Wertungskriterien müssen vor Angebotsabgabe bekannt sein!

HALLE, 07.12.2015 - Sollen bei Ausschreibungen unterhalb der Schwellenwerte weitere Zuschlagskriterien als der Preis gelten, müssen diese für die Bieter aus den Vergabeunterlagen ersichtlich sein, so die Vergabekammer Sachsen-Anhalt.

Die Vergabekammer Sachsen-Anhalt hat in ihrem Beschluss vom 28.09.2015 (Az: 3 VK LSA 64/15 Halle) folgendes entschieden:

Sollen unterhalb der Schwellenwerte weitere Zuschlagkriterien als der Preis gelten, müssen diese Angaben aus den Vergabeunterlagen für die Bieter für ihre Entscheidung zur Teilnahme am Vergabeverfahren oder zur Angebotsabgabe ersichtlich sein. Auch die Gewichtung der Zuschlagkriterien ist aufzuführen. Allen Bietern muss vor Abgabe ihrer Angebote klar sein, worauf es dem Auftraggeber beim ausgeschriebenen Auftrag in erster Linie ankommt. Ohne vor Angebotsabgabe die Zuschlagskriterien festzulegen, kann eine transparente Angebotswertung und Wahrung der Chancengleichheit gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 VOB/A nicht erfolgen. Das Erfordernis der Bekanntgabe von Wertungskriterien besteht auch, wenn es sich um eine funktionale Ausschreibung handelt.

Den Beschluss der Vergabekammer Sachsen-Anhalt finden Sie hier.

(Quelle: Rudolf Weyand, www.oeffentliche-auftraege.de)

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