Seit 75 Jahren: IRB erschließt Forschungswissen für die Baupraxis

STUTTGART, 31.05.2016 - Das Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau in Stuttgart feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Seit einem Dreivierteljahrhundert ist das Fraunhofer IRB die zentrale Einrichtung für den Transfer von Baufachwissen in Deutschland.

Karteikästen im Fraunhofer IRB der 70er Jahre
In den 70er Jahren wurde der Bibliotheksbestand des Fraunhofer IRB auf 1,2 Millionen Karteikarten erschlossen. | Fotos: Fraunhofer IRB

Das Fraunhofer IRB mit seinen rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet seit 1941 Informationsdienstleistungen und -produkte für Zielgruppen aus allen Bereichen des Planens und Bauens an, seit 1994 unter dem heutigen Namen. Die erste Vorgänger-Einrichtung nahm am 1. März 1941 ihre Arbeit auf. „Aus Praxis und Forschung steht ein außerordentlich reicher Erfahrungsschatz zur Verfügung, der es jedem Sachkundigen ermöglicht, zweckmäßig zu bauen“, schrieb Initiator Professor Otto Graf zur Gründung. „Leider wird dieser Erfahrungsschatz sehr oft ungenügend verbreitet und beachtet. Damit entstehen viele unvollkom¬mene Arbeiten und Baufehler.“ 1960 wurde die Einrichtung in die Fraunhofer-Gesellschaft eingegliedert, Europas größte Forschungsorga¬nisation für anwendungsorientierte Forschung.

Know-how für das Bauhauptgewerbe

Das Fraunhofer IRB erfüllt eine unentbehrliche Funktion für das Bauhauptgewerbe als eine der wichtigsten Branchen: Jede Nutzergruppe erhält Informationen qualitätsgeprüft aus einer Hand, ohne sich in der Vielzahl der „Angebotsinseln“ auskennen zu müssen. Umfangreiche Literaturdatenbanken und das Internetportal baufachinformation.de erschließen dem Nutzer das gewünschte Know-how.
Einen großen Teil des Wissenstransfers übernimmt der Fraunhofer IRB Verlag, ein Fachverlag für Planen und Bauen. Er analysiert den Bedarf an Fachliteratur und schließt inhaltliche Lücken mit Fachbüchern, Fachzeitschriften und elektronischen Medien. Das Verlagsprogramm umfasst rund 3.500 Forschungsberichte, über 500 Fachbücher und drei Fachmagazine.

Notebook mit baufachinformation.de
Heute findet sich das große Datenangebot schnell und zuverlässig unter www.baufachinformation.de

Expertenwissen über Bauschäden

Die Volltext-Datenbank SCHADIS®, seit 2001 online, sammelt und dokumentiert Expertenwissen über Schäden und deren Sanierung. Sie geht auf den Auftrag der Bundesregierung zurück, eine „Faktendatenbank“ zu Bauschäden einzurichten. Diese verursachen Jahr für Jahr volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe. Das Institut gibt überdies eigene Fachbücher zu Bauschäden heraus, deren Inhalt ebenfalls in SCHADIS enthalten ist.
Um neben Praxis-Know-how auch Erkenntnisse aus der Forschung zu liefern und die Wissenschaftsgemeinde zu vernetzen, stellt das Fraunhofer IRB umfassende Informationen über Forschungsergebnisse, Projekte, Fördermöglichkeiten und Kooperationen in Webportalen und Online-Datenbanken zur Verfügung. Das hilft Doppelforschung zu vermeiden und sorgt für eine effiziente Verwendung der eingesetzten Mittel.

Von der Bibliothek zur Online-Datenbank

Die Geschichte des Fraunhofer IRB spiegelt auch die Geschichte der Informationstechnik wider: Das Institut entwickelte sich von einer bautechnischen Auskunftsstelle, deren Bibliotheksbestand durch 1,2 Millionen Karteikarten erschlossen war, zu einem leistungsfähigen „Informationsbroker“. Die meisten Produkte und Services sind mittlerweile auch digital verfügbar. So gibt es die Zeitschrift „Bausubstanz“ auch als App für Tablets und Smartphones mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Mit Beginn des Jubiläumsjahres erscheint monatlich der Informationsdienst „Bauforschung aktuell“. Er liefert auf elektronischem Weg einen komprimierten Überblick über neueste Forschungser¬gebnisse, aktuelle Förderbekanntmachungen oder Veranstaltungen.
„Seit jeher zeichnete sich unser umfassendes und objektives Angebot auch durch Verwendung modernster Technik aus, um die heteroge¬nen Zielgruppen möglichst passgenau zu erreichen“, sagt der Leiter des Fraunhofer IRB, Thomas H. Morszeck. „Wir erfüllen damit unseren Auftrag, den Zugang zu Baufachwissen jederzeit und überall zu fairen Bedingungen sicherzustellen, und fördern einen Bereich, der sowohl wirtschaftspolitisch als auch sozial und kulturell von herausragender Bedeutung ist.“ bi