Vergleichspflanzung: Staudengröße entscheidend

NEERSTEDT, 16.03.2017 – Lässt sich durch die Verwendung größerer Stauden ein signifikanter Unterschied in der optischen Wirkung erzielen? Das Team der Gärtnerei Schachtschneider in Neerstedt wollte es ganz genau wissen und nahm Testpflanzungen vor. Das Ergebnis hielt einige aufschlussreiche Überraschungen bereit.

Das Team der Gärtnerei Schachtschneider
Torben, Maike, Jens und Finn Schachtschneider produzieren in ihrem Gartenbaubetrieb mit insgesamt 50 Mitarbeitern 1.800 Arten und Sorten an zwei Standorten. | Abb.: Schachtschneider

Seit Jahren sieht das Unternehmen den Trend, dass der GaLaBau gerne zu größeren Staudenqualitäten im 3-l-Container und zu Solitärgräsern im 3- oder 7,5-l-Container greift. „Mit größeren Pflanzen kann der Landschaftsgärtner einen Wow-Effekt zum Projektabschluss schaffen – vor allem in Privatgärten,“ so Inhaber Jens Schachtschneider „doch eine strukturierte Vergleichspflanzung der verschiedenen Staudengrößen inklusive Kosteneinfluss fehlte bislang. Das Bauchgefühl, dass kräftige Staudenqualitäten einen großen Einfluss auf die Gesamtwirkung des Projektes haben, wollten wir endlich untermauern.“

Strukturierte Vergleichspflanzungen

In einer strukturierten Pflanzung wurden drei Beete miteinander verglichen. Auf jeweils 17 m² Größe realisierte Finn Schachtschneider, der nach dem Gartenbaustudium im elterlichen Betrieb tätig ist, zum einen eine Projektbepflanzung aus 0,5- bis 1-l-Stauden, in einer Anzahl von 100 Stück. Dem gegenübergestellt wurden in einem Vergleichsbeet 3-l-Solitärstauden, ebenfalls 100 Stück. Das dritte Beet wurde mit einer reduzierten Anzahl von Stauden (66 Stück) im 3-l-Container bepflanzt. Die gesamte Testpflanzung hatte identische Boden- und Lichtverhältnisse. Sie erfolgte inklusive fotografischer Dokumentation am 20. Mai 2016. Anschließend wurden die Beete wöchentlich erneut fotografiert bis zum 28. August 2016. Auch eine Kostenübersicht je Parzelle wurde erstellt.

Vergleichspflanzung mit vielen, kleinen Stauden
Die herkömmliche Pflanzung in Topfgrößen P 0,5 und P 1 ergibt auch Ende August noch kein üppiges Staudenbeet.
Vergleichspflanzung mit vielen, großen Stauden
Die Solitärstaudenpflanzung aus 100 Stück im 3-l-Container vermittelt sofort einen ansprechenden Eindruck.
Vergleichspflanzung mit wenigen, großen Stauden
Die Solitärpflanzung aus 66 Stück im 3-l-Container hat das beste Preis-Leistungsverhältnis.

Optischer Vergleich eindeutig

Das Ergebnis der Testreihe lässt sich an den Bildern erkennen: Die herkömmliche Pflanzung aus P 0,5 und P 1 ergibt kein üppiges Staudenbeet, auch nicht im Zeitverlauf bis Ende August. Es ist stets ein größerer, nicht begrünter Flächenanteil zu sehen und nur eine geringe Blattmasse vorhanden. Die Parzelle mit der gleichen Anzahl von Solitärstauden im C3 (100 Stück) vermittelt sofort einen ansprechenden Eindruck, viel Blattmasse und eine gut begrünte Fläche. Das Beet mit einer reduzierten Anzahl, und damit kostengünstigere Lösung aus Solitärstauden im C3 (66 Stück) ist in der Fern- und Nahwirkung ähnlich der üppigen Pflanzung von 100 Solitärstauden. Auch hier ist der nicht begrünte Anteil gering und die Blattmasse insgesamt hoch. „Wir hatten erwartet, dass sich die Testpflanzungen schneller angleichen und waren erstaunt, wie lange der Vorsprung der Solitärstauden anhält“, berichtet Finn Schachtschneider.

Kostenvergleich mit Überraschung

Der Kostenvergleich zeigt, dass das Beet mit 100 Solitärstauden im 3-l-Container 83% teurer ist, als herkömmliche Topfgrößen P 0,5 und P 1. Das dritte Beet mit 66 Pflanzen im 3-l-Container hingegen bringt die Überraschung: Der Kostenvergleich ermittelt Stauden-Mehrkosten von nur 29% gegenüber der herkömmlichen Größen P0,5 und P1, während der Effekt des Beetes in Fern- und Nahwirkung eher der üppigen Staudenpflanzung gleicht. „Das dritte Beet aus einer reduzierten Anzahl von Solitärstauden ist das Beet mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis,“ fasst Jens Schachtschneider zusammen „und 29% Mehrkosten auf den Staudenanteil des Projektes fallen bei den Gesamtkosten kaum noch ins Gewicht.“

Einen Mix für die beste Wirkung

Würde der Landschaftsgärtner denn die gesamten Staudenrabatten aus 3-l-Solitärstauden pflanzen? „Für den gewünschten Effekt empfehlen wir einen Mix aus kräftigen Solitärstauden, die als Gerüstbilder sofort attraktive Akzente setzen und Gruppenstauden, die sich auch im 1-l-Topf schnell entfalten. Bei den Bodendeckern wie bspw. Geranium x cantabrigiense kann auf den Einsatz von kostengünstigen Qualitäten im P 0,5 zurückgegriffen werden“, deutet Jens Schachtschneider die Testergebnisse. Doch welche Stauden sind im 3-l-Container verfügbar? Über 300 Sorten sind im Frühsommer bei Schachtschneider als Solitärstauden und -gräser erhältlich. Auch im Frühjahr und Herbst sind zahlreiche Sorten vorrätig. Bei Großprojekten empfiehlt Jens Schachtschneider eine frühzeitige Absprache für eine termingerechte, vollständige Lieferung. bi