Elektro-Power auf Info-Tour

BONN, 30.12.2015 – Elektromobilität ist in und zumindest theoretisch gerne gesehen. Das von der Redaktion der bi-GaLaBau konzipierte C2tree eMobil auf Basis des Mega e-Workers wurde einem Kommunalunternehmen sowie zwei Bauhöfen präsentiert. Wie schlägt sich das umweltfreundlich motorisierte Gefährt unter den strengen Augen der Profis?

Von Erwin Bauer, Heideck

Das c2Tree emobil in Aktion
Der Mega e-Worker bei der Präsentation auf dem Betriebsgelände von bonnorange AöR. | Fotos: E.+S. Bauer

Das Konzept

Elektromobiliät genießt theoretisch einen hohen Stellenwert auch in der kommunalen Grünpflegepraxis. Schließlich sollten Städte und Gemeinden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, Treibhausgase, Lärm- und Schademissionen zu vermeiden. Besonders hohe Priorität hat die abgasfreie Technik in lärmsensiblen Bereichen wie Fußgängerzonen, Kurparks, Friedhöfen und Klinikbereichen. Allerdings müssen die Pflegekräfte vielfach noch vom Nutzen der Akkutechnik überzeugt werden. Die rasante Entwicklung der emissionsfreien Technologie wirft zudem immer neue Fragen hinsichtlich ihrer Einsatztauglichkeit in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen auf. So verwunderte es nicht, dass wir bei unserer ersten C2tree eMobil Tour, die wir zusammen mit dem Mega-Generalimporteur Iseki aus Meerbusch und dem Landmaschinenhändler Albert Schüttler (Husqvarna, Pellenc) aus der Grafschaft Leimersdorf organisierten, bei den aufgesuchten Kommunalvertretern auf offene Ohren stießen. Sie äußerten ihre Kritiken und gaben uns wichtige Hinweise in Sachen Praxistauglichkeit unseres markenübergreifenden Konzepts. Der Motorgerätehändler Friedbert Schüttler hatte sich um die Vorführung des Akkumobils bei seinen Kommunalkunden im Bonner Umfeld bereits auf der demopark 2015 in Eisenach-Kindel beworben. Nun konnte die eintägige Roadshow realisiert werden.

Das c2Tree emobil in einer Engstelle
Der Mega e-Worker passt mit einer Breite von 136 cm (ohne Rückspiegel) selbst durch dieses Nadelöhr im Kurpark Bad Neuenahr-Ahrweiler. | Foto: O. Sticht

C2tree eMobil Vorführung bei bonnorange

Die Info-Tour begann am Morgen des 12. Novembers 2015 bei dem Kommunalunternehmen im Lievelingsweg 110 der ehemaligen Bundeshauptstadt. Uwe Walbröl, der Fuhrparkbeauftragte bei bonnorange zeigte sich zusammen mit seinen Kollegen interessiert am wendigen Elektrofahrzeug und der Ausstattung mit von der Redaktion ausgewählten Akkugeräten, professionell verstaut in Sortimo-Ladungssicherungssystemen. Bei der Vorführung ging zunächst Peter Böhm vom Mega-Vertrieb bei Iseki auf die Besonderheiten des kompakten Elektrofahrzeugs ein. Je nach Radstand hat der Mega e-Worker eine Wendigkeit von 3 bis 4 Meter und kommt auch in engsten Situationen spielend zurecht. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt maximal 40 km/h. Dank der bis unten verglasten Türen hat der Fahrer stets eine gute Sicht nach allen Seiten. Drei Batteriepacks für unterschiedliche Reichweitenansprüche von 60 km bis 110 km sind für den e-Worker verfügbar. Dabei handelt es sich um in der Staplertechnik seit Langem bewährte Blei-Säure-Batterien. Die Akkus lassen sich über eine zentrale Steckdose außen am Fahrzeug gewöhnlich über Nacht in 8-12 Stunden komplett aufladen. Sie müssen lediglich nach jedem zweiten Ladevorgang mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden, was durch eine optische Anzeige signalisiert wird. Das Elektrofahrzeug mit einer Nutzlast von 600 bis 850 kg ist in zwei Radständen und zahlreichen Modellvarianten als Kasten, Pritsche, Van, Pick-up oder Hochkipper erhältlich.

Mit regenerativ erzeugtem Eigenstrom, wie hier beim städtischen Solar-Carport in der Grafschaft Ringen, könnten Pflegegeräte-Akkus als dezentrale Speichereinheiten fungieren. Foto: | F. Schüttler

Professionelle Ladungssicherung überzeugt

Anschließend ging ich als Initiator auf meine Motivation zur Realisierung des C2tree eMobil Konzeptes ein, das erstmals auf der demopark Freilandmesse 2015 dem Fachpublikum präsentiert wurde. Kerngedanke dabei ist, den professionellen Anwendern aus dem grünen Bereich die von unserer Redaktion getesteten und als Testsieger hervorgegangenen Akkugeräte in einem geeigneten Elektro-Fahrzeug zu präsentieren. Besonderes Augenmerk dabei liegt auf der fachgerechten Ladungssicherung, die in der Praxis oftmals nur halbherzig umgesetzt wird. Alle Lithium-Ionen-Batterien und Ladegeräte in dem Akkumobil sind in ausziehbaren L-Boxen der Marke Sortimo verstaut. Sie lassen sich einfach herausziehen und miteinander zu einem Turm koppeln. Der Fahrzeugeinrichter aus Zusmarshausen installierte im Inneren des Kofferaufbaus zusätzlich eine LED-Lichtleiste, die jederzeit einen Überblick über das mitgeführte Equipment verschafft.

Akkutechnik in der Kommune im Kommen

Insbesondere die professionelle Ladungssicherung beeindruckte die kommunalen Entscheider, die bereits mehrere Akku-Pflegegeräte im Einsatz haben. In der Pflegepraxis sei einerseits eine fachgerechte Ladungssicherung der Akkugeräte vonnöten, andererseits auch die schnelle Zugriffsmöglichkeit auf die Werkzeuge vor allem bei vielen aufeinander folgenden Einsätzen an unterschiedlichen Orten. Bei solchen Touren sei ein Akku im Gerät oder in einem Hüftgürtel gegenüber dem leistungsstarken Rückenakku zu bevorzugen, weil die Mitarbeiter in diesem Fall das häufige An- und Absetzen des Akkurucksacks als lästig empfänden. Bei längeren Pflegeeinsätzen am Stück sei der Rückenakku, insbesondere bei energieintensiven Arbeiten, allerdings nach wie vor die Technik der Wahl. An der Elektromobilität inklusive den batteriebetriebenen Profi-Pflegegeräten werde in der kommunalen Praxis künftig kein Weg mehr vorbei gehen, darüber waren sich die Entscheider einig. Wenn dann noch die Leistung den jeweiligen Anforderungen gerecht werde, gäbe es keinen Grund mehr, sich nicht für die umwelt- und bedienerfreundliche Technologie zu entscheiden. Dass markenübergreifende Vorführungen wie diese durch das C2tree eMobil hier Überzeugungsarbeit leisten können, war am Ende der Info-Tour allen Beteiligten klar.