Trennsystem in FBS-Qualität für Heilsbronner Neubaugebiet

BONN, 30.11.2016 – Welche Vorteile ein Trennsystem bringt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Heilsbronn. Bei der Erschließung eines Neubaugebietes mit 1.200 Metern Stahlbetonrohren setzte sie auf ein differenziertes Kanalsystem in FBS-Qualität.

Rohrleitungsbaustelle im Neubaugebiet
Im Neubaugebiet „An den Schwabachauen“ entstehen in den nächsten Jahren auf einer Fläche von gut 4,4 Hektar 56 Einfamilienhäuser und zwei Mehrgeschossbauten.

Führte man früher Schmutz- und Regenwasser über einen gemeinsamen Kanal zur Kläranlage, so hat sich heute die Anlage sogenannter Trennkanalsysteme durchgesetzt. Dies gilt insbesondere für die Erschließung von Neubaugebieten, denn hier kann der Niederschlag oft auf relativ einfachem Wege in nahe gelegene Bachläufe oder Versickerungsanlagen geführt werden.
Die mittelfränkische Stadt Heilsbronn gilt als beliebter Wohnstandort der Metropolregion Nürnberg. Weil schon seit Längerem eine große Nachfrage nach Wohnraum besteht, hat sich die Stadt im Jahre 2013 dazu entschieden, zur Deckung der Nachfrage nach Wohnbauflächen westlich des Ortsteils Weiterndorf das Neubaugebiet „An den Schwabachauen“ auszuweisen. Auf einer Fläche von gut 4,4 Hektar sollen hier in den nächsten Jahren 56 Einfamilienhäuser und zwei Mehrgeschossbauten entstehen.

Ökologischen und wirtschaftliche Gründe für Trennsystem



Seit November letzten Jahres laufen hierfür die Erschließungsmaßnahmen. Wolfgang Nölp, Sachgebietsleiter der Abteilung Bautechnik im Heilsbronner Rathaus, erläutert die Gründe, die für ein Trennsystem sowie für den Einsatz von Stahlbetonrohren in FBS-Qualität geführt haben: „Für die Schmutz- und Oberflächenwasserentsorgung setzten wir in unserer Gemeinde – wenn immer möglich – auf ein Trennsystem. Auch im Erschließungsgebiet ‚An den Schwabachauen‘ sprachen hierfür verschiedene Gründe: Zum einen gibt es eine wichtige ökologische Komponente. Eine getrennte Ableitung von Schmutz- und Regenwasser gewährleistet uns, dass die nicht unerheblichen Regenwassermengen, die in dem neuen Wohngebiet anfallen, erst gar nicht in die Kläranlage gelangen. Das ist ökologisch gewünscht, denn es fördert den natürlichen Wasserkreislauf und reduziert die Betriebskosten der Kläranlage“, so Nölp.
Der differenzierte Umgang mit dem Abwasser bot den Planern aber noch einen weiteren Vorteil. Hierzu Wolfgang Nölp: „Bei der vorliegenden Maßnahme reichte uns eine Dimensionierung des Schmutzwasserkanals mit einem Durchmesser von 250 mm aus, um das Schmutzwasser des gesamten Wohngebietes problemlos bis zur Kläranlage zu befördern. Hätten wir hier auf einen Mischwasserkanal gesetzt, der zusätzlich den gesamten Niederschlag aufnehmen muss, dann wäre es erforderlich gewesen, den kompletten Kanalbestand bis zur Kläranlage deutlich größer zu dimensionieren. Dies hätte dann sicher auch kostenmäßig höher zu Buche geschlagen“.
Baustelle Trennsystem
Die rund 1.200 Meter Stahlbetonrohre und über 270 Schächte wurden nach den Qualitätsrichtlinien der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre (FBS) gefertigt.

Leitung wirkt wie Stauraumkanal


Von vorne nach hinten wurden schrittweise in der Kanalisation Stahlbetonrohre mit immer größerem Durchmesser eingebaut. So wurde der vordere Teil der Kanalisation mit Stahlbetonrohren im Durchmesser DN 300 realisiert, im hinteren Bereich kamen dagegen Stahlbetonrohre mit einem Durchmesser von bis zu DN 600 zum Einsatz. Wolfgang Nölp erklärt die Gründe hierfür: „Auf diese Weise stellen wir sicher, dass es bei starken Regenereignissen nicht zu Überflutungen kommt, denn durch die größere Dimensionierung nach hinten, wirkt der Kanal wie ein Stauraumkanal. Kommt es dennoch zu besonders starken Regenereignissen, so dass die vorhandene Kanalisation nicht ausreicht, dann gelangt das überschüssige Wasser zunächst in ein nebengelagertes Regenrückhaltebecken, bevor es von hier in die Schwabach fließt.“

Stahlbetonrohre bieten hohe Stabilität


Eine weitere Besonderheit der Baumaßnahme liegt in der Qualität der verwendeten Bauteile. „Obwohl die meisten Rohre mit etwa zwei Metern Überdeckung verbaut sind, spielt die Stabilität für uns hier eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund haben wir uns für Stahlbetonrohre entschieden, denn diese bieten die geforderte Stabilität“, beschreibt Wolfgang Nölp. Die rund 1.200 Meter Stahlbetonrohre und über 270 Schächte, die vom Herstellerwerk Ruf GmbH aus Wildburgstetten geliefert wurden, weisen aber noch weitere besondere Qualitätsmerkmale auf, denn sie wurden nach den Qualitätsrichtlinien der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre (FBS) gefertigt. Diese beinhalten eine umfassende werkseigene Produktionskontrolle und stellen eine lückenlose Qualitätsüberwachung von den Ausgangsstoffen über die Herstellung bis zu den Endprodukten sicher. Darüber hinaus sorgt eine halbjährliche Fremdüberwachung durch bauaufsichtlich anerkannte Güteschutzgemeinschaften und Prüfinstitute für die Einhaltung der hohen Standards.

Einbau eines Stahlbetonschachts
Stahlbetonrohre punkten auch in puncto Nachhaltigkeit, denn sie lassen sich nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer problemlos recyceln und können als Baustoffe mit wenig Energieaufwand weiterverarbeitet und wiederverwendet werden. | Fotos: Ruf GmbH

FBS-Qualitätsrichtlinie garantiert Qualität weit über der Norm


Wolfgang Nölp erklärt: „Bereits in der Ausschreibung haben wir FBS-Qualität gefordert. Dies gibt uns die Sicherheit, dass wir hier eine geprüfte Qualität einbauen.“ Die Qualität der Rohre, die das FBS-Qualitätszeichen tragen, liegt weit über der Norm und sorgt damit für eine besonders lange Nutzungsdauer. Verantwortlich hierfür sind vor allem die guten Eigenschaften der FBS-Rohre in puncto Dichtheit der Rohre und Rohrverbindungen sowie Tragfähigkeit und Hydraulik. Aber noch ein weiterer Punkt ist Wolfgang Nölp wichtig: „Stahlbetonrohre punkten auch bei der Nachhaltigkeit, denn sie lassen sich nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer problemlos recyceln und können als Baustoffe mit wenig Energieaufwand weiterverarbeitet und wiederverwendet werden.“
Anfang Mai 2016 wurde im Neubaugebiet „An den Schwabachauen“ mit dem Ausbau der Straßen begonnen, bis Ende 2018 sollen auch alle Hochbaumaßnahmen komplett abgeschlossen sein. In welcher Weise das Trennsystem seine Funktion auch als Stauraumkanal wahrnehmen wird, wird sich vermutlich erst nach den ersten kommenden Starkregenereignissen zeigen. bi