Turbo für Jungbäume: Gießrand für sicheres Anwachsen

STUTTGART, 05.01.2018 – Bäume brauchen im Winter zwar kein extra Wasser, aber Planung und Pflanzung erfolgen jetzt und zunehmend trockene Perioden in heißen Sommern gefährden frisch angepflanzte Bäume. Das System arboGreenwell hilft bei der gezielten Bewässerung.

Von Dr. Ing. Lothar Wessolly, Stuttgart

Der ArboGreenwell ist leicht zu montieren
Der arboGreenwell ist formstabil und dank haltender und dichtender Zipverbindung kann er schnell installiert werden. | Foto: B. Measday

Dieses Problem ist inzwischen in der wissenschaftlichen Fachwelt deutlich angekommen: Einstimmig fordert sie: Wasser – Wasser - Wasser nach der Neupflanzung. Nicht ohne Grund: Bei der Entnahme in der Baumschule hat der Baum 80 % seiner Wurzeln verloren. Er hat also zuerst einmal Durst, und sonst nichts. Deshalb empfehlen neuere Richtlinien, wie die FLL-Empfehlung für Baumpflanzung 2015 bei einem 25er Baum eine 8–16 Mal zu wiederholende Wässerung mit 100 l/Einsatz und das 5 Jahre lang. Somit ist auch bei uns hier zu der Pflanzung selbst ein koordiniertes Wassermanagement die professionelle Handlungsweise. Die herkömmliche Lösung, und dafür war die Wassermenge ermittelt, war der aus anstehender Erde aufgehäufelte Gießrand. Allerdings ist dieser kaum in der Lage, die benötigte Wassermenge von 100 l dem Ballen selbst zur Verfügung zu stellen. Häufig versickert so das Wasser um den Ballen herum im durchlässigen Substrat. Bei einem 60er Ballen müsste der Grießrand 35 cm hoch sein, um 100 l aufzunehmen.

Gießrand aus Erde nicht optimal

Es gibt weitere Unwägbarkeiten mit dem Gießrand aus Erde: Erosion in Folge Überfüllung durch den Bewässerer, Niederschlag und Betreten durch Tiere vermindern mit der Zeit die geschlossene Randhöhe und damit die aufnehmbare Wassermenge. Mit dieser Lösung ist keine über das Jahr stabile Wassergabe in definierter ausreichender Menge gewährleistet. Die Folge, trotz intensiver Bemühungen Verlust der Bäume. Somit rücken Gießränder in den Fokus, die über die Zeit stabil das Wasser gezielt dort hinleiten, wo es benötigt wird: Zuerst einmal sollten die gesamten Wurzeln des Ballens vor der Austrocknung bewahrt werden. Tröpfchenbewässerungen (und hier sind einige Lösungen auf dem Markt) leisten das nach eigener Erfahrung und Forschungen im Weinbau nicht. Die Bewässerung erfolgt hier nämlich säulenförmig nach unten. Bei humosem Sandboden dürfte die feuchte Säule schlanker sein, als bei lehmigem Ballen mit mehr horizontalem Ausgleich. Die Folge: Der Baum kommt zwar durch den heißen Sommer, aber große Bereiche der Wurzeln, besonders die feinen äußeren, wurden nicht erfasst und konnten vertrocknen. Der Baum mickert trotz Wässerung in der nächsten Wachstumsperiode. Ganz anders mit Gießränder die nach FLL-Richtlinie mit dem Ballen abschließen. Dann profitieren zuerst der gesamte Wurzelballen und dann der durch die Wurzel zu erschließende Bereich.

