Präqualifizierte Bieter sind nicht unbedingt geeignet!

LEIPZIG, 24.07.2017 - Eine Präqualifikation steht einer vertieften Auseinandersetzung des Auftraggebers mit der Eignung eines Bieter nicht von vornherein entgegen, wenn Anlass besteht, die Eignung eines Bieters in Frage zu stellen, so die VK Sachsen.

Die Vergabekammer Sachsen hat in ihrem Beschluss vom 01.03.2017 - 1/SVK/037-16 - folgendes entschieden:

Der Nachweis der Eignung und des Nichtvorliegens von Ausschlussgründen nach den §§ 123 oder 124 GWB kann gem. § 122 Abs. 3 GWB ganz oder teilweise durch die Teilnahme an Präqualifizierungssystemen erbracht werden.

Eine solche Präqualifikation zieht die Eignungsprüfung vor die Klammer, stellt selbst aber kein Vergabeverfahren dar. Sie steht zudem einer vertieften Auseinandersetzung des Auftraggebers mit der Eignung eines Bieters nicht von vorneherein entgegen, wenn sich aus besonderen Umständen oder aus Erkenntnissen aus der Vergangenheit ergibt, dass Anlass besteht, die Eignung des Bieters in Frage zu stellen.

Will ein Bieter den Ausschluss seines Angebots wegen Unauskömmlichkeit vermeiden, ist es in erster Linie seine Obliegenheit, den Anschein der Unauskömmlichkeit seines Angebots zu widerlegen und die Gründe zu benennen, aufgrund derer die Leistung ordnungsgemäß erbracht werden kann.

Hier geht es zum Beschluss der VK Sachsen

(Quelle: ibr-online.de) | B_I MEDIEN