Baustellen-Absicherung: Sicheres Arbeiten auf 14 Etagen

ENNEPETAL, 07.03.2017 – In diesem Frühjahr soll es fertig sein: Mitten in Hamburg, an der Esplanade zwischen Binnen- und Außenalster, hat Investor Dieter Becken das markante Finnlandhaus für über 30 Millionen Euro zu einem modernen Bürogebäude umbauen lassen. 14 Stockwerke hoch, wird die Baustelle rundum abgesichert mit dem Seitenschutzsystem „Titan“.

Seitenschutzgitter Titan, Blick auf die Binnenalster
Blick auf die Binnenalster: Beim Seitenschutzgitter "Titan" lässt sich die volle Feldweite von 3 Metern ohne Überlappung der Gitter ausnutzen.
Baustelle 1966, Hängebauweise

Premiere in Deutschland: Das Finnlandhaus wurde 1966 in
Hängebauweise erstellt. | Foto: www.hamburg-bildarchiv.de

Als erstes seiner Art in Deutschland wurde das viereckige Hochhaus 1966 in Hängebauweise errichtet. Ursprünglich als Bürohaus für finnische Unternehmen gebaut, wurde es später zum Sitz des finnischen Generalkonsulats und der finnischen Fluggesellschaft Finnair. Bei der seltenen Hängebauweise entsteht das Gebäude quasi von oben nach unten. Zunächst wurde der zentralquadratische Erschließungskern (mit Treppenhaus, drei Aufzügen und den Versorgungsleitungen) aus Stahlbeton bis zur heutigen Gebäudehöhe errichtet. Außer diesem Kern gibt es beim Finnlandhaus keine tragenden Elemente, die Lasten in den Boden ableiten. An dem Kern wurde eine am Boden gezimmerte Schalungsplattform hochgezogen und das oberste Geschoss mit acht vorgespannten Kragarmen betoniert. An diesen befestigte man zwölf Stahlhänger, die sich bis zur Höhe des untersten Hochgeschosses erstreckten. Die Geschossdecken wurden anschließend auf der sich abwärts bewegenden Arbeitsplattform von oben nach unten gebaut und hängend befestigt.

Atombunker im Keller


Weitere Besonderheit bei diesem Gebäude: Es steht wegen seiner einzigartigen Bauweise seit 2002 unter Denkmalschutz und muss daher mit viel Bedacht renoviert werden: Im Stil der sechziger Jahre, allerdings auf neuestem Stand der Technik. Bis 2012 beherbergte es zudem in seinen beiden Untergeschossen einen voll ausgestatteten und funktionsfähigen Atombunker für mehr als 2.000 Personen, der danach zur Tiefgarage umfunktioniert wurde. In jenem Jahr erwarb auch der Unternehmer Dieter Becken das Finnlandhaus, seit Anfang 2016 laufen die Umbauarbeiten.
Die Baustelle heute: Alle Ebenen werden mit Alu-Seitenschutz „Titan“ abgesichert.

Eingerückte Alu-Gitter sichern Fassadenkante


Zunächst wurde das Finnlandhaus mit einer Schutzplane verkleidet, vollständig entkernt und von der alten Fassade befreit. Nach diesen Arbeiten war es bautechnisch erforderlich, die Schutzplane und das Fassadengerüst zu entfernen, um die Materialzufuhr zu den Etagen zu ermöglichen und die neuen Fassadenelemente störungsfrei einbauen zu können. Bevor jedoch Plane und Gerüst entfernt werden durften, musste über alle Ebenen eine Absturzsicherung vorhanden sein. Anders als sonst üblich war hier die Vorgabe, die Seitenschutzgitter nicht an der Fassadenkante zu befestigen, sondern mindestens 25 cm weit einzurücken. Das war erforderlich, um trotz Absturzschutz einen störungsfreien Einbau der neuen Fassadenelemente zu gewährleisten, die mit Edelstahlankern an den Deckenkanten befestigt werden sollten.


Variable Befestigungs-Möglichkeiten

Außerdem bereiteten die konstruktionsbedingt dünnen Decken mit einer Stärke von nur 10 cm bei den üblichen Befestigungen Schwierigkeiten. Verankerungen durch Betonschrauben oder die Befestigung mittels Dübeltechnik waren nicht möglich. Die Entscheidung der zuständigen Bauleiterin fiel auf das Alu-Seitenschutzsystem von Ischebeck, das als einziges diese Vorgaben erfüllen konnte. Ausschlaggebend war, dass die zum Seitenschutzsystem gehörenden Bodenplatten verschiedene Befestigungsvarianten ermöglichen. Hier kamen die Bodenplatten mit mittlerem Ankerloch zum Einsatz, die mit nur einer 12 mm Schraube unterhalb der Decke mit einer Scheibe und Mutter verankert wurden.
Seitenschutzgitter Titan, Befestigung
Die Bodenplatte bietet variable Befestigungsmöglichkeiten. Das war bei den dünnen Decken ausschlaggebend. | Fotos: Ischebeck

Leichtes System


Die Arbeiter vor Ort schätzten den einfachen und schnellen Aufbau: Durch den Alu-Rahmen sind die Gitter relativ leicht und müssen nur in eine aufgeschraubte Bodenplatte eingesteckt werden. Das leichte Aluminium war durchaus ein Argument, da die Elemente zwar über einen Bauaufzug in die jeweiligen Etagen transportiert wurden, dort aber manuell verteilt werden mussten. Mit dem Seitenschutz „Titan“ ließ sich die volle Feldweite von 3 Metern ausnutzen. Überlappungen sind zwar möglich, aber nicht erforderlich. Bei dem quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 21 Metern waren nur 32 Bodenplatten mit Verankerung nötig. So konnte Arbeitszeit und letztendlich auch Geld gespart werden.