Kommunaltechnik hautnah erleben: demopark 2017

EISENACH, 19.04.2017 – Vom 11. bis 13. Juni öffnet Europas größte Freilandausstellung für die Grünflächenpflege, die demopark 2017, ihre Pforten. Auf dem 25 ha großen Gelände gehören auch Kompakttraktoren zu den Attraktionen, die auf Aktionsflächen getestet werden können.

Überblick auf das Gelände der demopark in Eisenach
Die demopark wird von der Gesellschaft zur Förderung des Maschinenbaus mbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des VDMA, veranstaltet.

Knappe Kassen und weniger Zuschüsse von Bund und Ländern stellen viele Kommunen vor große Herausforderungen. Als multifunktionaler Geräteträger, der sich rechnet, rückt daher der Traktor mehr und mehr in den Fokus der Entscheider. Je nach Größe und Motorausstattung lassen sich Traktoren vielfältig einsetzen: auf Geh- und Radwegen, zur  Grundstücks- und  Rasenpflege oder zum Großflächeneinsatz bei der Straßenreinigung. Die meisten Hersteller teilen Kompakttraktoren in drei Klassen ein: von 20 bis 30 PS, 30 bis 45 PS und in der höchsten Leistungsklasse bis zu einem Bereich von 60 PS.

Kommunale Anforderungen

Die Modelle für den Kommunaleinsatz lassen sich nicht ohne weiteres mit Standardschleppern vergleichen. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind Wendigkeit, geringes Gewicht und schmale Ausführungen. So müssen die Maschinen für den Winterdienst auf Gehwegen leistungsstark, aber trotzdem schmal sein. Mittlerweile gibt es Modelle in der 50 PS-Klasse, die unter 1,50 m Außenbreite haben. Beim Mäheinsatz auf kleineren Flächen dagegen sind wendige und leichte Maschinen gefragt, die den Rasen nicht beschädigen. Selbst ein kleiner Standardtraktor passt oft wegen seiner Außenbreite oder Gesamthöhe nicht in dieses Anforderungsprofil. Zusätzlich erschwert sein höheres Gewicht den Einsatz auf Rasenflächen, die Gefahr einer Beschädigung der gepflegten Grünfläche ist hoch.

Hydrostatische Antriebe setzen sich durch

Auch müssen in Kommunen oft kleine Einzelparzellen bearbeitet werden, bei denen der Fahrer häufig Arbeitsgeschwindigkeit und Fahrtrichtung zu wechseln hat. Ein Schaltgetriebe, wie es bei Standardtraktoren in der unteren Leistungsklasse oft verbaut wird, ist für diesen Einsatz nur bedingt geeignet. Zentimetergenaues Rangieren in engen Durchfahrten oder das Umfahren von Hindernissen ist mit diesen Getrieben nicht nur unkomfortabel, sondern kostet auch Zeit. Aus diesem Grund haben sich im kommunalen Einsatz und im Dienstleistungssektor bei Kommunaltraktoren hydrostatische Antriebe durchgesetzt. Die Wendigkeit erreichen die Hersteller heute mit einem kurzen Radstand und maximalem Einschlagwinkel der Portalachsen. Weniger Gewicht bei gleichbleibender Stabilität lässt sich u.a. mit Getriebe- und Achsgehäuse aus hochwertigem Aluminiumguss erreichen.

Mehr moderne Technik

Auch an die technische Ausstattung stellen Kommunen immer höhere Anforderungen. Beispiel Hydraulik: Häufig müssen Front- und Heckanbaugeräte simultan angesteuert werden. Daher fordern die Beschaffer in Ausschreibungen sehr oft fünf bis sechs Steuerkreise. Auf dem Markt gibt es inzwischen Modelle mit Synchron-Steuerung für Schneeschilde. Damit lassen sich über Schalter im Kabineninneren die Flügelklappen wahlweise links, rechts oder synchron ansteuern. Weiteren Komfort bieten einige Hersteller mit hydrostatischem Fahrantrieb mit lastschaltbarer Wendeschaltung inklusive Motordrehzahlspeicher und Tempomat.

Ergonomie gefragt

Außerdem legen Kommunen immer stärkeren Wert auf Ergonomie und präferieren Kabinenausstattungen und -dimensionen, die einem langen Arbeitstag  auch aus arbeitsmedizinischer Sicht gerecht werden. Daher unterscheiden sich Standard- und  Kommunaltraktoren mittlerweile schon in der für den Anwender wichtigen Kabinenausstattung. Klimaanlagen, Heizungssysteme, Heckscheibenheizungen und luftgefederte Fahrersitze gehören bei vielen Modellen schon zur Grundausstattung. Wenn im Winterdienst früh morgens bei Minusgraden gearbeitet wird, sind angenehme Temperaturen, freie Sicht durch klare Scheiben und wenig Feuchtigkeit in der Kabine nicht nur komfortabel, sondern sinnvoll und bieten Sicherheit.

Problem: Anzahl der Sitzplätze

Ein echtes Problem ist in den an sich schon komfortablen Kabinen bei Kompakttraktoren bislang die Anzahl der vorhandenen Sitzplätze. Denn über 80% der kommunalen Arbeiten müssen auch aus sicherheitstechnischen Gründen von zwei Personen ausgeführt werden. Doch mittlerweile gibt es gehwegtaugliche Kompakttraktoren mit Doppelsitzkabine, in der zwei erwachsene Menschen bequem Platz finden. Gefederte Sitze, Kabinen und Achsen oder Rückfahrsitze sind weitere Aspekte. Künftig könnten auch Telematiklösungen zum Standard werden, mit denen die Mitarbeiter gefahrene Wege und Arbeiten noch besser dokumentieren können. bi