Sieht bei dem Tarifabschluss keinen Grund zum Jubeln, legt aber Wert auf Planungssicherheit: BGL-Tarifvorsitzender Uwe Keller-Tersch | Foto: BGL

Arbeitskampf abgewendet: Neuer Tarifvertrag für GaLaBauer

BAD HONNEF/FRANKFURT, 08.11.2017 – Die bundesweit rund 110.000 Beschäftigten im GaLaBau erhalten ab sofort mehr Geld. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben sich nach drei schwierigen Verhandlungsrunden über einen Tarifabschluss für die Branche geeinigt.

Der neue Tarifvertrag läuft insgesamt 22 Monate und sieht ab dem 1. November eine Erhöhung von 3 Prozent und eine weitere Erhöhung von 2,4 Prozent ab dem 1. Oktober 2018 vor. Mit dem Novembergehalt wird eine Einmalzahlung in Höhe von 50 Euro ausgezahlt. Zudem wurde die Vergütung der Lohngruppe 7.6 ab dem 1. November 2017 auf 10 Euro und ab dem 1. Oktober 2018 auf 10,20 Euro erhöht.
Daneben haben sich die Tarifvertragsparteien auf neue Vergütungsstrukturen bei den Auszubildenden geeinigt. Insbesondere Auszubildende unter 18 Jahren machen einen Sprung von 90 Euro im Monat, da die Altersunterscheidung wegfällt. Sie werden nunmehr wie alle anderen Auszubildenden vergütet, d.h. ab sofort im ersten Jahr monatlich 800 Euro, im zweiten Jahr 900 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.000 Euro. Ab dem Ausbildungsjahr 2018 beträgt das Plus für den Nachwuchs je Ausbildungsjahr 25 Euro.
Zusätzlich haben sich die Tarifvertragsparteien auf eine Sozialpartnervereinbarung geeinigt. Es werden in der Branche ergebnisoffene Gespräche über wichtige Themen im nächsten Jahr, wie z.B. betriebliche Altersvorsorge, Altersübergang, Weiterbildung und -qualifizierung, Wiedereingliederung usw. geführt, die eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Tarifverträge sicherstellen.

Kompromiss bringt Planungssicherheit

Der neue Verhandlungsführer des BGL, Uwe Keller-Tersch, sieht in dem Tarifergebnis bezüglich der Entgelterhöhung zwar kein Grund zum Jubeln. Positiv sei aber, dass es aufgrund der langen Laufzeit gelungen sei, eine fast zweijährige Planungssicherheit für die GaLaBau-Unternehmer herzustellen. Dietmar Schäfers, Stellvertretender IG Bau-Bundesvorsitzender, ergänzt: „Wichtig ist insbesondere die Signalwirkung für die Branche. Nicht zuletzt wird der GaLaBau mit dem Abschluss deutlich attraktiver. Im Wettlauf um die besten Köpfe war dieser Schritt überfällig.“