Beratertag NRW 2015: reges Interesse für wichtige Themen

OBERHAUSEN, 06.01.2016 – Welche Auswirkungen hat der gesetzliche Mindestlohn auf meinen Betrieb? Wie gut muss ich mich als GaLaBauer mit dem Arbeitsrecht auskennen? Diese und viele weitere wichtige Fragen wurden auf dem Beratertag 2015 des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW behandelt.

Das Auditorium auf dem Beratertag 2015 in NRW
Nach der Veranstaltung bestätigten die teilnehmenden Unternehmer laut Verbandsbefragung, dass sich die neuen Erkenntnisse konkret im Betrieb umsetzen und anwenden ließen. | Foto: VGL-NRW

Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahme

Betriebswirtschaftliche und rechtliche Themen waren in kurzen, fachlich fundierten Impulsvorträgen von qualifizierten Referenten für die Hörerschaft aufbereitet.
Rechtsanwalt Stephan Eichner referierte über den Mindestlohn in der Praxis. Das Plenum stellte viele Fragen zu den Aufzeichnungspflichten, die Eichner kompetent und anschaulich beantwortete. Darüber hinaus wurde die Haftung des Auftraggebers thematisiert. Es folgte Meinholf Anhalt, SVLFG, welcher in seinem Vortrag nachdrücklich darauf hinwies, dass Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen in der Verantwortung des Unternehmers liegen. Er machte die Zuhörer darauf aufmerksam, dass insbesondere der Gesundheitsschutz ein Thema sei, das zukünftig den GaLaBau noch intensiver betreffen werde.

Arbeitsrecht

„Arbeitsrecht – teure Fehler vermeiden bei geringfügig entlohnter und kurzfristiger Beschäftigung“ hieß dann das Thema von Michael Klein vom Arbeitgeberverband WLAV in Münster. Der Referent stellte zuerst die häufigsten Fehlerquellen vor, die im Hinblick auf das Arbeitsrecht auf Unternehmensseite entstehen. Als Grundvoraussetzung nannte er die Unterzeichnung eines schriftlichen Arbeitsvertrages. Er wies wiederholt darauf hin, dass für Minijobber und kurzfristig Beschäftigte grundsätzlich die gleichen Rechte wie für Vollzeitbeschäftigte gelten. Dies äußere sich z.B. hinsichtlich des Urlaubsanspruches oder des Kündigungsschutzes.
Einen Überblick über die Rechtsformen gaben anschließend Alexander Neumann, Beckmann Unternehmensentwicklung GmbH, und Sebastian Booke, Rechtsanwaltskanzlei Schwedtmann. Sie erläuterten, dass immer betrieblich individuell entschieden werden müsse, welche Rechtsform für einen GaLaBau-Betrieb geeignet ist.

Steuerfragen

Was muss ich meinen Steuerberater fragen? Hierauf wusste Martin Hartmann, Hartmann Betriebsberatung aus Schwerte, die Antworten. Er verstand es den Zuhörern den richtigen Umgang mit dem Steuerberater näher zu bringen. Zu Beginn machte er deutlich, wie es gelingt den passenden Steuerberater auszuwählen. Doch er verwies auch darauf, dass der Unternehmer jederzeit die Verantwortung für die Qualität und Richtigkeit seiner Buchhaltung trägt. Um Risiken zu reduzieren sollte der Anspruch an den Steuerberater deshalb definiert werden und nach der Auswahl Festlegungen getroffen werden, damit der Unternehmer immer „Herr“ der Buchhaltung ist.

Chancen und Risiken

Viele GaLaBau-Unternehmen befinden sich mit ihren Betriebshöfen im Außenbereich. Da es aufgrund positiver Betriebsentwicklungen immer häufiger dazu kommt, dass eine Erweiterung oder Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude in Frage kommt, stieß der Vortrag von Volkmar Nies, LWK NRW, auf großes Interesse seitens der Zuhörer. Er skizzierte die Chancen und Risiken auf sehr anschauliche Weise und stand auch noch anschließend für individuelle Fragen zur Verfügung.
Den Abschluss des Beratertages machte Sascha Kleinhaus, GaLaBau-Unternehmer und Geschäftsführer der Kleinhaus GmbH, die sich Arbeitnehmerüberlassungen und Personaldienstleistungen im Garten- und Landschaftsbau widmet. An konkreten Beispielen erläuterte er, wann es für Unternehmer im GaLaBau sinnvoll ist auf die Dienstleistungen einer Personalservice-Agentur zurückzugreifen. bi