Schleswig-Holstein:

Zertifizierte Flüchtlingswohnungen für Kommunen und Städte

KIEL, 24.02.2016 – Städte und Kommunen können sich beim Schaffen von zusätzlichem Wohnraum keinen Zeitverzug erlauben. Die Bauwirtschaft Schleswig-Holsteins bietet unterschiedliche Neubau-Gebäudetypen für eine sofortige Umsetzung und hat die ersten Gebäudetypen zertifizieren lassen.

Flüchtlingswohnungen im Ammersbek
Flüchtlingswohnungen in Ammersbek: eingereicht vom Gemeinschaftsprojekt pro Flüchtling + Bürger, einer Initiative aus acht Zimmereien, Generalunternehmer Holzbau Gehrmann GmbH. | Foto: Holzbau Gehrmann GmbH
Georg Schareck
„Wer jetzt nicht handelt, steht spätestens
im Frühjahr vor Problemen.“ Georg
Schareck, Hauptgeschäftsführer des
Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein
Um die Bevölkerung mit Wohnraum zu versorgen, müssten jährlich mehr als 400.000 Wohnungen bundesweit fertiggestellt werden. 20.000 zusätzliche Wohnungen sind allein in Schleswig-Holstein zeitnah notwendig. Zur Binnenwanderung kommt der Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Im vergangenen Monat wurden im bundesweiten EASY-System mehr als 91.500 Zugänge von Asylsuchenden registriert. In Schleswig-Holstein sind in diesem Jahr bereits rund 3.470 Asylsuchende aufgenommen worden. Nach dem Winter und wegen des Familiennachzugs wird mit einem zunehmenden Zustrom an Menschen gerechnet.

„Wir haben bereits zahlreiche Menschen im Land, die Wohnraum benötigen, weitere kommen hinzu. Die Bauwirtschaft ist gut vorbereitet. Nun sind die Kommunen und Städte gefragt, die Lösungen schnell umzusetzen. Wer jetzt nicht handelt, steht spätestens im Frühjahr vor Problemen“, sagt Georg Schareck, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein. Federführend für die Bauwirtschaft hat der Verband in Zusammenarbeit mit der Landesregierung und der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. konstruktive Lösungen zu Wohnungsmöglichkeiten entwickelt und veröffentlicht unter www.bau-sh.de. Und zwar so transparent und zielführend für Auftraggeber, dass bereits etliche Flüchtlingswohngebäude errichtet worden sind und mit weiteren in den kommenden Wochen begonnen wird.

Interessierten Auftraggebern werden Informationen zu Projekten in weitreichender Planungstiefe sowie Entscheiderkriterien geboten. Auch für Bauunternehmen wird ein Paket Planungsunterlagen zur Verfügung gestellt, für die Nutzungsrechte erworben werden können. Kommunen und Städten wird empfohlen, das von ihnen ausgewählte Projekt zu nutzen oder ins entsprechende Leistungsverzeichnis zu übernehmen.

„Kommunen erhalten von der Regierung bereits die finanzielle Sicherheit, die sie angesichts dieser besonderen Herausforderung brauchen. Die Bauwirtschaft bietet ihnen zudem praktikable und bereits zum Teil testierte Lösungen, die kurzfristig auch in höherer Stückzahl umgesetzt werden können“, so Schareck. Transparenz und nachhaltige Entscheidungskriterien wurden für alle Bauprojekte übersichtlich herausgearbeitet. Ziel war es dabei, Kosten zu sparen, die Bauzeit zu verkürzen sowie die Planungs- und Genehmigungsphase zu optimieren.
Bei der externen Qualitätssicherung durch die Zertifizierung Bau GmbH werden alle Angaben auf Vollständigkeit, Plausibilität sowie Richtigkeit geprüft und die Projekte entsprechend gekennzeichnet. Unter Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien sollten auch einzelne Prüfpunkte z.B. der IB-SH belegbar sein.
Bau des Flüchtlingswohnheims in Lauenburg
Flüchtlingswohnungen in Lauenburg: Flüchtling Konstantin und Jan Behrendt von SHL Holzbau GmbH | Foto: SHL Holzbau GmbH
Bisher sind vier Projekte, die bereits fertiggestellt worden sind, zertifiziert worden: Flüchtlingsunterkünfte in Ahrensburg (Entwicklung und Planung von der Stadt Ahrensburg,  Bauleitung vom Architekturbüro Hörnes, Holzbauarbeiten von der Zimmerei Hans-Heinrich Hamdorf), SHL Modulhäuser in Lauenburg (SHL Holzbau GmbH) sowie Häuser in Bargteheide und Ammersbek (Gemeinschaftsprojekt von pro Flüchtling + Bürger, Generalunternehmer Holzbau Gehrmann GmbH). Weitere Zertifizierungen folgen.
„Auf dem unübersichtlichen Konzeptmarkt ist die Zertifizierung ein herausragendes Merkmal. Auf der Auftraggeberseite ergeben sich damit erhebliche Vorteile“, sagt Schareck. Die testierten Entscheiderkriterien zu jedem Projekt können, wie erwähnt, auch für Ausschreibungen genutzt werden. Das vereinfacht die Umsetzung, insbesondere bei der Auftragsvergabe. Die Visualisierung und Gliederung der Projekte trägt zur Übersichtlichkeit bei. Jedes Projekt kann überall gebaut werden – über 160 Betriebe aus dem BGV SH stehen landesweit bereit, um mit den Auftraggebern die angebotenen Lösungen zu realisieren.
Auf Nachfrage vermittelt der Verband geprüfte Sachverständige, beispielsweise für Abnahmen. Die Abnahme kann auch in eine größere Lösung mit der Gewährleistungsversicherung integriert werden. Diese garantiert eine Übernahme der Kosten für Mängelbeseitigung oder Nachbesserungen und ist exklusiv über die Innungsbetriebe erhältlich. bi