Baumaschinenindustrie schafft drei Prozent Umsatzplus

FRANKFURT, 09.03.2017 – 2016 haben die deutschen Baumaschinenhersteller ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr – gegen den weltweiten Trend – um drei Prozent auf 9,3 Milliarden Euro gesteigert. Für 2017 prognostiziert der VDMA einen nochmaligen Zuwachs in gleicher Höhe.

Baumaschinenumsatz 2016
Die Umsätze der deutschen Baumaschinenhersteller steigen seit Jahren kontinuierlich, und sogar die alten Höchststände kommen wieder in Sichtweite.
Der europäische und insbesondere der deutsche Heimatmarkt haben die deutschen Hersteller 2016 gestützt. Der deutsche Markt hat nach einem starken Jahr 2015 nochmals um 20 Prozent zugelegt und mit nun drei Milliarden Euro Umsatz fast das Niveau des Rekordjahres 2007 erreicht. „Angesichts dieser hohen Basis scheint ein weiteres Wachstum kaum möglich, auch wenn unsere Kunden hierzulande gut ausgelastet bleiben“, meint Johann Sailer, Vorsitzender des VDMA-Branchenverbandes Bau- und Baustoffmaschinen.

Der europäische Markt verzeichnete 2016 acht Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem von Deutschland und Frankreich. In Großbritannien und Mittelosteuropa gab es dagegen ein Minus. 2017 erwarten die Unternehmen und dass sich die moderate Erholung in fortsetzt. 2017 erwartet der VDMA in Europa – bei stabilen Märkten in Nord- und Westeuropa und einer leichten Erholung in Südeuropa – einen ungefähr gleichbleibenden Baumaschinenabsatz.
Baumaschinenabsatz 2016
Der Baumaschinenabsatz in Deutschland hat 2016 fast wieder das Niveau des Vorkrisenjahres 2007 erreicht. | Fotos: VDMA
Die Baumaschinenindustrie hofft für die Zukunft auf offene Märkte und ein vereintes Europa als Basis für ihren wirtschaftlichen Erfolg – und schaut deshalb aufmerksam auf die in diesem Jahr anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. „Gerade ein mitunter stark spezialisierter Sektor wie die Baumaschinenindustrie braucht offene Märkte, weil Spezialmaschinen nicht überall gleichermaßen verfügbar sind“, sagt Sailer.

In Nordamerika schloss die Branche 2016 mit einem knapp zweistelligen Minus ab. 2017 wird unter dem Eindruck der angekündigten Infrastrukturprogramme der neuen US-Regierung eine Stabilisierung erwartet. Noch keine Erholung in Sicht ist in Lateinamerika. Insbesondere der brasilianische Markt bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Besser sieht es in Asien aus: Der chinesische Markt ist 2016 nach vier Jahren erstmals wieder gewachsen, der indische Baumaschinenmarkt wuchs um über 30 Prozent. Hier wurde viel in den Straßenbau investiert. 2017 wird hier und auch in einigen südostasiatischen Märkten wie Indonesien und Myanmar weiteres Wachstum erwartet. Im Mittleren Osten sind die Aussichten weiterhin trüb.