Veitshöchheimer Landespflegetag: Wachstum braucht Wissen

26.02.2016, VEITSHÖCHHEIM – Wie lassen sich Ökonomie und Ökologie im GaLaBau verträglich in Einklang bringen? Über diese Frage und viele weitere wichtige Themen wurde Mitte Februar im Rahmen des 48. Veitshöchheimer Landespflegetags berichtet.

Von Sonja Bauer

Auf dem Programm der bundesweit erfolgreichsten Veranstaltung einer landschaftsgärtnerischen Lehr- und Versuchsanstalt stand die Vermittlung von Wissen um ein gesundes Wachstum, das die Firmen im Garten- und Landschaftsbau und in der Grünflächenpflege anstreben sollten. Oder, wie es der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Dr. Hermann Kolesch in seinem Grußwort vor den rund 1.200 Teilnehmern formulierte: „Die Grundlage für ein gesundes Wachstum einer Firma basiert auf dem Wissen, über das der Chef und seine Mitarbeiter verfügen.“ Hier gelte es, permanent am Ball zu bleiben und Neuerungen auch umzusetzen, um sich dadurch einen Vorsprung vor der zunehmenden Konkurrenz zu verschaffen. Die Branche steht ja immer noch auf Wachstumskurs.
Landespflegetag in Veitshöchheim
Die Abteilung Landschaftspflege wurde umfirmiert in das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau, wie der Leiter Jürgen Eppel erläuterte.

GaLaBau auf Wachstumskurs

'Das bestätigte Ulrich Schäfer, der Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern: „Der Branchenumsatz stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Hatten wir in Bayern im Jahr 2008 einen Branchenumsatz von 589 Mio. Euro, so lag er im Jahr 2011 bereits bei 710 Mio. Euro. Im Jahr 2014 betrug unser Umsatz im GaLaBau in Bayern bereits 878 Mio. Euro. Dies bedeutet, dass wir in den kommenden Jahren alleine in Bayern 1 Milliarde Euro Umsatz im GaLaBau erwirtschaften werden.“ Und dafür werden die Weichen gestellt. Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten brachte es auf den Punkt: „Heute gilt mehr denn je, darüber nachzudenken, wie Ökologie und Ökonomie in Einklang gebracht werden können.“ So sei beispielsweise der Flächenverbrauch in Bayern mit rund 18 ha pro Tag nach wie vor viel zu hoch. Hier gelte es in Zukunft deutlich gegenzusteuern. Er forderte auch den GaLaBau auf, sich für eine intakte Umwelt einzusetzen und dies auch anderen Bevölkerungsschichten nahe zu bringen.

Stadtgrün und Landschaftsbau

Im Sinne der anstehenden Herausforderungen reorganisiert sich auch die LWG. Aus der Abteilung Landespflege wird künftig ein Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau. Dipl.-Ing. Jürgen Eppel, der dieses Ressort an der LWG leitet, hierzu: „Die Bezeichnung unter der das Veitshöchheimer Institut künftig firmieren soll, ist kein Zufall. Es beschreibt mit ‚Stadt‘ und ‚Landschaft‘ genau die Orte, an denen der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Planung und Ausführung präsent ist und definiert mit ‚Grün‘ und ‚Bau‘ grundlegende Elemente unserer branchentypischen Dienstleistungen, für die entsprechende Fachkompetenz vorgehalten werden muss. Insofern ist ein ‚Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau‘ in Veitshöchheim nicht nur eine Organisationsbezeichnung, sondern Programm für künftiges Tun und Handeln in Forschung, Lehre und Beratung.“ In Zukunft solle die Pflanzenverwendung im Siedlungsbereich im Mittelpunkt aktueller Forschung stehen. „Dies ist auch den aktuellen Herausforderungen des Klimawandels geschuldet, auf die wir mit Klimaanpassungsstrategien im Sinne einer Sichtung und Selektion geeigneter Pflanzenarten und Optimierung pflanzlicher Wohlfahrtswirkungen in Bezug auf Klimamäßigung reagieren wollen“, so Jürgen Eppel. Die LWG verstehe sich als leistungsstarkes Kompetenzzentrum, welches Problemlösungen erarbeiten und Trends vorgeben wolle.