Baustoffe: Xella verkauft Fermacell an James Hardie

DUISBURG/SYDNEY, 08.11.2017 – Der europäische Marktführer für Gipsfaserplatten und zementgebundene Platten bekommt einen neuen Eigentümer: Die Xella International S.A. verkauft ihre Geschäftseinheit Fermacell an den australischen Konzern James Hardie. Im ersten Quartal 2018 soll der 473 Millionen Euro schwere Deal abgeschlossen sein.

von Britta Brinkmeier

Feuchtraumplatten bei einem Innenpool
Feuchtraumplatten sind ein wichtiges Geschäftsfeld für Fermacell. Jetzt wird die Xella-Unternehmenssparte verkauft. | Fotos: Xella
Es ist die dritte große Transaktion für Xella in diesem Jahr. Im Sommer trennte sich der Duisburger Konzern von seiner Kalksparte mit der Geschäftseinheit Fels und übernahm den Dämmstoffhersteller Ursa. Dieses neue Portfolio soll für „cash-generierendes“ Wachstum sorgen, mit dem man weitere Investitionen tätigen wolle, so Dr. Jochen Fabritius, CEO der Xella-Gruppe. Damit will sich die Baustoffgruppe eine führende Position beim energieeffizienten und nachhaltigen Hausbau in Europa verschaffen. „Diese Transaktionen sind elementar für die weitere Wertsteigerung von Xella“, so Fabritius. „Sowohl Fermacell als auch Fels haben sich als Teil der Xella-Gruppe hervor¬ragend entwickelt und werden unter ihren neuen Eigentümern ihr Wachstums¬potenzial weiter heben.“
Jochen Fabritius
„Das profitable und cash-generierende Wachstum unseres
neuen Gruppenoortfolios wird es uns erlauben, weiter in
Innovationen zu investieren sowie ergänzende Zukäufe zu tätigen.“
Dr. Jochen Fabritius, CEO der Xella-Gruppe

Gleich und gleich gesellt sich gern

Der neue Fermacell-Eigentümer James Hardie hat seine Wurzeln in Australien, ist aber seit einigen Jahren eine Aktiengesellschaft nach irischem Recht. Ganz ähnlich wie Fermacell ist das Unternehmen Hersteller von Faserzementplatten für Außen – und Innenverkleidungen, Fassaden sowie Boden- und Fliesenunterlagen im Wohnungsneubau, Fertighausbau, Sanierung und Umbau sowie in einer Vielzahl von gewerblichen und industriellen Anwendungen. Hauptmärkte sind die USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Mit der Übernahme von Fermacell erhofft sich James Hardie einen kräftigen Wachstumsschub auf dem starken europäischen Markt, so CEO Louis Gries. Das sei schon seit längerem ein strategisches Ziel. Außerdem sieht das Unternehmen laut Vorstand Dr. Jack Truong dadurch Wachstumschancen in Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. In Deutschland ist der australische Konzern mit der James Hardie Bauprodukte GmbH in Frankfurt vertreten.