Kunstrasen-Entwässerung: Mikroplastik-Filtersystem „Sportfix Clean“ ausgezeichnet

RASTATT, 17.7.2019 – Für ihr Mikroplastik-Filtersystem „Sportfix Clean“ hat die Hauraton GmbH & Co. KG am 16. Juli den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg in der Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ erhalten. Das Rinnenfiltersystem hält Mikroplastik, PAK oder Schwermetalle aus der Entwässerung von Kunstrasen-Sportplätzen zurück.

Rinnen-Filtersystem Sportfix Clean an Kunstrasen-Platz
Kunstrasen-Platz mit eingebauter Sportfix Clean-Rinne
Beim Bespielen der Kunstrasen-Flächen sind sowohl das EPDM-Granulat (Infill-Material beim verfüllten Kunstrasen) als auch die synthetischen Grasfasern wiederkehrenden Belastungen ausgesetzt. Durch den mechanischen Abrieb lösen sich winzige Partikel oder Grashalme brechen ab. Niederschläge und künstliche Bewässerung spülen Mikroplastik und oft auch weitere gesundheitsschädliche Stoffe wie der Weichmacher PAK oder Schwermetalle aus; die Austragsmengen betragen bei modernen Plätzen pro Jahr 250 bis 300 kg.

Oberflächenfiltration hält kleinste Partikel zurück

Um zu verhindern, dass die ausgetragenen Teilchen mit dem anfallenden Niederschlagswasser oder mit Reinigungsabwässern in den natürlichen Wasserkreislauf gelangen, muss gesammeltes Oberflächenwasser vor der Weiterleitung gefiltert werden. Die Sportfix Clean-Rinnen bieten hierfür laut Hauraton eine „absolut wirkungsvolle Lösung“.
Die Rinnenkörper entlang des Kunstrasenfelds lassen sich einfach einbauen und bestehen aus recyceltem und recyclingfähigem Polypropylen. Nach dem Einbau der Standard-Rinnenkörper werden vorkonfektionierte Drainagerohre entlang der Rinnenkonsole eingefügt. Sind sie miteinander verbunden, wird das umweltverträgliche, frostbeständige Substrat eingestreut, das aus natürlichem, gebrochenen Gestein besteht.
Nicht nur vom Spielfeld abfließendes und mit Mikroplastik belastetes Oberflächenwasser, sondern auch größere, während des Spielbetriebs zum Feldrand transportierte Mikroplastikteile werden entlang des Platzes erfasst. Im Rinnenstrang wird das Wasser gesammelt und abgeleitet. Währenddessen wird es durch den Rinnenfilter geführt und gefiltert. Das verwendete Filtersubstrat Carbotec 60 ist nach Angaben des Herstellers in der Lage, feinste Teilchen von Korngrößen bis zu 0,45 μm (0,00045 mm) dauerhaft zurückzuhalten.
Durch die Filterfläche von mehr als 20 Quadratmetern kann Sportfix Clean große Feststoffmengen aufnehmen, weswegen es selten gewartet werden muss: In der Regel reicht es aus, einen Teil des Substrats alle drei bis fünf Jahre auszutauschen. Das System funktioniert auch bei Starkregenereignissen.

Sportfix Clean filtert Mikroplastik aus Kunstrasen
Das Sportfix Clean-System filtert über das Filtersubstrat Carbotec 60 Mikroplastik aus dem Kunstrasen und wirkt somit der Plastikverschmutzung in Gewässern entgegen. | Foto und Abbildung: Hauraton

Geringer Mehrinvest bringt großen Nutzen

In Deutschland gebe es ca. 5.000 Kunstrasen-Sportplätze, jährlich würden etwa 350 neue gebaut beziehungsweise komplett renoviert, sagt Hauraton-Geschäftsführer Marcus Reuter: „Sportfix Clean kann nicht nur bei neuen Plätzen eingebaut, sondern auch bei bestehenden nachgerüstet werden. Speziell bei neuen Anlagen gilt, dass dafür nur ein ganz geringer Mehrinvest notwendig ist – um wirklich viel für die Umwelt zu tun.“

„Guter Beitrag zur Lösung eines drängenden Problems“

Mit Blick auf den Austrag von Mikroplastik aus Kunstrasenplätzen bezeichnete der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller Hauratons System als „guten Beitrag zur Lösung eines drängenden Problems“. Auch die Jury des Umwelttechnikpreises Baden-Württemberg, der alle zwei Jahre für innovative Produkte zur Ressourceneffizienz und Umweltschonung vom baden-württembergischen Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft vergeben wird, war vom Filtersystem überzeugt.
Im Unterschied zum Umweltpreis, den das Ministerium seit 1993 vergibt, liegt die Zielrichtung des Umwelttechnikpreises auf einem Produkt oder Verfahren und dessen besonderen umwelttechnischen Leistungsfähigkeiten, und nicht auf unternehmensinternen Prozessen. Das Preisgeld beträgt 100.000 Euro und wird auf vier Kategorien und einen Sonderpreis der Jury verteilt. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder einer Niederlassung in Baden-Württemberg.