KTM-Museum im Bau: Feintuning für die Schalungsarbeiten

MAISACH, 05.10.2017 - Highspeed auf zwei Rädern - dafür ist der Motorradbauer KTM weltweit berühmt. Am Firmensitz im oberösterreichischen Mattighofen entsteht bis Ende 2018 das neue KTM-Museum. Wände und Decken bei jeder Temperatur in gleicher Sichtbetonqualität herzustellen, ist eine Herausforderung.

Baustelle des KTM-Museums von oben
Der Neubau des KTM Museums ist wie eine Rennbahn gestaltet. So gibt es bis auf Fluchtstiege auch keine Treppen, sondern nur Rampen zwischen den sechs Ebenen.

Schon beim Anblick des Gebäudes dürften künftig die Herzen von Motorradfans höherschlagen. Der Neubau, ein Entwurf der Büros „X Architekten“ und „Hofbauer:Architect“, ist wie eine Rennbahn gestaltet. Auch die Innenarchitektur ist alles andere als gewöhnlich. Denn mit Ausnahme der Fluchtstiegen wird komplett auf Treppen verzichtet, und Besucher erreichen alle sechs Ebenen über eine Rampe. Zentrales Gestaltungselement des Projekts sind die Sichtbetonflächen. Um die hohen architektonischen Anforderungen zu erfüllen, kombiniert die ausführende Firma Habau die neue Beton-Sensortechnologie Concremote mit bewährter Schalungstechnik von Doka.

Hier läuft alles rund

Mit 4 % Neigung in den Decken auf allen Ebenen ist das KTM-Museum wortwörtlich schräg. Um diese Schrägen und den nötigen Speed für die insgesamt 14.400 m2 großen Deckenflächen zu erreichen, setzt das Bauunternehmen Habau auf den robusten Dokamatic-Tisch. Die Deckentische können als komplette Einheit mit bis zu 12,5 m² von nur einer Person umgesetzt werden, ganz ohne Kran. Dazu wird beim Bau des KTM-Museums das Umsetzgerät DoKart plus verwendet. Um die gewünschte Neigung zu erreichen, werden die Stützen mittels Spindel auf unterschiedliche Höhen eingestellt. Für die gekrümmten Wandflächen konzipierte Doka eine passgenaue Schalungslösung aus Framax-Rahmenschalung und Trägerschalung Top 50. So wird die elliptische Außenwand in zwölf Abschnitten betoniert, deren Schalung sich jeweils aus drei verschiedenen Schalungssätzen der Trägerschalung Top 50 zusammensetzt. Um die wirtschaftliche Vorhaltemenge von einer viertel Ellipse - das entspricht ca. 50 Laufmetern - zu erreichen, wurde die Schalung so konstruiert, dass sie für die gegenüberliegenden Teile der Ellipse auf den Kopf gestellt werden kann.

Schalungsarbeiten am KTM-Museum
Die elliptische Gebäudeform entsteht mittels Trägerschalung Top 50, die mit 3-SO Schalungsplatten belegt ist.

Sichtbarer Schalungserfolg

Um dem Sichtbeton an Wänden und Decken die gewünschte Struktur zu geben, setzt Doka auf einen Klassiker: die Schalungsplatte 3-SO, mit der sowohl die Framax-Rahmenschalung als auch die Deckentische belegt werden. Diese Schalhaut aus der bekannten gelben Dreischichtplatte erzielt ein Betonbild mit feiner Holzmaserung und horizontalen Abdrücken der Schaltafeln. Eine Herausforderung für die Baustellenmannschaft ist die Herstellung eines gleichmäßigen Betonbildes für alle Abschnitte bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen – gearbeitet wird nämlich im Sommer und im Winter. Die Betonfarbe wird vom Ausschalzeitpunkt mit beeinflusst und der wiederum hängt vom erzielten Aushärtungsgrad ab. Der Beton reift bei sommerlichen Temperaturen schneller als im Winter.
Durch den Einsatz des Betonmonitoring Concremote wird der „Blick in die Schalung“ möglich. So kann man sicherstellen, dass über alle Abschnitte beim selben Ausreifegrad ausgeschalt und somit ein einheitliches Erscheinungsbild erzielt wird. Durch die Übermittlung von Echtzeitdaten zur Temperatur- und Festigkeitsentwicklung des Betons macht Concremote sozusagen ein „Feintuning“ der Schalungsarbeiten möglich. Die Messdaten können von den Baustellenverantwortlichen jederzeit über ein gesichertes Webportal via Notebook, Tablet und Smartphone abgerufen werden.

Sichtbeton beim KTM-Museum

Für das gewünschte Sichtbeton-Ergebnis setzt die Baustellenmannschaft mit Concremote auf den perfekten Ausschalzeitpunkt. Die Schalungsplatte 3-SO sorgt für eine ansprechende Struktur mit Holzmaserung. | Fotos: Doka

Bestens betreut

Bis zum Bauende sind über 3.300 m2 Schalung von Doka im Einsatz. Der Schalungsexperte unterstützt das Projekt aber auch mit seinem Know-how. Die Leistungen reichen von Schalungsplanung der Doka-Techniker, über Montage der Schalungselemente auf der Baustelle durch den Doka Fertigservice, bis hin zur Vor-Ort-Einweisung der Baustellenmannschaft in die korrekte Bedienung der Schalungssysteme durch den Doka-Richtmeister und der regelmäßigen Baustellenbetreuung durch Außendienstmitarbeiter.