Die Verwendung des Geißrandes ArboGreenwell
Mit dem neuen Gießrand arboGreenwell
können bis zu 80 % an Wasser eingespart
werden. arboGreenwell ist in den
Durchmessern 49 und 67 cm mit 25 bzw.
55 l Fassungsvermögen für alle Pflanzgrößen
bis über STU 25 erhältlich. | Abb.: arboa

Wuchsperiode von Mai bis August entscheidend

In der Wuchsperiode der Wurzeln von Mai bis August kann sich bei gutem Substrat und guter Wässerung das Wurzelvolumen vervierfachen. Der Baum wird biologisch und statisch sehr schnell autark. Und muss nicht 5 Jahre gewässert werden, was auch eine Abhängigkeit des Baumes von künstlicher Bewässerung zur Folge haben kann. Eine Wässerung von mehr als einem Jahr kann somit, zumal mit dem arboGreenwell, dann an normalen Standorten als überflüssig angesehen werden. Das spart erhebliche Kosten gegenüber der Richtlinienempfehlung von 5 Jahren. Der Gießrand ist der Turbo für die Baumentwicklung.

Patentierte Lösung aus Australien

Arboa tree safety vertreibt eigentlich nur selbst entwickelte und patentierte Produkte der Baumsicherung: Das System der boa Kronensicherung und arbofix 2.0, die prämierte und weiterentwickelte Pfahlwurzel aus Eisen zur pfahlfreien Pflanzsicherung durch Unterflurverriegelung: Bislang 100 000 damit gesicherte Jungbäume haben alle Orkane schadlos überstanden. Trockene, heiße Sommer und viele vertrocknete Jungbäume regten uns an, auch hier in Ergänzung eine Eigenentwicklung zu starten. Nachdem das Thema Wässerung durch die Verleihung einer Innovationsmedaille bei der GalaBau Nürnberg 2016 nochmals betont wurde, beschleunigte das unsere Anstrengungen. Bei den Vorbereitungen hierzu ergab die Recherche im internationalen Markt, dass Länder, die schon immer mit Wasserproblemen zu kämpfen haben, in ihrem Know-how weiter waren, als wir im bisher wasserverwöhnten Mitteleuropa. Wir entdeckten die patentierte und einfache Lösung in Australien: Der arboGreenwell ist formstabil, autark (ohne Nageln an einen Dreibock) mit einer patentierten, gleichzeitig haltenden und dichtenden Zipverbindung zu installieren. arboGreenwell hat sich 1 Mio. Mal auch in den USA und Südafrika bewährt. Warum das Rad neu erfinden ?

Erhältlich in zwei Größen

arboa sicherte sich die Exklusivrechte für den deutschsprachigen Raum und legte die Eigenentwicklung auf Eis. arboGreenwell, hergestellt aus recyceltem Polypropylen ist ab sofort in zwei Größen erhältlich: 49 cm / 67 cm Durchmesser, mit 25 / 55 l Fassungsvermögen für alle Pflanzgrößen bis über STU 25. Da kein Verlust wie beim konventionellen Rand entsteht, erfüllt die Wassermenge die FLL Richtlinie und kann nach spätestens einer Wachstumsperiode an neuen Bäumen wieder eingesetzt werden. Man spart also beim Einsatz dieses neuen Gießrandes 80 % an Wasser und Manpower.

Einfaches Einbringen

arboGreenwell ist durch einen Zip-Verschluss schnell zu verbinden und auch wiederverwendbar. Eine Wellung auf der Unterseite erleichtert das Einbringen ins Substrat durch Drehbewegungen. Beide Versionen sind stapelbar und benötigen wenig Platz. arbo Greenwell ist eine optimale Ergänzung zur Pfahlwurzel aus Eisen, dem weiter entwickelten arbofix 2.0. Beide sind auch unabhängig voneinander einsetzbar.

Zum Autor

Der Autor ist Begründer des Fachgebiets Baumstatik und Inhaber des Sachverständigenbüros für Verkehrssicherheit von Bäumen, vom Regierungspräsidium Stuttgart für Verkehrssicherheit und Wertermittlung von Bäumen öffentlich bestellt und vereidigt. Inhaber der arboa e.K. tree safety mit Sitz in Stuttgart.