Baggerproduktion in Konz
Die Einführung neuer Motoren im Zuge der europäischen Abgasgesetzgebung belastet die Baumaschinenindustrie erheblich. Mit Übergangsfristen sollen nachteilige Effekte vermieden werden. | Foto: Volvo CE

EU beschließt Abgasstufe V

BRÜSSEL, 07.07.2016 – Das europäische Parlament hat am 5. Juli die fünfte Stufe der europäischen Abgasgesetzgebung verabschiedet. Sie enthält strengere Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide für mobile Maschinen in Land- und Bauwirtschaft, Materialumschlag, Kommunen und Straßenbetriebsdienst.

Mit der nun verabschiedeten Stufe V werden erstmals alle Leistungskategorien erfasst und für die stückzahlstarken Leistungskategorien von 19 kW bis 560 kW ein Grenzwert für die Partikelanzahl eingeführt, was insbesondere bei den unteren und oberen Leistungsklassen einen immensen Aufwand bedeutet. Die europäischen Herstellerverbände CECE (Bau), CEMA (Landwirtschaft), EGMF (Galabau), EUnited Municipal Equipment (Kommunal) und FEM (Materialumschlag) begrüßten das Ergebnis der Beratungen. „Die EU-Institutionen haben einen guten Kompromiss gefunden zwischen der Verbesserung der Luftqualität und der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Maschinenindustrie”, sagte Ulrich Adam, Generalsekretär des CEMA.

Der Kompromiss wurde durch eine Reihe von Anpassungen im Laufe des Gesetzgebungsprozesses erreicht, während die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Grenzwerte und Einführungszeiträume für Arbeitsmaschinen beibehalten wurden. Zu den Anpassungen gehört zum Beispiel eine Ausweitung des Übergangszeitraums um sechs auf nun 24 Monate, um den europäischen Herstellern mehr Zeit zu geben, ihre Flotte an die neuen Vorgaben anzupassen.

Außerdem ermöglicht die Einführung einer Vorschrift zu Austauschmotoren mit einem Zeithorizont von 20 Jahren den Einsatz von Maschinen mit Austauschmotoren und entspricht so den EU-Zielen hinsichtlich des schonenden Umgangs mit Ressourcen. „Insgesamt folgt die neue Gesetzgebung einem ambitionierten Zeitplan. Es bleibt eine Herausforderung, Hunderte von Maschinentypen und Anwendungen in der vorgegebenen Zeit umzurüsten, aber die Maschinenindustrie ist bereit und in der Lage, diese notwendigen Anpassungen vorzunehmen und zu einer Verbesserung der Luftqualität in Europa beizutragen“, sagte Sigrid de Vries, Generalsekretärin des CECE.

In dem Kompromiss wurden auch die besonderen Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen und der hohe Spezialisierungsgrad der Branche berücksichtigt. Für bestimmte Maschinentypen wie Mobilkrane und Schmalspurtraktoren sind erweiterte Übergangszeiträume vorgesehen, um ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Die zusätzliche Zeit ermögliche den Herstellern, ihre Maschinen neu zu entwickeln, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit auf’s Spiel zu setzen, und habe keinen negativen Effekt auf die Umwelt, sagte Olivier Janin, Generalsekretär der FEM.

Die Zustimmung des Europäischen Rats zur Emissionsverordnung wird in den kommenden Wochen erwartet, gefolgt von der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt im dritten Quartal 2016. Die für die Typgenehmigung der Motoren noch notwendigen ergänzenden Rechtsakte müssten nun ebenfalls zügig verabschiedet werden, um der Industrie die notwendige Rechts- und Planungssicherheit zu geben, fordert der VDMA.