VGL Baden-Württemberg: positive Resonanz bei Regionalversammlung

KUCHEN, 10.01.2018 – Die Gäste der Regionalversammlung Stuttgart des VGL Baden-Württemberg konnten sich Ende November über wichtige, aktuelle Themen informieren. Berichtet wurde beispielsweise über die BUGA Heilbronn oder auch Herausforderungen einer Unternehmensnachfolge.

Christine Görzen, Bühler und Görzen GmbH, Carmen Zepf, Zepf 2 GmbH, Günther Daiß und Christoph Walker, Karl Walker GmbH, gaben ihre Erfahrungen zum Thema Nachfolge an die Kollegen weiter.
(v.l.n.r.) Christine Görzen, Bühler und Görzen GmbH, Carmen Zepf, Zepf 2 GmbH, Günther Daiß und Christoph Walker, Karl Walker GmbH, gaben ihre Erfahrungen zum Thema Nachfolge an die Kollegen weiter.

Gastgeber im November war die Theodor Wölpert GmbH & Co. KG mit einer Betriebsführung durch ihre Niederlassung in Kuchen bei Göppingen. Karl-Heinz Oechsner, geschäftsführender Gesellschafter der inhabergeführten Firma war überwältigt von der Anzahl der Gäste. Highlight der Betriebsführung war die Betontankstelle für Selbstabholer: Einfach die gewünschte Beton-Menge und -Sorte an der Kasse bezahlen, mit dem Hänger unter die Ausgabestelle fahren und den Beton tanken. Die vollautomatische Dosier- und Prozesssteuerung mischt sechs verschiedene Sorten, die sich für unbewehrte, nicht konstruktive Baumaßnahmen im GaLaBau einsetzen lassen. Die geprüften Rezepturen garantieren eine Verarbeitungszeit des Frischbetons von 2-3 Stunden. Abgabemengen zwischen 150 l und 2 m3 sind möglich.

Ungebrochener Aufwärtstrend

Der grünen Branche geht es nach wie vor sehr gut, berichtete VGL-Geschäftsführer Reiner Bierig. Die Betriebe verfügen im Durchschnitt über einen 13-wöchigen Auftragsbestand bei Neuanlagen und über 12 Wochen Vorlauf in der Pflege. Die derzeitige Marktsituation wird von den Unternehmen mit der Schulnote 2,0 bewertet. Zur Erlangung eines Auftrages bei öffentlichen Submissionen benötigen die Firmen 7 Angebote. Der Aufwand für freihändige Angebote liegt dagegen bei 3  nd für beschränkte Submissionen bei 4 Stück pro erteiltem Auftrag. Die Betriebsergebnisse gemessen am Umsatz im bundesweiten Kennzahlenvergleich sind laut Bierig minimal gestiegen. Sie liegen zwischen bei 3 bis 6 % Rendite (vorherige Umfrage: 2 bis 5 %).

Weitere Daten und Fakten

Inzwischen sind 46 Azubis mit Flucht- oder Migrationshintergrund in Ausbildung, 22 Flüchtlinge absolvierten ein Praktikum und 8 befinden sich im Beschäftigtenverhältnis. Mit 1.240 Ausbildungsverhältnissen im GaLaBau liegen die Ausbildungszahlen in Baden-Württemberg gleichbleibend hoch und stellen 67% aller Azubis im Gartenbau.
Professor Sigurd Henne von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen warb für das Studienfach Baupraxis innerhalb der Landschaftsarchitektur, das auch für die Ansprüche von GaLaBau-Betrieben ausbildet. Die Hochschule sucht noch dringend nach Betrieben, die Studierenden einen echten Einblick durch Mitarbeit gewähren.

