Bauarbeit im Winter
Richtige Schutzkleidung im Winter kann Fehlzeiten durch Krankheit verhindern. | Foto: obs/BG Bau

Bauarbeit im Winter:

Tipps zum Schutz vor Unfällen und Kälte

BERLIN, 07.01.2016 - Nasskaltes Wetter mit eisigem Wind und morgendlicher Glätte machen vielen Berufstätigen zu schaffen, die im Freien arbeiten. Wer seine Beschäftigten auf der Baustelle sehen will und nicht krank zuhause, sollte für ein sicheres Arbeitsumfeld und persönlichen Kälteschutz sorgen.

Im letzten Winter, Dezember 2014 bis Januar/Februar 2015, geschahen auf deutschen Baustellen rund 19.800 zum Teil schwere Arbeitsunfälle, das ergab eine vorläufige Auswertung der BG Bau. Vor allem rutschige Böden und schlechte Lichtverhältnisse fordern ihren Preis. Viele Beschäftigte erlitten einen Unfall, weil sie ausrutschten, etwa auf Baustellenwegen oder beim Warten vereister Maschinen. Auch Stürze von glatten Deckenschalungen kamen vor.
Arbeitgeber müssen mögliche Gefährdungen beurteilen und Risiken vermeiden. So dürfen Arbeiten auf vereisten Baugerüsten gar nicht erst ausgeführt werden. Unliebsame Überraschungen durch regional mögliche Schneefälle können Unternehmen beispielsweise vermeiden, wenn sie den Winterdienst schon bei der Projektplanung und der Ausschreibung berücksichtigen. Damit den Beschäftigten nichts passiert, sind Streu- und Räumpflichten zu beachten.

Bloß nicht erkälten

Ein weiteres Problem sind krankheitsbedingte Fehlzeiten. Zu leichte oder falsche Bekleidung kann im Winter zu hartnäckigen Erkältungen, chronischen Erkrankungen der Atemwege sowie des Muskel- und Skelettsystems führen. Nach dem Fehlzeitenreport 2015 der AOK lag die jährliche Arbeitsunfähigkeit beispielsweise im Hoch- und Tiefbau bei 15,4 Tagen. Die Beschäftigten der Baubranche insgesamt waren im Schnitt 13,1 Tage arbeitsunfähig geschrieben. Das waren 1,2 Tage mehr als im Durchschnitt aller Branchen.

Richtig anziehen

Dabei vermindert wintertaugliche und richtige Schutzkleidung gegen Kälte und Nässe die Gefahr wetterbedingt zu erkranken deutlich. Die Schutzkleidung muss winddicht sein, auftretende Feuchtigkeit durch Schwitzen nach außen leiten können und zugleich einen wirksamen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Umgebung und Körper ermöglichen, damit Beschäftigte nicht auskühlen. Allerdings hilft die beste vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Wetter- und Winterschutzkleidung nichts, wenn die Beschäftigten sie nicht tragen.

Immer nach dem Zwiebel-Prinzip

Bei kalten Temperaturen mache es Sinn, so die BG Bau, mehrere Lagen Kleidung übereinander zu tragen, in einer Kombination von Jacke und Hose aus Mikrofasern sowie darunter Wäsche aus Fleecematerial, das Feuchtigkeit aufnimmt und für Wärme sorgt. Zum Kopfschutz sind außerdem Wintermützen zum Unterziehen sinnvoll. Wichtig sind zudem geeignete Arbeitshandschuhe sowie S3-Sicherheitsschuhe mit rutschhemmenden Sohlen. Und für die Pausen sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern heiße Getränke und einen geheizten Raum zum Aufwärmen bereitstellen. bi