Riverhouses Leipzig: Betreutes Bauen an und über dem Fluss

RATINGEN, 04.08.2017 – Exklusiv wohnen kann man demnächst an der Weißen Elster in Leipzig. Hier betreut die Hünnebeck-Projektentwicklung das anspruchsvolle Leipziger Bauvorhaben „Riverhouses“. Eine detaillierte Abstimmung verlangte vor allem die Erstellung der auskragenden Gebäudeteile.

Baustelle Riverhouses in Leipzig
Die „Riverhouses Leipzig“: Die Hünnebeck-Projektentwicklung unterstützt das Bauvorhaben mit einem integrierten Schalungs- und Logistikkonzept, technischer Schalungsbetreuung und inten¬siver Abstimmungsarbeit.

Schräge Wände, übers Wasser ragende Auskragungen – der ortsansässige Architekt Manfred Denda hat für das Leipziger Wohnprojekt „Riverhouses“ ein unverwechselbares Design entworfen. Wo bis vor kurzem noch ungenutzte Brachfläche lag, entsteht direkt an der Weißen Elster unter Bauherrschaft der „LE Riverhouse GmbH“ ein kammartiges Gebäu¬deensemble aus drei schlanken Gebäuden mit jeweils sechs Obergeschossen, die einer gemeinsamen dreigeschossigen Sockelzone entspringen. Alle drei Häuser sind geometrisch ähnlich, unterscheiden sich aber in ihren Wandneigungen und Auskragungen. In Haus 1 ist die Auskragung als Kragplatte ausgeführt, an Haus 2 und 3 stehen sie auf Stelzen. Eine ca. 2.000 m² große Tiefgarage mit 90 Stellplätzen vervollständigt das Bauvorhaben, das nach Fertigstellung insgesamt 38 exklusive Eigentumswohnungen (2 bis 5 Räume) mit hochwer¬tiger Ausstattung bieten wird.

Auskragungen schwierig zu realisieren

Die mittlerweile weit fortgeschrittene Rohbauphase der zeitlich versetzt entstehenden Gebäude ist in enger Zusammenarbeit mit der in Ratingen ansässigen Hünnebeck-Projekt¬entwicklung abgewickelt worden. „Wir haben nicht nur die komplette Schalungsplanung erstellt, bei uns sind auch alle Fäden zusammengelaufen, um die technisch anspruchsvolle Realisierung der Auskragungen zu organisieren“, erzählt der baubetreuende Hünnebeck-Projektleiter. Die zum Teil über die Weiße Elster auskragenden Gebäudeteile werden auf einer temporären Basiskonstruktion aus bis zu 1 m hohen Stahlträgern erstellt, auf der ein von Hünnebeck konzipiertes ID15-Lehrgerüst steht und die Lasten aus dem Gebäude aufnimmt. Eine Herausforderung, die eine enge Abstimmung zwischen Baustelle, Haupttragwerksplaner, Stahlbauer und Gerüststatiker verlangte. „Diese Aufgabe haben wir verantwortlich übernommen und vor Ort in mehreren Zusammenkünften mit allen Beteiligten frühzeitig geklärt, welche Lasten an welcher Stelle ankommen, wie wir sie in die Stahlträger und das Gerüst einleiten, wann ausgeschalt werden darf und wie lange das Gerüst stehenbleiben muss.“
Aus diesen statischen Bedingungen ergab sich auch die zeitliche Abfolge für den Bau der einzelnen Häuser. Der Hünnebeck-Projektleiter erklärt: „Ursprünglich hätte die Bau¬stelle das Lehrgerüst gerne von Haus zu Haus übernommen, doch es muss aus statischen Gründen stehenbleiben, bis die Decke über dem 2. OG mindestens 28 Tage alt ist. Zu diesem Zeitpunkt ist dann aber bereits die Decke über dem 4. OG fertig, so dass wir die Lasten aus 4 Etagen ableiten müssen. Da dann nur noch zwei Etagen fehlen, ist es im Hinblick auf einen zügigen Baufortschritt einfach sinnvoll, alle drei Häuser gleichzeitig in Schalung zu haben.“

