Dichtung integriert: Wenn kein Tropfen verloren gehen soll

BÜDELSDORF, 30.05.2016 - Aco Tiefbau hat eine neue Entwässerungsrinne entwickelt. Mit der „Aco Drain Multiline Seal in“ ist es nun möglich, das Wasser auf dem Weg zur Regenwasserbehandlung kontrolliert und vor allem komplett in einem dichten System abzuleiten.

Entwässerungsrinne Aco Drain Multiline Seal in
Mit der Aco Drain Multiline Seal in wird das Wasser auf dem Weg zur Regenwasserbehandlung kontrolliert und vor allem komplett in einem dichten System abgeleitet. | Abbildungen: Aco Tiefbau
Seal-in-Technologie

Das von Verkehrsflächen abfließende Oberflächenwasser enthält starke Verunreinigungen, die durch Reifenabrieb, Bremsstaub sowie Öl- und Benzinspuren verursacht sind. Ablagerungen von Abgasen auf und an Gebäudeflächen und diffuse Schwermetalleinträge durch Bauelemente tragen heute ebenfalls zur Belastung des Grundwassers bei. Probate Mittel hierfür waren und sind Entwässerungsrinnen. Der Einbau ist einfach, denn aufgrund der modularen Bauweise (übliche Länge von 1 m), lassen sie sich zu einem Strang aneinanderreihen. Wird ein solcher Entwässerungsstrang mit einer Länge von z.B. 50 m verlegt, entstehen ebenso viele Rinnenstöße. Werden diese Schnittstellen nicht abgedichtet, wird das gesammelte Wasser zwar zielgerichtet, jedoch nicht ohne Verluste zur Weiterbehandlung bzw. -verwendung abgeleitet. Über die Rinnenstöße kann ein Teil des Wassers in das Erdreich gelangen. Die Entwicklung der Seal-in-Technologie hat ein Ziel: Das verunreinigte Oberflächenwasser zu sammeln und möglichst ohne Verluste zur Behandlung oder (Wieder-)Verwendung weiterzuleiten.

Schwachstellen erkennen

Nach DIN EN 1433 muss bei einer Dichtheitsprüfung gemäß Abschnitt 9.3.6. im konstruktiv vorgesehenen benetzten Querschnitt eine Wasserdichtheit für 30 Minuten ± 30 Sek. nachgewiesen werden. Geschieht dies nicht, ist die Dichtheit nicht gegeben. So kommt es durch undichte Rinnenstöße zu Schadstoffeinträgen in Boden und Grundwasser. In einem Langzeittest beim IKT in Gelsenkirchen wurde nachgewiesen, dass aus der Aco Drain Multiline mit Seal-in-Technologie kein Wasser entweicht, d.h. im Einbauzustand kein Wasser an das Erdreich abgegeben wird. Damit trägt sie entscheidend dazu bei, belastetes Oberflächenwasser sicher aufzufangen und abzuleiten. Irreversible Schäden in Bauwerken, die Schwächung von Betonfundamenten sowie die Belastung des Grundwassers können so verhindert werden.
Die Seal-in-Technologie besteht aus dem Polymerbeton-Rinnenkörper mit dem sogenannten Funktionsabschnitt. In diesem Bereich sitzt die zweikomponentige Dichtung aus EPDM. Den zweiten Bestandteil bildet der sogenannte Führungsabschnitt aus Polymerbeton, also der wasserführenden Teil des Rinnenelementes. Auf diese Art und Weise wird einerseits die notwendige Dichtfläche für die Dichtung und die damit verbundene Wasserdichtheit gemäß IKT gewährleistet. Im Verbund mit dem wasserführenden Führungsabschnitt aus Aco Polymerbeton entsteht ein serienmäßig mit Dichtung ausgestattetes Rinnenelement. Alles zusammen macht die erstmals in der neuen Multiline zum Einsatz kommende Seal-in-Technologie aus.
Durch die industrielle Vorfertigung wird neben Zeitersparnis auch ein erhöhter Qualitätsanspruch bedient, der langfristige Schadensvermeidung bietet. Beides kommt sowohl der Umwelt und dem Bauwerk als auch dem Bauunternehmen und dem Bauherrn zu Gute. Dabei sind die Anschaffungskosten der vorgefertigten Rinnenelemente nicht höher als bisher.

Mehr als nur dicht

In Kombination mit dem wasserdichten, frostsicheren Werkstoff Aco Polymerbeton und dem serienmäßig integrierten Dichtungsprofil bietet Aco ein dichtes Rinnensystem gemäß IKT-Prüfsiegel. Durch die glatten Übergänge am Rinnenstoß und die glatte Oberfläche des Polymerbetons erhöht sich die Selbstreinigungsfunktion der Rinne noch einmal deutlich. Die verbesserte Geometrie macht den Rinnenkörper robuster, was sich in optimierten, anwendungsgerechten Einbauempfehlungen niederschlägt: Die Betongüte für den Fundamentbeton konnte für die Belastungsklassen A - C jetzt durchgängig auf C 12/15 reduziert werden. Ein weiterer Vorteil bei Handling, Transport und Einbau der neuen Rinne: Aco Polymerbetonprodukte sind bei gleicher Belastbarkeit leichter als Betonprodukte. Auch das einfache Stecksystem, durch Versetzen der Rinnenelemente von oben, bleibt wie bisher und sorgt für einen effizienten und wirtschaftlichen Einbau. Durch die Verwendung des dazugehörigen Seal-in-Silikonfetts als Gleitmittel wird das Fügen der Rinnenkörper erleichtert und gleichzeitig für optimale Dichtheit gesorgt.

Nützliche Arretierung

Zur Aufnahme unterschiedlicher Abdeckungen sind die Rinnenkörper mit einer integrierten Kantenschutzzarge versehen. Diese sorgt im Zusammenspiel mit der schraublosen Rostarretierung Drainlock für ein sicheres Überfahren der Rinnen durch Aufnahme und Verteilung der Lasten auf den Rinnenkörper. Die Arretierung verhindert ein horizontales Verschieben der Abdeckung und ermöglicht eine unkomplizierte Montage und Demontage der Roste. Die neue Multiline Seal in kann mit allen Drainlock-Rosten kombiniert werden.

Die Zukunft mit Seal-in-Technologie

Serienmäßig mit integrierter Dichtung ausgestattete Entwässerungsrinnen garantieren nach Einschätzung des Herstellers zukünftig die Dichtheit von Anfang an, für den Grundwasserschutz und den Bauwerkschutz. Mit der Entwicklung der Aco Drain Multiline mit Seal-in-Technologie hat der Hersteller den ersten Schritt eines Stufenprogramms realisiert, dem das Gesamtsortiment der Aco Drain-Entwässerungsrinnen sowohl national als auch international schrittweise folgen wird. Mit der Präsentation der ersten Entwässerungsrinne mit Seal-in-Technologie auf der IFAT vom 30. Mai bis 3. Juni in München gibt Aco den Startschuss für die Mission „Serienmäßig dicht von Anfang an“. bi