Linktipps: Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen

KIEL, 14.06.2017 - Nach dem Wegfall der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) im Zuge der Vergaberechtsreform sind die besonderen Vorschriften zur Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen jetzt in Abschnitt 6 der VgV geregelt. Verschiedene Beiträge setzen sich mit den neuen Regelungen auseinander.

Die Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) ist im Zuge der Vergaberechtsreform entfallen. Die Vorschriften zur Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen sind nunmehr im Abschnitt 6 der VgV enthalten. Sie ergänzen die allgemeinen Vorschriften für die Vergabe von Dienstleistungenaufträgen und ersetzen sie teilweise. Bei Widerprüchen haben sie Vorrang vor den allgemeinen Regelungen.

Linktipp 1

Bei der Beauftragung von Architekten- und Ingenieurleistungen ist der öffentliche Auftraggeber stets mit der Frage konfrontiert, ob diese EU-weit ausgeschrieben werden müssen oder nach nationalem Recht vergeben werden dürfen.

Mit dem Beschluss des OLG München vom 13.03.2017 – Verg 15/16 hat sich erstmalig ein Vergabesenat dazu geäußert, ob nach den in Folge der Vergaberechtsreform zum April 2016 neu formulierten Regelungen der §§ 2 Abs. 7 Satz 2 SektVO und 3 Abs. 7 Satz 2 VgV, eine Addition verschiedener Planungsleistungen bei der Berechnung des EU-Schwellenwerts erfolgen muss.

Ein Beitrag des Auftragsberatungszentrums Bayern e.V. (ABZ)  hat sich mit dieser Entscheidung auseinandergesetzt.

Hier geht es zum Beitrag der ABZ Bayern.

Linktipp 2

Die Kanzlei Beiten Burkhardt hat im April 2017 einen Überblick zur Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen nach neuem Vergaberecht veröffentlicht. Neben Informationen zu den Verfahrensarten und Hinweisen zur Ausgestaltung des Verhandlungsverfahrens sowie der Eignungs- und Zuschlagskriterien findet sich in der Übersicht auch eine Abhandlung zur Auftragswertberechnung "gleichartiger" Leistungen. Auch nach (eher formaler) Einstellung eines entsprechenden Vertragsverletzungsverfahrens im vergangenen Jahr, hat sich nach Einschätzung der Autoren an der Auffassung der Kommission, dass die deutschen Regelungen zur Auftragswertberechnung in § 3 Abs. 7 S.2 VgV europarechtswidrig sind, nichts geändert. Insbesondere bei EU-geförderten Projekten sollte daher zur Risikominimierung eine Gesamtbetrachtung erfolgen.

Hier geht es zum Beitrag "Die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen nach neuem Vergaberecht" von RA Dr. Marc Röbke und RAin Tanja Johannsen, BEITEN BURKHARDT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Linktipp 3

Für die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen oberhalb der EU-Wertgrenze gibt es einen überarbeiteten Vergaberatgeber aus Baden-Württemberg. Aufgrund der Vergaberechtsreform 2016 haben die Herausgeber ihre gemeinsamen vergaberechtlichen Positionen erneut zusammengefasst und überarbeitet, um den Verfahrensbeteiligten eine Orientierungshilfe anzubieten. Der Ratgeber wird Gemeinden und Behörden in Baden-Württemberg zur Anwendung empfohlen.

Hier geht es zum Download des Leitfadens aus Baden-Württemberg.

Linktipp 4

Auf der Grundlage der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgV 2016) haben die Architekten- und Planerverbände einen Praxisleitfaden zur Vergabe von Architektenleistungen veröffentlicht.

Hier geht es zum Praxisleitfaden der Architekten- und Planerverbände.

(Quelle, u.a. Newsletter der Auftragsberatungsstellen) | B_I MEDIEN