Polystyrol: Lösung zur Dämmstoff-Entsorgung abgesegnet

KÖLN, 10.07. 2017 – Die Entsorgung von Polystyrol wird ab dem 1. September wieder unproblematisch sein. Am Freitag stimmte der Bundesrat der neuen Verordnung zu, die die Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffen vereinfacht. Vor allem das Dachdeckerhandwerk hatte unter der Regelung vom 30. September 2016 gelitten.

Dämmstoff-Entsorgung

Ende des Entsorgungs-Problem: Ab September werden HBCD-haltige Dämmstoffe wieder als ungefährlich eingestuft. | Foto: Industrieverband Hartschaum

Mit der der neuen Verordnung ist eine dauerhafte Lösung des Entsorgungsproblems gefunden worden: Soweit Abfälle HBCD oder andere persistent organische Schadstoffe (POPs) enthalten, werden diese Abfälle dauerhaft als ungefährlich eingestuft. Um die vollständige thermische Verwertung sicherzustellen, wird ein Nachweisverfahren zur Sammelentsorgung eingeführt. Der entsorgende Handwerksbetrieb kann dabei den bewährten Sammelentsorgungsnachweis nutzen. Damit entfällt die Mengenbeschränkung für gefährliche Abfälle auf 20 Tonnen pro Baustelle und Jahr. Auch wurde die für das Dachdeckerhandwerk wichtige Präzisierung von Verbundstoffen vorgenommen: So werden in der Verordnung nun konkret XPS- und EPS-Dämmstoffe mit Bitumen- und PU-Kleber-Anhaftungen aufgeführt. Damit sind Anhaftungen an Dämmstoffen eindeutig von der Pflicht der Getrenntsammlung befreit.  Nach Informationen des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) tritt die neue Verordnung am 1. September in Kraft.

Ulrich Marx
Hofft, dass mit der Neuregelung der Entsor-
gungsstau bald aufgelöst ist: ZVDH-Haupt-
geschäftsführer Ulrich Marx | Foto: ZVDH

Dachdeckerhandwerk atmet auf

„Wir sind sehr erleichtert, dass die HBCD-Problematik, die unserer Dachdeckerbetriebe, aber auch die Endkunden, monatelang in Atem hielt, ein gutes Ende gefunden hat“, sagte dazu ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. „Mit der neuen Verordnung ist eine sicherere und umweltgerechte Entsorgung gewährleistet. Der Entsorgungsstau sollte damit auch bald aufgelöst werden. Kritisch werden wir allerdings weiterhin die Preisentwicklung beobachten. Auch werden wir die Handlungsweise einiger Entsorger und mögliche Verweigerungshaltungen im Blick haben.“

Ein Jahr Ärger mit Polystyrol

Weil der auch als „Styropor“ bekannte Dämmstoff in der Regelung vom 30. September 2016 als gefährlich eingestuft worden war, kam es zu Engpässen und Preisexplosionen bei der Entsorgung. Durch eine Änderungsverordnung zur Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) Ende Dezember 2016 wurde diese Regelung für ein Jahr ausgesetzt.  Die Bundesregierung hatte zugesichert, während des Moratoriums gemeinsam mit den Ländern eine dauerhaft tragfähige Lösung zur Überwachung und Entsorgung von allen POPs zu suchen.