Fachkräfte finden, motivieren und halten

GELSENKIRCHEN, 30.03.2016 –Wie mache ich mein Unternehmen attraktiv für potentielle Arbeitnehmer? Der Fachkräftemangel ist in aller Munde, doch mit der richtigen Strategie kann ihm entgegengewirkt werden. Zentrales Thema auf dem DATAflor-Unternehmertag war die Sicherung des Nachwuchses im GaLaBau.

Von Heike Hoppe, DATAflor

DATAflor Unternehmertag
Referenten des DATAflor-Unternehmertages, dieses Mal in ganz neuem Ambiente.

Am 20. und 21. Januar lud das Göttinger Softwarehaus wieder zu seinem Unternehmertag ein. Verändert hatten sich dieses Jahr gleich zwei Eckpfeiler der Tradition: der Ort und die Dauer der Veranstaltung. Zwei Tage lang trafen sich über hundert GaLaBau-Unternehmerinnen und -Unternehmer nicht wie sonst in Karlsruhe, sondern erstmals in Gelsenkirchen „auf Schalke“, um sich Ideen dafür zu holen, wie sie zukünftig dem Fachkräftemangel begegnen wollen. Dort, wo sonst der FC Schalke 04 seine Fans zum Kochen bringt, wurde in einer der Logen – immer mit Blick auf die Arena – über Fachkräftemangel, Strategien und Wege zu neuen Mitarbeitern referiert, reflektiert und diskutiert. GaLaBau-Berater Kurt Sachs, Spiro Projekte, nahm das Plenum mit auf eine Zeitreise in die Zukunft und malte ein „Krisenszenario“ bis ins Jahr 2030, indem er stagnierende Umsätze bei gleichzeitigem Rückgang der qualifizierten Kräfte prognostizierte. Ausweg aus dem Dilemma: kontinuierliche Investition in Qualität, Ausbildung, Produktivität und Freiraum.

Ideenfeuerwerk

Ursula Heinen-Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, prophezeite, dass auch Unternehmen, die klug und vorausschauend in ihre personelle Zukunft investieren, am demografischen Wandel nicht vorbei kommen. Eine ihrer Forderungen an die Arbeitgeber aus dem GaLaBau: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss verbessert werden.
Die Praxisberichte dreier „Vollblut-Unternehmer“ hielten die Gäste mit einem wahren Feuerwerk an Ideen und ungewöhnlichen Ansätzen zum Finden und Binden guter Mitarbeiter in Atem. Reimund Klute und Michael Daldrup, beide Gärtner von Eden, sowie Helmut Haas, GaLaBau Haas GmbH & Co. KG und geschäftsführender Gesellschafter der Lust auf Garten-Gesellschaft, sprachen darüber, warum sie wenig bis keine Nachwuchssorgen haben, wie sie es schaffen, dass nicht nur viele Bewerber, sondern auch die richtigen Bewerber bei ihnen um Ausbildungsplätze nachfragen, und wie man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogar zum fleißigen Erwerb von Pflanzenkenntnissen motivieren kann. Den Schlussakkord hinter dem ersten Veranstaltungstag bildete der packende Vortrag von Peter Martin Thomas, Sinus-Akademie für Weiterbildung. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren, wie Jugendliche in verschiedenen Lebenswelten ihren Alltag (er)leben, wo sie Sinn suchen und welche Erwartungen sie an Ausbildung und Beruf haben. Was diese Lebenswelten ausmachen, pointierte Thomas mit aufschlussreichen Beispielen aus Bilderwelten, Musik und Interviews. Die 100-Punkte-Frage, die sich daraus für jeden GaLaBau-Unternehmer auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs ableitet: Welches Personalmarketing muss ich betreiben, um genau die Lebensmilieus zu erreichen, in denen sich „meine“ zukünftigen Auszubildenden befinden? So sind z.B. die „bürgerlich-Konservativen“ ganz anders anzusprechen als die „materialistischen Hedonisten“.

Stadionführung

Nach einer lebhaften Abschlussdiskussion traf man sich zum Abendessen und gemütlichen Ausklang im Hotel gegenüber der Veltins-Arena; hier zeigte sich, dass das Konzept einer Zweitages-Veranstaltung der großen Mehrheit der Gäste hochwillkommen war. „Bei einem Bier den Tag Revue passieren lassen und sich mit Kollegen austauschen – das ist fast genauso wichtig wie die Vorträge!“, so eine der Teilnehmerinnen.
Tag Zwei startete mit einer Stadionführung durch die Veltins-Arena und begeisterte nicht nur Schalke-Fans, sondern war auch für Nicht-Schalker und Nicht-Fußballer gleichermaßen spannend und unvergesslich. Die technischen Höhepunkte wie Rasenwanne, Cabrio-Dach oder der große Videowürfel faszinierten ebenso wie die blau-weiß gestaltete Spielerkabine, das Medienzentrum, die Stadionkapelle und weitere Orte, die sonst nicht frei zugänglich sind. Anschließend sprach ein weiterer „Ausnahme-Unternehmer“, Immo Herbst aus Frankfurt, über seine persönlichen Strategien zur Mitarbeitergewinnung für seinen großen Unternehmensverbund. Seine Kernthese: Die Außenwirkung unserer Unternehmen sorgt dafür, dass und wie wir als interessante Arbeitgeber wahrgenommen werden. Dort gilt es, Profil zu zeigen.