs von 3,5 % (Jan.-Sep.: + 1,1 %). Insbesondere der Straßenbau legte endlich wieder zu: Die Baubetriebe meldeten ein Orderplus von 7,9 % (Jan.-Sep.: + 1,4 %). Aber auch für den öffentlichen Hochbau wurden Zuwächse ausgewiesen: Die Aufträge lagen um 7,3 %, die Neubaugenehmigungen (veranschlagte Baukosten) sogar um 28,3 % über Vorjahresniveau (Jan.-Sep.: + 4,7 % bzw. + 7,6 %). Lediglich der sonstige Tiefbau, hierzu zählt u.a. Kanal- und Brückenbau, kommt nicht vom Fleck: Im September wurde abermals ein Orderrückgang ausgewiesen (- 4,1 %, Jan.-Sep.: - 1,2 %).  

Mehr Genehmigungen im Wirtschaftsbau

Die Indikatoren im Wirtschaftsbau haben sich im September unerwartet verbessert: Die Bauunternehmen meldeten sowohl ein Umsatz- als auch ein Orderplus (+ 2,3 % bzw. + 4,0 %). Aufgrund der wechselhaften Entwicklung der vergangenen Monate sind beide Indikatoren in den ersten drei Quartalen allerdings noch im Minus (- 0,6 % bzw. - 2,3 %). Auch die Neubaugenehmigungen von Wirtschaftsgebäuden lagen in diesem Zeitraum noch unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes (- 1,2 %). Im September zogen die Genehmigungen aber wieder deutlich an (+ 20,3 %), besonders stark haben die Handels- und Lagergebäude zugelegt (+ 75,7 %). bi

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