Sieben Händler und fünf Modelle

Sany startet Bagger-Vertrieb in Deutschland

KIEL/BEDBURG, 28.04.2016 – Sany, einer der großen chinesischen Baumaschinen-Konzerne, verkauft ab sofort Bagger in Deutschland. Der Start erfolgt mit sieben Händlern und fünf Modellen. Welche weiteren Modelle noch hinzukommen, verriet Sany im Gespräch mit dem bi-BauMagazin.

Von Lasse Lommel

Der Sany SY335 auf dem Testgelände der Sany Europe Zentrale in Bedburg bei Köln. Der SY335 ist der größte Bagger, den Sany derzeit anbietet und wiegt 35,5 Tonnen. | Foto: bi/Lasse Lommel
Der Sany SY335 auf dem Testgelände der Sany Europe Zentrale in Bedburg bei Köln. Der SY335 ist der größte Bagger, den Sany derzeit anbietet und wiegt 35,5 Tonnen. | Foto: bi/Lasse Lommel

Händler in ganz Deutschland

Gleich sieben Händler konnte Sany für den Verkaufsstart der ersten Bagger in Deutschland gewinnen. Dazu gehören Bodo in Bornhöved bei Bad Segeberg in Schleswig-Holstein, Weißenfels Baumaschinen in Buchholz bei Bonn, Ringelstetter (RiLo) Baumaschinenservice in Engelthal bei Nürnberg, Hoch Baumaschinen in Steinach im Schwarzwald, Niklaus Baugeräte in Gomaringen bei Tübingen, Mortag Baumaschinen in Erfurt sowie Roth + Söhnel Baumaschinen in Buseck bei Gießen.
Doch damit nicht genug: Theo van Horck, Sales Area Manager Deutschland, plant mit 10-15 Händlern bis zum Jahresende. Man habe sich auf mittelgroße Händler konzentriert, da man zum Start mit geringen Volumina plane, erklärt Lin Wenjun, Sales Director bei Sany Europe.
Der SY75 ist mit einem Schauffelvolumen von 0,4m³ und einem Gewicht von ca. 7 Tonnen der derzeit kleinste angebotene Bagger. | Foto: bi/Lasse Lommel

Der SY75 ist mit einem Schauffelvolumen von 0,4m³
und einem Gewicht von ca. 7 Tonnen der derzeit kleinste
angebotene Bagger. | Foto: bi/Lasse Lommel

104 Tonnen Einsatzgewicht in fünf Baggern

Aktuell stehen fünf Bagger mit Einsatzgewichten zwischen 7,5 und 36 Tonnen im Sany-Programm. Alle Modelle werden von Isuzu-Dieselmotoren angetrieben, die die Abgasstufe IIIB erfüllen. Bis Ende des Jahres werde man das Portfolio aber noch verdichten und erweitern, kündigt van Horck an. Neben zwei neuen Minibaggern werde man das Portfolio mit vier bis fünf weiteren Modellen abrunden, unter anderem einem Kurzheckbagger und einem 50-Tonner. Die neuen Maschinen würden alle die Abgasstufe IV erfüllen.
Auch ein Mobilbagger sei in Planung, sei aber frühestens nächstes Jahr einsatzbereit. Diese Ankündigung deckt sich mit dem, was auch Tony Thorpe, Sales Area Director Excavators Northern and Western Europe, im Sommer 2015 im Gespräch mit dem bi-BauMagazin zu Protokoll gab. Die Entwicklungsarbeiten an Mobilbaggern scheinen also schon vor längerer Zeit begonnen zu haben.

Von guter Wirtschaftslager profitieren

Sany wählt bei seiner Europa-Strategie einen Top-Down-Approach. Während sich andere chinesische Konzerne aus der europäischen Peripherie ins Zentrum vortasten, geht Sany den umgekehrten Weg. Lin Wenjun begründet den Start in Deutschland, England und Frankreich mit der soliden wirtschaftlichen Lage. Andere Länder in Europa werde man mit Exklusiv-Händlern bedienen, so Wenjun weiter.

Hintergrund

Anders als die anderen große Hersteller aus China ist der Sany-Konzern vollständig in Privatbesitz. Gründer ist der begabte Unternehmer und Milliardär Liang Wengen, der aus einer kleinen Schweißwerkzeugfabrik in der Provinz Hunan einen Weltkonzern formte. Heute unterhält Sany sieben Produktionsstätten in China sowie weitere in den USA, Indien, Brasilien und Deutschland. Die beeindruckend breite Produktpalette reicht von Betonpumpen, Baggern, Straßenbaumaschinen bis zu Kranen und Hafenequipment. Berühmt wurde Sany in Deutschland durch die Übernahme von Putzmeister im Jahr 2012, die als Paradebeispiel gelungener Akquisitionen gilt und der deutschen Traditionsfirma zu neuem Wachstum verhalf. Lesen Sie mehr in unserem Portrait Sany – aus China in die Welt.