9,3 Millionen Schaden: Hohe Haftstrafe für Bauunternehmer

ROSENHEIM, 18.03.2015 – Eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten hat das Landgerichts Traunstein gegen einen Bauunternehmer aus dem südostbayerischen Raum verhängt. Er hatte mehr als fünf Jahre lang die Sozialkassen in Deutschland und Österreich im großen Stil geschädigt.

Die Straftaten der international 
agierenden Gruppe konnten nur wegen 
der intensiven Zusammenarbeit
deutscher und österreichischer Behörden
aufgedeckt werden.

Der 39-jährige Serbe war Kopf einer international agierenden Gruppe. Sein 35-jähriger Mittäter kam mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, davon. Ein weiterer Beschuldigter muss sich vor einem österreichischen Gericht in Wien verantworten.

Der Haupttäter und sein polnischer Komplize hatten ein Firmengeflecht gegründet, um über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren im großen Stil in Deutschland und in Österreich die Sozialkassen zu schädigen. Dafür nutzten sie die unterschiedlichen Bestimmungen der Sozialversicherungssysteme beider Länder aus. Zur Verschleierung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden wurden Arbeiter, die auf Baustellen in Österreich eingesetzt wurden, bei den Sozialkassen in Deutschland angemeldet, allerdings mit deutlich geringeren Arbeitszeiten. Einige der vorrangig aus Polen angeworbenen Arbeiter wurden überhaupt nicht zur Sozialversicherung angemeldet. Der ermittelte Schaden bei der Sozialversicherung, der Urlaubskasse der Bauwirtschaft und der Berufsgenossenschaft beläuft sich laut Zoll auf insgesamt 9,3 Millionen Euro.Dem Urteil vorausgegangen waren langjährige Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Rosenheim, Standort Traunstein. Die Auswertung der umfangreichen Beweismittel füllte mehr als 280 Aktenordner. bi

Hier erfahren Sie alles, was den Bau bewegt.

Jetzt den B_I Newsletter abonnieren!
✔ ca. 1x pro Monat - ✔ Jederzeit abbestellbar