Blanke Fassade für das „Auge des Sturms“

MARKTL/LILIENFELD, 02.05.2016 - Der Windkraftanlagenbauer und -Betreiber Enercon hat in Aurich ein Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum gebaut, das Windkraft und ihre Möglichkeiten dramatisch in Szene setzt. Im windigen Ostfriesland wirkt das EEZ mit seiner exponierten Lage und seiner modernen Industriearchitektur wie ein „Auge des Sturms“.

Energie- und Erlebniszentrum Aurich

Mitten auf der künstlichen Insel entstand das Energie-Zentrum, das neben dem Schwerpunkt Windkraft auch Wasser als energetisches Element in die Inszenierung des EEZ einbezieht. | Fotos: Prefa/Croce

Prefa Aluminiumfassade
Prefa-Wandrauten in blankem Aluminium mit Klarlack
bestimmen dominant den architektonischen Eindruck.

Die ehemals verschlafene Kleinstadt Aurich durchpulst seit dem Bau des EEZ im Stadtteil Sandhorst dynamische Erlebens-Energie. Denn das Enercon-Großprojekt von Industrie-Architekt Lothar Tabery präsentiert nicht nur Windkraft in allen Design-Sturmstärken, sondern bringt auch architektonisch einen Orkan in die konservativ-ländliche Region. Das sonst eher platte Ostfriesland wird neuerdings herausragend dominiert. Das zunächst als reines Science-Center konzipierte Projekt EEZ Aurich erfuhr im Zuge der Planungsarbeiten wesentliche Erweiterungen. Initiiert von Enercon erweiterten ein Bildungs- und Erlebniszentrum den Ursprungsplan, ein Ausbildungszentrum und weitere Nutzer mit relevanten Energiethemen schlossen sich an das engagierte Projekt an.

Windkraft und mehr

Ursprünglich wesentlich kleiner dimensioniert und auf einer Halbinsel des Jade-Ems-Kanals geplant, hatte das erweiterte Projekt jedoch keinen Platz. Im Auricher Stadtteil Sandhorst fand Tabery aber ideale Bedingungen, um seine Vorstellungen doch zu realisieren. Mitten auf der künstlichen Insel entstand deshalb auf 1.500 m² Fläche das Energie-Zentrum, das neben dem Schwerpunkt Windkraft auch Wasser als energetisches Element in die Inszenierung einbezieht. Platz finden in dem Komplex, dessen Konzept einer aufgebrochenen Ellipse folgt, nicht nur Ausbildungseinheiten der Enercon. In den vier sichelförmigen elliptischen Bauteilen finden außerdem noch ein Zentrum für Natur und Technik, sowie ein außerschulischer Lernort und ein Energie-Treffpunkt als Kommunikationszentrum für Schüler und Azubis großzügig Platz.

Europäisches Leuchtturm-Projekt

Das Thema Energie beschäftigt auch unterschiedliche Nutzer aus Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Bildung, die das Angebot des EEZ, das als ein europäisch einmaliges Leuchtturm-Projekt einen Trend setzt, komplettieren. Der dem EEZ vorstehende Education Tower, der als Gestaltungselement optisch in die Schuppenfassade aus Prefa-Dachrauten geschoben wurde, gibt mit modernsten multimedialen Mitteln auf allen Raumflächen eine 360°-Perspektive über die Energie-Zukunft.
Als ideales Gestaltungsmaterial für die Fassade wählte Lothar Tabery Prefa-Wandrauten in Aluminium blank mit Klarlack. Sie bestimmen dominant den architektonischen Eindruck. „Die Prefa-Wandraute 20 x 20 erwies sich als das ideale Material um die gekrümmte, teilweise um 7° geneigte und sich verjüngende Fassade zu verkleiden“. Derart ungewöhnliche Gebäudegeometrien wie beim EEZ lassen sich durch die Kleinteiligkeit der Plattenstruktur problemlos bearbeiten, meint Tabery.
„Durch die Krümmung der Fassade in mehrere Dimensionen war das Anreißen der Montagepunkte für die Prefa-Wandraute nur mit einer vom Spengler gefertigten Montageschablone möglich", beschreibt Tabery die Tücken des Objekts. Der Projektverantwortliche der Berliner Bau-Fa-Tec Bau und Fassaden GmbH ergänzt: „Für die Pfostenriegel und die Fassadenanschlüsse mussten auf der Baustelle einige Tausend Rauten vor Ort genschnitten und entsprechend gekantet werden. Bei 25 Rauten/m² haben unsere Monteure rund 73.000 Einzelrauten montiert.”

Im Auge des Sturms

Blankes Aluminium hat der Architekt wegen des edlen Aussehens bei vergleichsweise günstigen Herstellungskosten gewählt und wegen des Bauherrn-Wunsches nach einer dauerhaft metallischen Oberfläche, die sich auch in der Freibewitterung nicht verändert. „Das falzbare Aluminium-Vormaterial bekam eine extrem beständige Klarlack-Sonderbeschichtung", sagt Prefa-Fachberater Olaf Oetjen. Das Material lässt sich problemlos biegen, ohne dass die Beschichtung reißt oder abplatzt und die Falz-in-Falz-Verlegetechnik macht die Fassade sturmsicher. Ein Drittel der Fassade musste außerdem der Brandschutzklasse A1 entsprechen. Tabery: „In diesem Bereichen besteht der Aufbau aus einer hinterlüfteten Alu-Unterkonstruktion mit Konsolen und L-Profilen und einer Deckunterlage mit bandverzinkten, lackierten Stahltrapezblechen mit einer Aluminiumblechtafel als Befestigungsgrund für die Wandrauten.“ bi

EEZ Aurich
Das monumentale Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum setzt in Ostfriesland Windkraft und ihre Möglichkeiten dramatisch und publikumsattraktiv in Szene.