Zertifikate bei der Beschaffung von Holzprodukten durch Bundesbehörden

BERLIN, 16.12.2015 - Zum "Gemeinsamen Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten" vom 22. Dezember 2010 gilt seit 10. Dezember 2015 eine begleitende Auslegung. Danach werden Aufträge, die die Beschaffung von Holzprodukten umfassen, nur noch an Unternehmen mit CoC-Zertifizierung vergeben.

Am 17. Januar 2011 wurde im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl.) der damaligen Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Mittelstand, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV), für Umwelt (BMU) und für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) der "Gemeinsame Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten" vom 22. Dezember 2010 mit begleitender Erklärung veröffentlicht. Hierzu wurde ein Rundschreiben herausgeben. Danach müssen sich die Bundesministerien bei ihren Beschaffungen bis heute richten.

Nach dem Erlass müssen Holzprodukte, die durch den Bund beschafft werden, aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Der Nachweis ist zu führen durch Vorlage eines Zertifikats von FSC, PEFC, vergleichbaren Zertifikaten oder mittels Einzelnachweis.

Seit 10. Dezember 2015 gilt zu dem Erlass eine begleitende Auslegung mit folgendem wichtigsten Inhalt für Unternehmen:

Ab dem 1. Juli 2016 werden Aufträge, die die Beschaffung von Holzprodukten zum Inhalt haben, nur noch an Unternehmen vergeben, die eine CoC-Zertifizierung (Chain of Custody = lückenlose Nachweiskette) vorweisen können.

Bereits ab dem 1. April 2016 werden in beschränkten Ausschreibungen und freihändigen Vergaben von den ausschreibenden Dienststellen nur solche Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert, die CoC-zertifiziert sind, soweit ein ausreichender Wettbewerb gewährleistet ist.

Ist für diese Leistungen die Weitergabe an einen Nachunternehmer vorgesehen, muss dieser das entsprechende CoC-Zertifikat vorweisen können.

Der Nachweis eines gleichwertigen Zertifikates und der Nachweis, dass die für das jeweilige Herkunftsland geltenden Kriterien des FSC oder PEFC einzeln erfüllt werden, bleiben zulässig. Dieser Nachweis gilt als erbracht, wenn eine entsprechende Prüfung vorgewiesen werden kann durch ◾das Thünen-Institut in Hamburg (TI) oder ◾das Bundesamt für Naturschutz in Bonn (BfN).

Hinweise bzgl. Kontakten und Beratung zu Zertifizierungen geben u.a. die Zertifizierungssysteme FSC und PEFC auf ihren Internetseiten.

Für kleine Betriebe gibt es die Möglichkeit der kostengünstigeren Gruppenzertifizierung. Hinweise über das Instrument der Gruppenzertifizierung sowie zu Kontakten und Beratung finden sich ebenfalls u.a. auf den Internetseiten der Zertifizierungssysteme FSC und PEFC.

Die Zertifizierungsstellen beraten Unternehmen auch über Fördermöglichkeiten, z.B. durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

(Quelle: HK24-Newsletter der Handelskammer Hamburg)

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