Innovative Natursteinentwässerung im Benediktinerkloster

MELK (ÖSTERREICH), 22.04.2016 – Bei der Sanierung einer Dachterrasse im Benediktinerkloster Stift Melk wurde auf ein ungewöhnliches Entwässerungssystem zurückgegriffen. Welche Vorteile ergeben sich dadurch im Vergleich zu herkömmlicher Entwässerung?

Terrasse des Benediktinerklosters in Melk
Die Dachterrasse des Klosters Stift Melk.|Fotos: Gutjahr

Das Wahrzeichen der Wachau in Niederösterreich ist ein Meisterwerk barocker Baukunst und gehört zum UNESCO-Welterbe. Von der Aussichtsterrasse auf dem Dach der Nordbastei haben Besucher einen traumhaften Blick über das Alpenvorland und die Klosteranlage samt Gartenpavillon und Stiftspark. Im Zuge der Sanierung ist hier hochwertiger Naturstein verlegt worden.
Bei der Sanierung war der Anspruch an Qualität und Energieeffizienz hoch. Als Terrassenbelag wählte der Bauherr deshalb einen ebenso robusten wie hochwertigen Naturstein: Luserna Gneis aus dem italienischen Piemont. „Dieser Stein hat eine lamellenartige Struktur und ist dadurch auch bei geringer Dicke widerstandsfähig“, sagt Verarbeiter Richard Ehrlich. Das Unternehmen Ehrlich aus Scheibbs hatte den Naturstein auf der Dachterrasse verlegt.

Problem Wärmedämmung

Das Problem: Durch die Wärmedämmung von bis zu 40 cm war die lose Verlegung im Splittbett die einzige sinnvolle Lösung. „Die Aufbauhöhe für eine fest verlegte Konstruktion mit Drainmörtel war einfach nicht gegeben. Zudem mussten alle 5 bis 6 m Bodenabläufe eingebaut werden – die Herstellung des dazu notwendigen Oberflächengefälles wäre bei einem Aufbau mit Mörtel nicht möglich gewesen.“ Um den Naturstein dauerhaft vor Schäden zu schützen, empfahl Richard Ehrlich dem Bauherrn daher die Verlegung auf der Flächendrainage AquaDrain T+ von Gutjahr. So entstand eine komplett wasserdurchlässige Konstruktion, ohne viel zusätzliches Gewicht aufbringen zu müssen.

schematische Darstellung von AquaDrain T+
Das Drainagesystem stelzt den Belag zu 100% auf, so kann Sickerwasser schnell abfließen.

Verkrautung und Feuchtflecken

Oft werden auch teure Natursteine einfach auf Kies oder Splitt verlegt. Doch das kann schnell zum Problem werden. „Kies und Splitt sind nicht kapillarbrechend, wie eine Untersuchung der MPA Wiesbaden zeigt. Steht Wasser auf der Abdichtung, etwa an Überlappungen der Bahnenstöße, wandert es über die Konstruktion wieder nach oben. Hässliche Feuchteflecken und die Verunkrautung der Fugen sind die Folge“, erklärt Ralph Johann, Geschäftsführer von Gutjahr.
Auf der Dachterrasse von Stift Melk rollten Verarbeiter Richard Ehrlich und sein Team auf der Abdichtung zuerst eine PE-Folie als Trennlage und danach die 16 mm dicken AquaDrain T+ Drainagematten aus – insgesamt rund 350 qm. Darauf kam eine Splittschicht. „Den Luserna Gneis haben wir im Splittbett lose verlegt und die Fugen mit Splitt verfugt“, so Ehrlich. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. bi