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Was sind EU-Schwellenwerte?

Autorin: Melanie Würtz
Ob ein Auftrag europaweit oder national ausgeschrieben wird, bestimmen die Schwellenwerte. Aus ihnen ergeben sich die zwei Kategorien Oberschwellenbereich und Unterschwellenbereich.

 
„Von der Höhe des geschätzten Auftragswertes hängt es ab, ob der Auftraggeber eine Ausschreibung als EU-Verfahren oder als nationales Vergabeverfahren durchführen muss.”

Bei der Schätzung des Auftragswerts ist vom voraussichtlichen Gesamtwert der vorgesehenen Leistung ohne Umsatzsteuer auszugehen. Wenn der Auftrag in verschiedene Lose unterteilt ist, sind die Lose zusammenzurechnen, bei Lieferaufträgen nur die gleichartigen Lieferungen.

Maßgeblicher Zeitpunkt für die Schätzung des Auftragswertes ist der Tag, an dem die Bekanntmachung abgesendet oder das Vergabeverfahren auf andere Weise eingeleitet wird.

Die Schwellenwerte werden in der Regel alle zwei Jahre geändert. Seit 1.1.2018 müssen öffentliche Auftraggeber die folgenden Schwellenwerte beachten:

  • Bauaufträge: 5.548.000 Euro
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge: 221.000 Euro
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge im Bereich der Sektoren : 443.000 Euro
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge von obersten und oberen Bundesbehörden: 144.000 Euro
Oberhalb dieser Werte muss ein Auftrag europaweit ausgeschrieben werden, unterhalb wird er national ausgeschrieben. Die beiden Segmente oberhalb und Unterhalb der Schwellenwerte werden auch als Oberschwellenbereich und Unterschwellenbereich bezeichnet.


Rechtsschutz für Bieter

Die Schwellenwerte entscheiden auch darüber, wo ein Bieter Rechtsschutz finden kann:

  • Bei europaweiten Vergabeverfahren haben Bieter einen Anspruch darauf, dass der öffentliche Auftraggeber die Bestimmungen über das Vergabeverfahren einhält. Daher können sie, solange der Zuschlag durch die Vergabestelle noch nicht erteilt ist, bei der Vergabekammer einen schriftlichen Antrag auf Nachprüfung des betreffenden Vergabeverfahrens stellen.
  • Bei nationalen Verfahren, also unterhalb der Schwellenwerte, muss der Bieter grundsätzlich Rechtsschutz vor den Zivilgerichten suchen.

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