Spezielle Anforderung: Sanierung mit Bogenpflaster

FLÖRSHEIM-DALSHEIM, 06.06.2016 – Bei speziellen Anforderungen kann eine Pflastersanierung schon mal sehr kompliziert werden. Das Ziel ansprechende Optik und gleichzeitig gute Belastbarkeit konnte in der Weinbaugemeinde Flörsheim-Dalsheim schließlich erreicht werden.

Das neue Bogenpflaster in Dalsheim
Natursteinoptik: In Dalsheim sind die Häuser teilweise unmittelbar an die sog. Fleckenmauer gebaut. Der neue Pflasterbelag fügt sich harmonisch in das mittelalterliche Ambiente ein. | Fotos: Betonwerk Pfenning

Welches Material eignet sich am besten zur Straßensanierung in einer kleinen Weinbaugemeinde? Vor dieser Frage standen die Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Monsheim im südlichen Rheinhessen, als im Jahre 2014 eine grundlegende Sanierung zahlreicher Straßen in der Ortsgemeide Flörsheim-Dalsheim beschlossene Sache war. Asphalt schied aus optischen Gründen von vorne herein aus und Natursteine hatten sich in der Vergangenheit aufgrund der hohen Verkehrsbelastung durch die zahlreichen Winzertraktoren als ungeeignet herausgestellt. Die Entscheidung fiel auf ein spezielles Betonsteinpflaster, das die attraktive Optik eines Kleinpflasters mit den Vorteilen eines gut begehbaren und belastbaren Betonpflasters verbindet.

Fleckenmauer und beschädigte Straßen

Die rund 3.000 Einwohner zählende Gemeinde Flörsheim-Dalsheim liegt im Landkreis Alzey-Worms. Mit seiner bis heute fast vollständig erhaltenen „Fleckenmauer“ aus dem 14. Jahrhundert zieht vor allem der Ortsteil Dalsheim seit jeher zahlreiche Touristen an. So ist es nachvollziehbar, dass die Verantwortlichen der Gemeinde bestrebt waren, bei der Sanierung der Straßen in diesem Ortsteil ganz besonders darauf zu achten, die Ortschaft optisch attraktiv zu gestalten, um Bürgern und Besuchern eine angenehme Aufenthaltsqualität zu bieten. Ayhan Coban, Technischer Leiter beim Bauamt der Verbandsgemeinde Monsheim, schildert die Ausgangslage: „Schon seit längerer Zeit befinden sich zahlreiche Straßen jenseits der Dalsheimer Ortsmauer in einem sehr schlechten Zustand. Die alten Beläge – ein Mix aus den Materialien Naturstein, Asphalt und Beton – waren zu großen Teilen stark beschädigt. Deshalb entschied man sich für eine grundlegende Sanierung in drei Bauabschnitten.“

Sanierungsbedürftige Straße in Dalsheim
Vorher: Wirklich in einem sehr sanierungsbedürftigen Zustand präsentierten sich einige Sträßchen vor der Sanierung im Ortskern von Dalsheim. | Foto: IDEAL-Brehm

Wegen Denkmalschutz geeignete Flächenbefestigung gefordert

Für die Befestigung der etwa 10.000 Quadratmeter umfassenden Flächen suchten die Planer nach einem Belag, der sich einerseits optisch gemäß den Anforderungen des Denkmalschutzes in das Ambiente des Winzerortes einfügt, andererseits aber auch in der Lage ist, die Verkehrsbelastungen aufzunehmen ohne Schäden davonzutragen. Die Entscheidung für das zu verwendende Material fiel auf ein speziell für derartige Anwendungsfälle entwickeltes Pflastersystem aus Beton. „Das ArcoStrada-Segmentbogenpflaster aus der CombiStabil-Produktfamilie des Herstellers Beton Pfenning aus Lampertheim verbindet die attraktive Optik eines in Segmentbögen verlegten Kleinpflasters mit den Vorteilen eines Vollverbundpflasters“, erklärt Coban.

Segmentbogenpflaster mit hohen Stabilitätseigenschaften

Optisch scheint dieses System – genauso wie ein herkömmliches Naturstein-Segmentbogenpflaster – aus vielen einzelnen unterschiedlichen Einzelsteinen zu bestehen. Was man nicht sieht: In Wirklichkeit setzt sich das Segmentbogenpflaster aus nur 10 unterschiedlichen Steinelementen zusammen. Die verblüffende Optik der Einzelsteine wird dadurch erzielt, dass zwei bis drei aneinander geformte Kleinsteine durch ausreichend tiefe Scheinfugen optisch voneinander getrennt werden. Winkelsteine bilden den Übergang zum angrenzenden Bogen. Um die Verlegung der 10 cm dicken Steine so einfach wie möglich zu machen, sind alle Steine, die paketiert geliefert werden, mit seitlichen Markierungen an den Radiusaußenseiten versehen, so kommt keine Verwechslung auf. Der große Vorteil dieses Systems liegt jedoch in seinen Stabilitätseigenschaften.

Straße in Dalsheim nach der Sanierung
Nachher: Segmentbogenpflaster ArcoStrada verbindet die attraktive Optik eines Kleinpflasters mit den Vorteilen eines gut begehbaren und belastbaren Betonpflasters. |Foto: Betonwerk Pfenning

Verblüffende Ähnlichkeit mit Natursteinpflaster

Auch optisch steht das neue Betonpflaster, das auch von der Denkmalbehörde für diese Maßnahme freigegeben wurde, einem Natursteinpflaster in nichts nach. Dank eines speziellen Produktionsverfahrens wirken die Steine im Farbton Basaltmix mit ihren leicht gebrochenen Kanten und der unregelmäßigen Oberflächentextur nicht nur farblich, sondern auch oberflächlich wie echte Natursteine. Der erste Bauabschnitt wurde in 2014 und 2015 fertiggestellt. Ayhan Coban: „Das Pflaster liegt hier jetzt seit Mitte 2014 und sieht nach wie vor sehr schön aus. Auch Verschiebungen sind bisher keine zu erkennen.“ Bis Anfang September 2016 muss dann auch der zweite Bauabschnitt beendet sein. Dann nämlich findet nach vier Jahren Pause wieder einmal das weit über die Grenzen bekannte Fleckenmauerfest statt. Besucher können dann nicht nur auf einem Teil der Mauer, sondern auch auf allen sanierten Straßen die mittelalterliche Atmosphäre von Dalsheim genießen. bi