Liefer- und Dienstleistungen: Amtliches Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen startet

BERLIN, 21.08.2017 - Das amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen für den Liefer- und Dienstleistungsbereich soll demnächst in Betrieb gehen. Die Eignung eines dort eingetragenen Unternehmens darf der öffentliche Auftraggeber nur anzweifeln, wenn ihm hierzu entsprechende Erkenntnisse vorliegen.

Das amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen für den Liefer- und Dienstleistungsbereich soll demnächst in Betrieb gehen.

Mit Änderung der Vergabeverordnung wurde den IHKs durch § 48 Abs. 8 VgV die Führung des amtlichen Verzeichnisses präqualifizierter Unternehmen als hoheitliche Aufgabe übertragen. Damit wird die Präqualifizierung für den Liefer- und Dienstleistungsbereich auf eine rechtlich verbindliche Basis gestellt.

Die Eintragung ins amtliche Verzeichnis muss von allen öffentlichen Auftraggebern anerkannt werden. Die Führung des amtlichen Verzeichnisses erfolgt durch den DIHK e.V. In das Verzeichnis sollen nicht nur IHK-Mitglieder, sondern auch Handwerksunternehmen und freiberuflich Tätige, die Liefer- und Dienstleistungen anbieten, aufgenommen werden.
 
Mit dem in § 48 Abs. 8 VgV und § 35 UVgO vorgesehenen amtlichen Verzeichnis soll es Unternehmen und freiberuflich Tätigen aus dem Liefer- und Dienstleistungsbereich ermöglicht werden, ihr Eignung und das Nichtvorliegen von Ausschlussgründen auftragsunabhängig nachzuweisen. Der Vorteil ist, dass sich durch eine solche Eintragung im amtlichen Verzeichnis die Rechtsstellung des Unternehmens verbessert: Ein öffentlicher Auftraggeber darf die Eignung des Unternehmens nur anzweifeln, wenn ihm hierzu entsprechende Erkenntnisse vorliegen. Das gilt zunächst für alle öffentlichen Auftraggeber, die EU-Vergaberecht anwenden müssen. Auch die Unterschwellenvergabeverordnung (UVgO) sieht die Einrichtung und verpflichtende Akzeptanz des amtlichen Verzeichnisses vor; die Übernahme der Regelung durch die Bundesländer in ihre vergaberechtlichen Vorschriften steht allerdings noch aus. Mit dem amtlichen Verzeichnis hat der öffentliche Auftraggeber eine weitgehende Gewissheit, dass das eingetragene Unternehmen geeignet ist und keine Ausschlussgründe bei ihm vorliegen.

Präqualifizierung für Liefer- und Dienstleistungen erfolgt dezentral

Das Präqualifikationsverfahren ist dezentral nach Bundesländern organisiert. Die Präqualifizierung nehmen Industrie- und Handelskammern oder die von ihnen getragenen Auftragsberatungsstellen vor (PQ-Stelle). Ein Zuständigkeitsfinder gibt nach Eingabe von Postleitzahl und Ort Auskunft über die IHK bzw- PQ-Stelle, die die Präqualifikation vornimmt.

Mehr Informationen zum amtlichen Verzeichnis und zur Zertifizierung

Präqualifizierung von Bauunternehmen über PQ-Bau

Anbieter von Bauleistungen werden in das o.g. amtliche Verzeichnis nicht aufgenommen. Das Verzeichnis präqualifizierter Bauunternehmen wird separat durch den Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. (PQ-Verein) geführt. Die Präqualifizierung von Bauunternnehmen erfolgt durch Präqualifizierungsstellen, die im Auftrag des PQ-Vereins arbeiten. Präqualifizierte Bauunternehmen können über die Liste der präqualifizierten Bauunternehmen gefunden werden.

(Quelle: ABST Mecklenburg-Vorpommern sowie DIHK) | B_I MEDIEN