Kontakt zu Städten wichtig

Bierig forderte die Unternehmer zu einem intensiven Kontakt zu Städten und Kommunen auf, um die von Bund und Land zur Verfügung gestellten Fördergelder für mehr Grün in der Stadt sinnvoll und umsatzträchtig zu nutzen.
Das anschließende Interview von Miriam Hogg, Projektleiterin der Messe Garten outdoor ambiente in Stuttgart, mit Tobias Langner, GaLaBau-Unternehmer aus Aidlingen, öffnete den Blick hinter die Messekulisse. Langner beschrieb Aufwand und Nutzen seiner Beteiligung im April 2017 in Form eines Schaugartens. Er äußerte sich begeistert von dieser qualitativ hochwertigen Plattform, die den Betrieben hier geboten wird.

BUGA Heilbronn

Michael Glück, Freier Landschaftsarchitekt aus Stuttgart, ist mit der Planung des Gartens der Region Stuttgart für die BUGA in Heilbronn beauftragt. Er stellte das Planungskonzept vor, welches mehrstämmige Blasenbäume mit Unterpflanzung, Pflanzbänder, Hecken, ein Birkenwäldchen mit Themen-Skulpturen wie dem Fernsehturm sowie einen innovativen Pavillon mit Fernwirkung, Lounge, Brunnen und beeindruckendem Solitärgehölz beinhaltet. Der 27x9 m großen Garten wird mit 200 Euro/m3 von der BUGA und dem VGL bezuschusst. Der Bau erfolgt durch einen von der Region beauftragten Kollegenbetrieb.

Gelungene Nachfolge

Einen Einblick in sein Leben nach dem Unternehmensverkauf gewährte Günther Daiß, der seinen Betrieb in zwei Etappen an drei Mitarbeiter verkaufte. „10 Jahre sollte man einplanen, von der Findung eines Nachfolgers bis hin zur Kaufpreisschätzung sowie intelligenten Finanzierungsmodellen für Angestellte mit wenig Kapital", skizziert Daiß. Björn Eberhardt, einer seiner Nachfolger, beschreibt die Möglichkeit als Mitarbeiter in die Unternehmensführung einzusteigen als unglaublich motivierend, kombiniert mit einer persönlichen Perspektive, die einen noch mal so richtig Gas geben lässt.

Familiennachfolge häufig mit Emotionen

Bei einer Familiennachfolge ist vieles ähnlich, beschreibt Christoph Walker, der vor 12 Jahren zusammen mit seinem Bruder Andreas den väterlichen Betrieb übernahm: „Auch hier müssen die Finanzen auseinander dividiert werden, nur dass in diesem Fall meistens viel mehr Emotionen mit im Spiel sind." Unternehmensberater Klaus Wolf bildete in diesem Prozess die wichtige Klammer zwischen den Walker-Generationen.

Langfristige Planung bei Unternehmensübergabe wichtig

Unternehmensübergaben bedürfen nicht nur einer langfristigen Planung, sondern auch einer genauen Prüfung, wenn es z.B. um Pensionszusagen bei Kapitalgesellschaften geht, ergänzt Carmen Zepf von der Zepf 2 GmbH aus Bad Boll. 10 Jahre vor dem Ausscheiden des Gesellschafter-Geschäftsführers dürfen diese Zusagen ggf. noch geändert werden, falls der Nachfolger die Vereinbarungen zur Rente so nicht tragen möchte. Durch die blauäugige Übernahme von bestehenden Verträgen zur betrieblichen Altersvorsorge der Mitarbeiter können Haftungsfalle für den neuen Arbeitgeber entstehen. „Es ist deshalb auf jeden Fall sinnvoll, alle Verträge von einem Experten unter die Lupe nehmen zu lassen", erklärt Zepf. Am 1. Januar 2018 tritt das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Dies führt zwar zu Entlastungen in der Haftung für die Arbeitgeber, bringt aber auch zusätzliche Pflichten und neue Haftungsfallen mit sich. Mehr dazu ist am 8. März in einer Informationsveranstaltung beim VGL in Leinfelden-Echterdingen zu erfahren. bi