BMUB-Erlass zur Zertifizierung der Produktkette für Holzprodukte zurückgenommen

BERLIN/BAD HONNEF, 20.05.2016 - Der Erlass zur unternehmensbezogenen Zertifizierung der Produktkette für Holzprodukte wurde zurückgezogen. „Wir freuen uns, dass unsere Betriebe nicht noch eine weitere Zertifizierung vorweisen müssen, um öffentliche Aufträge zu erlangen.“, so die Verbände des Garten- und Landschaftsbaus und des Baugewerbes.

Zimmerei- und Holzbauunternehmen und andere Betriebe sind verpflichtet, nur zertifiziertes Holz zu verwenden (und dieses nachzuweisen), wenn sie Aufträge des Bundes übernehmen wollen. Der Erlass des Umweltministeriums zur Beschaffung von
Holzprodukten vom 8. Dezember 2015, der am 1.7.2016 in Kraft treten sollte, sah vor, dass auch alle Unternehmen selber zertifiziert sein müssen, wenn sie Holz einbauen („Chain of Custody“- oder CoC-Zertifizierung). bi berichtete.

Nach Verbandsprotesten wurde dieser Erlass kürzlich aufgehoben.

„Wir freuen uns, dass unsere Betriebe nicht noch eine weitere Zertifizierung vorweisen müssen, um öffentliche Aufträge zu erlangen.“ Dies erklärten Ursula Heinen-Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Garten- und Landschaftsbau, und Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe.
„Wir haben in der Vergangenheit oftmals erklärt, dass wir selbstverständlich das Ziel des BMUB, illegalen Holzhandel zu bekämpfen und nachhaltige Waldbewirtschaftung zu erreichen, unterstützen. Die neue Auslegung des Erlasses von 2011 hätte jedoch zu unverhältnismäßigem Aufwand und unverhältnismäßigen Kosten für zehntausende kleine und mittlere Unternehmen geführt, ohne dass der Nutzen der zusätzlichen Zertifizierung erkennbar wäre," ergänzte Papkleppa.
„Für den nachhaltigen Schutz der Wälder ist eine unternehmensbezogene Zertifizierung der Betriebe nach unserer Auffassung jedenfalls nicht relevant. Betrachtet man die vorgelagerte Verarbeitungskette des Holzes vom Wald bis hin zum endverarbeitenden Betrieb, dann wäre hier eine Mehrfachzertifizierung entstanden, was zu weiteren Kosten und mehr Bürokratie geführt hätte. Nun können unsere Betriebe aufatmen,“ ergänzte Heinen-Esser.

(Quelle: Gemeinsame Presseerklärung des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.) Zentralverband des Deutschen Baugewerbes)

Kostenfreier eMail-Kurs: Einstieg ins Vergaberecht



✔ Öffentliche Ausschreibungen
✔ Verfahrensarten National
✔ EU-Ausschreibungen
✔ Eignung nachweisen
✔ Angebote abgeben