Baumaschinen-Netzwerk spart und bringt Geld

KIEL, 17.08.2018 – Seit Ende Juli ist die Vermietplattform für Baumaschinen Sharemac.de online. Hier können Maschinen, die gerade nicht gebraucht werden, mit anderen „geteilt“ werden. Wir sprachen mit dem Gründer Prof. Sven Voelpel über sein Startup.

von Benno Stahn

Prof. Sven Voelpel (Mitte) und sein Team
Sharemac-Gründer Professor Sven Voelpel (Mitte) im Kreis seines Teams: David Peters (links) ist für die Logistik zuständig. Rechts Rezi Chikviladze, Mitgründer und Geschäftsführer. | Foto: B_I/Stahn

B_I: Was brachte Sie auf die Idee, sich mit der Vermietung von Baumaschinen zu befassen?

Prof. Voelpel: Die Idee der sogenannten „Shared Economy“ ist, nicht genutzte Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Bei unserem Projekt Sharemac bieten Bauunternehmen ihre nicht genutzten Baumaschinen über eine Internetplattform zur Vermietung an. Wir hatten bereits zum Start dreißig der renommiertesten und innovativsten deutschen Unternehmen, wöchentlich kommen neue hinzu, denn je mehr Firmen mitmachen, umso mehr Baumaschinen können angeboten werden. Damit sind wir die erste Plattform, die allein auf shared economy setzt.

B_I: Wie funktioniert das konkret?

Prof. Voelpel: Wenn zum Beispiel bei einem Bauunternehmer eine Maschine oder ein Fahrer ausfällt, gibt unsere Plattform Auskunft über die Verfügbarkeit einer benötigten Maschine. Maschinen können auch mit Fahrer vermietet und gemietet werden. Den Vermietpreis bestimmen die Eigentümer. Der Transport an den Einsatzort sowie die Versicherung können optional ebenfalls über unsere Plattform abgewickelt werden.

Das Suchergebnis der Vermietplattform gibt Auskunft über Preis und Verfügbarkeit von Baumaschinen in einer Region.
Das Suchergebnis der Vermietplattform gibt Auskunft über Preis und Verfügbarkeit von Baumaschinen in einer Region. | Abb.: Sharemac
B_I: Welche Informationen sind auf der Plattform abrufbar?

Prof. Voelpel: Wir fragen bei den Firmen Hersteller, Modell und Baujahr ab. Alle anderen Parameter werden über die Hersteller abgefragt und als PDF in der Datenbank hinterlegt. Insgesamt haben wir derzeit bereits für 32.000 Typen bzw. Modelle von Baumaschinen erfasst und mit Parametern hinterlegt, inklusive Fotos. Parallel dazu bietet Sharemac anbietenden Unternehmen an, für sie eine Datenbank über deren Maschinenpark zu erstellen. Der Vorteil für die Firmen ist, dass sie auf einer Plattform, also nicht in unterschiedlichen Programmen, ihre Baumaschinen kontrollieren können.

B_I: Welchen Vorteil hat der Nutzer gegenüber einem konventionellen Vermieter?

Prof. Voelpel: Zunächst: Die benötigten Maschinen müssen nicht gekauft werden, sie sind schon da. Das schafft Planungssicherheit. Außerdem spart unser Verleihsystem Geld, die Gebühren sind geringer als bei üblichen Vermietern, und es bringt dem vermietenden Bauunternehmer Geld durch die Vermietung.
Nach unserem Geschäftsmodell werden die Maschinen zum Tagespreis vermietet. Sharemac erhält eine Gebühr zwischen vier und acht Prozent vom Mietpreis, den sich Mieter und Vermieter teilen. Bezahlt wird bei Übergabe, und zwar über den Bezahldienst Mangopay, der jedem Partner den ihm zustehenden Betrag auszahlt.
Um ein Beispiel zu nennen: Wenn eine Maschine zum Tagespreis von 300 Euro netto vermietet wird, erhält Sharemac eine Vermittlungsgebühr von 12 Euro, die Versicherung 30 Euro. Falls ein Transportunternehmer tätig würde, fallen 179 Euro Transportkosten an.

B_I: Und was haben Sie noch in der Pipeline?

Prof. Voelpel: Seit zehn Monaten besuchen wir täglich Bauunternehmen in ganz Deutschland und fragen nach Feedback, wie wir das System für Sie als Nutzer weiter optimieren können. Es soll in Zukunft mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Wirtschaftsministerium, der Europäischen Kommission und durch die gemeinsame Entwicklung mit Partnerunternehmen weitere Innovationen geschaffen werden, wie Projektplaner, Instandhaltung und ein Trackingsystem, das Auskunft über Betriebsstunden, Zustand der Maschinen, über den nächsten Ölwechsel und so weiter geben soll. Darüber hinaus fertigt Sharemac für die Mitgliedsunternehmen kostenlos eine interne Datenbank („My Equipment“) an, auch über die nicht vermietbaren Baumaschinen.

B_I: Wie sichern Sie sich vor „Schwarzen Schafen“ ab?

Prof. Voelpel: Alle teilnehmenden Partner, sowohl Mieter wie Eigentümer, bewerten sich auf der Plattform gegenseitig. Dieses Ratingsystem hat sich schon bei anderen Plattformen gut bewährt.

Hier geht es zu sharemac.de