Ein Kraftpaket, das  Schnee wegschafft 

GAGGENAU, 15.11.11 - Vor gut zehn Jahren hat bei Mercedes ein besonderes "landwirtschaftliches Gerät” das Licht der Autowelt erblickt: der Unimog U 400. Er kann viel mehr als nur Holz holen. Jens Seiner aus Thüringen schwört auf ihn.

Der Unimog in Aktion beim Schneeräumen
Diesen Steilweg zum Kickelhahn hält Jens Seiner mit seinem U 400 schneefrei.
Seit den Nachkriegstagen steht Daimlers „Universal-Motor-Gerät“, kurz „Unimog”, für Einsätze in fast allen Lebens- und Geländelagen. Dass der allradgetriebene Klein-Lkw mit seiner ausgeklügelten Hydraulik ein Kraftpaket für land- und forstwirtschaftliche Arbeiten aller Art ist, weiß jedes Kind, das schon einmal Autoquartett gespielt hat. Was aber nur wenige wissen: Der Unimog bringt nicht nur Brennholz aus dem Wald. Er eignet sich auch prima zum Schneeräumen. Einer, der vom Kampf mit der weißen Pracht ein Liedchen singen kann, ist der Thüringer U 400-Besitzer und automobile „Tausendsassa” Jens Seiner.
Sein Revier ist die alte Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau. Der Ilm-Kreis gehört mit seinen 500 Metern Höhe zu den schneesichersten Gebieten Thüringens. „Von Ende Oktober bis in den April hinein kann es hier richtig Winter sein“, erzählt Seiner, Inhaber einer Autotechnik-Firma. Ausgestattet mit moderner Schneeräumtechnik sorgt er seit 20 Jahren praktisch rund um die Uhr für befahrbare Autobahnen und Straßen sowie begehbare (Wander-)Wege rund um seine Heimatstadt. Darunter ist auch der Aufstieg zum 861 Meter hohen Kickelhahn, dem berühmten Ilmenauer Hausberg, auf dem Goethe sein Gedicht „Über allen Gipfeln ist Ruh“ verfasst hat.
Unimog in Schneelandschaft
Ein Wintermärchen: An diesem Ort dichtete Goethe des „Wanderers Nachtlied“. | Fotos: Daimler AG
Aber für Romantik bleibt Seiner und seinem Universal-Motor-Gerät im Arbeitsalltag kaum Zeit: „Dieser Winter war besonders hart“, sagt Seiner und klopft anerkennend mit der Hand auf das Lenkrad seines Unimog U 400, der ihn trotz der „wahnsinnigen Schneemassen“ nicht einen Tag im Stich gelassen habe. Überhaupt ist Seiner ein bekennender Unimog-Fan: „Er fährt perfekt im Wald“, lobt der Ilmenauer. „Und er arbeitet sehr zuverlässig, obwohl er jetzt auch schon ins siebte Jahr bei uns geht“, fügt er anerkennend hinzu. Und ein Blick auf den Tacho macht es besonders deutlich: knapp 150 000 Kilometer zeigt der an.
Mit einem Dieselverbrauch von rund 11 Litern pro Betriebsstunde ist der Thüringer zufrieden. Immerhin hat das robuste Kraftpaket mit der kompletten Winterausrüstung (Schneepflug vorn und Streuer hinten) etliche Extra-Tonnen Ballast zu bewegen. Trotzdem sei er „wirtschaftlicher als ein Lkw” und verbrauche auch „so gut wie kein Öl“, konstatiert der Unternehmer. Doch ebenso wie im städtischen Erholungsgebiet sorgt der 130 kW/177 PS starke U 400 auch für schneefreies Durchkommen auf der nahen ICE-Trassenbaustelle.
Aber auch außerhalb der Wintersaison hat der Seiner-Unimog kaum Zeit zum Verschnaufen. Dann holt er unter anderem Holz aus dem Wald, reinigt mittels eines aufgebauten Wassertanks Straßen oder schleppt Parksünder ab. „Dafür habe ich extra einen Tandemanhänger gebaut“, erzählt der gelernte Werkzeugmacher. Der Unimog ist für ihn ein unverzichtbares Arbeitsmittel, weil er auch dorthin fährt, „wo ich mit einem Lkw nicht rein kann“, begründet er. Auf einen Unimog möchte der Mittvierziger in seiner berg- und waldreichen Region nicht verzichten. Für ein eventuelles Nachfolgemodell wünschte er sich nur eins: „100 PS mehr und ein Powershift-Getriebe. Das wäre optimal!“ bi