Baustelle Riverhouse in Leipzig
Die unterschiedlich geneigten Außenwandflächen werden zum großen Teil mit Systemlösungen aus dem Manto-Wandschalungsprogramm geschalt…

Temporäre Tragkonstruktion

Die beschriebenen Traggerüste, auf denen die um bis zu 6,82 m (+ 1,70 m Balkone) aus¬kragenden Gebäudeteile geschalt und betoniert werden, sind knapp 5 m hoch und stehen jeweils auf einer temporären Stahlträgerkonstruktion – eine gitterartige Basis aus fast 1 m hohen Stahlträgern, auf denen wiederum kleinere Stahlträger aufliegen. Die Gerüstkon¬struktionen bestehen im Wesentlichen aus ID15-Lastrahmenstützen und werden durch Europlus-Stahlrohrstützen (mit patentierter Schnellabsenkung) sowie Schwerlaststützen ergänzt. Obwohl die vierstieligen, diagonal versteiften Türme nur 1 m x 1 m in der Basis messen, bieten sie eine hohe Tragfähigkeit von 200 kN pro Turm und eignen sich daher hervorragend zum Ableiten der hohen Betonierlasten aus den auskragenden Gebäudetei¬len. Als weitere Vorzüge der Rahmenstütze gelten ihre schnel¬le Ein-Mann-Montage (unverlierbare Schnellverschlüsse) und ihre Einsatzflexibilität in der Höhe. Denn ID15-Konstruktionen kommen ohne starre vorgegebene Höhenraster aus.

Schräge Wände

Eine schalungstechnische Herausforderung auf der Leipziger Ortbeton-Baustelle ist auch die Herstellung der vielen unterschiedlich geneigten Außenwandflächen, die den Häusern ihre besondere Fassadenoptik verleihen. Hierfür haben die Schalungsplaner ökonomisch sinnvolle Systemlösungen aus dem Manto-Wandschalungsprogramm entwi¬ckelt. Der Einsatz kostenintensiver Sonderschalungen wird weitestgehend vermieden. Die Baustelle braucht lediglich an einigen wenigen Detailpunkten Passstellen aus Schalhäuten und Holzträgern herzustellen.
„Den Hauptanteil geneigter Wand¬flächen verwirklichen wir mit unserer Manto Großrahmenschalung“, erläutert der betreuende Hünnebeck-Schalungsexperte. „Vereinfacht gesagt, wird die Schalung einfach schräg aufgestellt und entsprechend abgestützt. Voraussetzung ist allerdings ein statisches Konzept, das genau ermittelt, wo welche Lasten ankommen, und das vorgibt, wie die Schalung zu verankern ist. Das haben wir bei diesem Bauvorhaben natürlich auch beigesteuert.“

… Die Baustelle braucht lediglich an einigen wenigen Detailpunkten Passstellen aus Schal¬häuten und Holzträgern herzustellen.
Das umfassende Tafelsortiment der Manto-Schalung, von der rund 500 m² auf der Baustelle zur Verfügung stehen, ermöglicht ausreichend Kombinationen, um alle ge¬wünschten Wandgeometrien herzustellen. Das Programm bietet insgesamt elf Tafelbreiten zwischen 30 cm und 240 cm bei Tafelhöhen von 120 cm, 270 cm und 330 cm. Hinzu kommen noch die sogenannten Vielzwecktafeln sowie die XXL-Variante mit drei Formaten bis maximal 2,70 m x 4,80 m. Da sich alle Manto-Schaltafeln rasterlos beliebig miteinan¬der kombinieren lassen – stehend und liegend, seiten- und höhenversetzt – ist eine hohe Einsatzflexibilität gegeben. Das kommt auf der Leipziger Baustelle gut an. Ebenso wie die Robustheit des Manto-Tafelverbundes – selbst im aufgestockten Zustand ist ein Betondruck von 80 kN/m² möglich. Das Fazit der Baustelle fällt dementsprechend positiv aus: „Die Zusammenarbeit war sehr professionell. Hünnebeck ist ein Partner, mit dem auch Lösungen für nicht alltägliche Probleme gefunden werden können.“